
800 Milliarden Luftschlösser: Wie Merz mit „Made for Germany“ das große Wirtschaftsmärchen inszeniert
Es gibt Rituale, die sich mit erstaunlicher Verlässlichkeit wiederholen. Einmal im Jahr versammelt Bundeskanzler Friedrich Merz die Vorstandschefs der deutschen Großindustrie im Kanzleramt, man reicht sich die Hände, blickt entschlossen in die Kameras – und verkündet die nächste gewaltige Investitionsoffensive. Willkommen bei „Made for Germany“, dem PR-Kaffeekränzchen, das inzwischen mehr an eine liturgische Zeremonie als an ernsthafte Wirtschaftspolitik erinnert.
Ein Jahr später: Vom versprochenen Boom bleibt heiße Luft
Rekapitulieren wir. Vor genau einem Jahr trafen sich 60 DAX- und MDAX-Vorstände mit dem Kanzler, um eine Investitionswelle für den Standort Deutschland zu beschwören. Das Ergebnis? Ernüchternd. Von dem versprochenen Aufschwung ist bis heute nichts zu sehen – außer wohlklingenden Absichtserklärungen, die sich bei Licht betrachtet als das entpuppen, was sie sind: eine sorgsam choreografierte Inszenierung der Großkonzerne.
Am vergangenen Dienstag ging das Spektakel in die nächste Runde. Firmen wie Siemens, die Deutsche Bank, Volkswagen und SAP legten nach – und diesmal soll es richtig groß werden. Bis 2028, so die frohe Kunde, wolle man gemeinsam 800 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren. Aus einst 60 Firmen sind mittlerweile 139 geworden, eine Verdopplung. Man könnte fast meinen, es liefe blendend im Land.
Der Taschenspielertrick mit den Milliarden
Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell den Haken. Ein erheblicher Teil dieser aufgeblähten Investitionssummen war bereits lange vor der Gründung dieser Initiative fest eingeplant. Es handelt sich also keineswegs um frisches Kapital, das dank der Merz'schen Charme-Offensive plötzlich nach Deutschland strömt. Vielmehr werden ohnehin bestehende Vorhaben zusammengerechnet, mit einem hübschen Etikett versehen und als politischer Erfolg verkauft.
Wirtschaft ist, so lehrte einst Ludwig Erhard, zu fünfzig Prozent Psychologie. Bei der aktuellen Regierung scheint sie hingegen zu hundert Prozent aus Durchhalteparolen zu bestehen.
Günstlingswirtschaft statt echter Erneuerung
Wie eng Politik und Großkonzerne mittlerweile verwoben sind, offenbart ein Blick hinter die Kulissen. Getragen von der gigantischen Subventionsmaschinerie der Klimawirtschaft und der Rüstungsindustrie fließen Milliarden aus Steuergeldern in die Kassen der Unternehmen. Da erscheint es geradezu als Ehrensache, sich wenigstens einmal jährlich beim Kanzler blicken zu lassen und gemeinsam die Standort-Hymne anzustimmen – man könnte sie treffend „Auferstanden mit Subventionen“ nennen.
Diese korporatistische Melange aus Dauersubventionen und Vetternwirtschaft mag für die beteiligten Konzerne durchaus lukrativ sein. Für den deutschen Steuerzahler, der die Zeche zu begleichen hat, ist sie ein schlechtes Geschäft. Denn während oben die Milliarden verteilt werden, bröckelt das Fundament der Volkswirtschaft.
Das kleine Minuszeichen, das alles verrät
Es gibt eine Kennziffer, die man in den blumigen Verlautbarungen der Initiative vergeblich sucht. Die Investitionsquote der deutschen Wirtschaft – womöglich der wichtigste Gradmesser für künftige Wertschöpfung überhaupt – ist zum Jahreswechsel in den negativen Bereich gerutscht, auf beklemmende minus 0,23 Prozent.
Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen. Während im Kanzleramt von einer historischen Investitionsoffensive schwadroniert wird, zieht die Realität Kapital vom Standort ab. Die deutsche Wirtschaft fährt auf Verschleiß, die Industrie baut nach Kräften ihre Zelte ab und sucht andernorts nach freundlicheren Bedingungen. Was auch immer „Made for Germany“ suggerieren mag – die Faktenlage spricht eine gänzlich andere Sprache.
Wenn Symbolpolitik den Standort ruiniert
Und so reiht sich diese Veranstaltung nahtlos ein in eine lange Kette politischer Fehlentscheidungen, die den einst stolzen Wirtschaftsstandort Deutschland systematisch aushöhlen. Explodierende Energiepreise, eine erdrückende Bürokratie, die höchste Steuerlast im internationalen Vergleich und ideologisch getriebene Vorgaben treiben Unternehmen reihenweise ins Ausland. Statt endlich die Rahmenbedingungen für unternehmerische Freiheit und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen, verlegt sich die Regierung auf das, was sie am besten beherrscht: schöne Fassaden und markige Reden.
Es ist eine bittere Erkenntnis, die viele Bürger längst teilen: Wer den Substanzverlust einer Volkswirtschaft mit PR-Terminen kaschieren will, hat den Ernst der Lage entweder nicht verstanden – oder er nimmt ihn billigend in Kauf. Deutschland aber braucht keine weiteren Kaffeekränzchen. Es braucht eine Politik, die endlich wieder für das eigene Land und seine Menschen arbeitet, statt gegen sie.
Warum echte Werte in unsicheren Zeiten zählen
In einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem Kapital den Standort verlässt und politische Versprechen die Halbwertszeit einer Seifenblase besitzen, stellt sich für den verantwortungsbewussten Bürger die Frage nach echter Vermögenssicherung mit besonderer Dringlichkeit. Wo staatliche Schuldenberge wachsen und die Inflation an der Kaufkraft nagt, haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg als bewährter Anker erwiesen. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portefeuille bieten sie eine Beständigkeit, die keine Durchhalteparole je ersetzen kann.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Meinung unserer Redaktion dar und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater.

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