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15.10.2026
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Schulden-Streit eskaliert: Washington verspottet die IWF-Propheten!

Schulden-Streit eskaliert: Washington verspottet die IWF-Propheten!
Symbolbild: KI-generiert

Offener Schlagabtausch zwischen Washington und dem Internationalen Währungsfonds: David Zervos, neuer Berater von US-Finanzminister Scott Bessent, hat am Donnerstag die Schuldenwarnung von IWF-Chefin Kristalina Georgieva zurückgewiesen. Der Fonds solle erst einmal seine eigene Prognose-Bilanz prüfen, bevor er Amerika belehre. Der Hintergrund ist alles andere als harmlos. Die US-Staatsschulden liegen inzwischen über 40 Billionen Dollar.

Bangkok liefert die Vorlage

Georgieva hatte am Mittwoch bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok gewarnt, dass starkes Wachstum allein den Schuldenberg der USA nicht schnell genug abtragen werde. Nötig seien echte haushaltspolitische Maßnahmen. Gemeint ist im Klartext: sparen oder Steuern erhöhen.

Damit zielte sie direkt auf Bessent. Der hatte im August gegenüber CNBC erklärt, die USA könnten aus ihrer steigenden Schuldenquote „herauswachsen“. Ein bequemes Versprechen. Aber trägt es?

Zervos zählt die Fehlprognosen auf

Zervos, früher Chef-Marktstratege der Investmentbank Jefferies, setzte zum Gegenschlag an. In einer Stellungnahme gegenüber dem US-Sender mahnte er, man solle sich bei IWF-Analysen daran erinnern, wie „chaotisch“ dessen Vorhersagen in der Vergangenheit ausgefallen seien.

Seine Liste ist lang. 2008 habe der IWF noch 3 Prozent Weltwachstum erwartet, ein Jahr später sei die Weltwirtschaft erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg geschrumpft. Vor dem Asien-Crash 1997 sei der Fonds positiv auf Südostasien gestimmt gewesen. Russland habe man 2022 schwarzgemalt, das Land habe kaum einen Dämpfer erlebt.

Besonders bitter aus Sicht des Fonds: Argentinien. Nach dem 57-Milliarden-Dollar-Rettungspaket von 2018, dem größten der IWF-Geschichte, sei das Land bis 2020 praktisch erneut zahlungsunfähig gewesen. Auch Griechenland und die Fehleinschätzung einer angeblich nur „vorübergehenden“ Inflation in den USA führte Zervos an.

„So take it all with a grain of salt.“ – Man solle all das also mit Vorsicht genießen, so Zervos.

Recht haben beide – und genau das ist das Problem

Die Pointe ist unbequem. Dass der IWF oft danebenlag, ist dokumentiert. Doch eine schlechte Trefferquote des Warners macht die Gefahr nicht kleiner. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen rentieren über 5 Prozent, das Defizit liegt Berichten zufolge bei rund 2 Billionen Dollar. Jede neue Schuldenwelle muss teurer refinanziert werden.

Viele Ökonomen warnen deshalb vor einer Zinsspirale, die sich selbst nährt. Ob daraus eine echte Fiskalkrise wird, ist unter Fachleuten umstritten. Klar ist nur: Die globale Verschuldung erreichte im ersten Halbjahr den Rekordwert von über 365 Billionen Dollar.

Auch Europa im Visier

Georgieva bleibt nicht bei Amerika stehen. Frankreich gab sie Anfang Oktober mit auf den Weg, es solle sein Haus in Ordnung bringen. Das Institute of International Finance beklagte im September einen Teufelskreis aus Wahlen und kurzfristigen Notlösungen, der Spielräume für öffentliche Leistungen auffresse.

Klingt vertraut? In Berlin hat die Regierung Merz mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen ebenfalls auf Pump gesetzt – entgegen früherer Versprechen. Die Rechnung zahlen am Ende Steuerzahler und kommende Generationen.

Was das für Sparer bedeutet

Wenn sich Washington und der IWF öffentlich darüber streiten, wer die Schulden-Lage richtig einschätzt, sollte das Anleger hellhörig machen. Staaten, die aus ihren Schulden „herauswachsen“ wollen, greifen historisch oft zu einem stilleren Mittel: Inflation, die den realen Wert von Ersparnissen aushöhlt.

Physisches Gold und Silber sind keine Schuldversprechen eines Staates. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie aus Sicht unserer Redaktion einen sinnvollen Baustein zur Vermögenssicherung bilden – gerade dann, wenn das Vertrauen in die Haushaltsdisziplin der Großmächte bröckelt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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