
95 Prozent Verbrenner: VWs China-Traum zerbricht

Der Volkswagen-Konzern verliert seinen wichtigsten Markt. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Wolfsburger Riese in China nur noch 971.150 Fahrzeuge aus – ein Einbruch um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und die groß angekündigte Elektro-Offensive? Die kommt bislang kaum vom Fleck.
Von der Nummer eins zum Getriebenen
Jahrzehntelang war China die Goldgrube des Konzerns. Wer in Peking oder Shanghai ein Taxi bestieg, saß meist in einem Santana oder Passat. Heute heißen die Platzhirsche BYD und Geely – und VW rutscht Jahr für Jahr weiter ab.
Besonders bitter: Nach Daten der China Passenger Car Association, auf die sich Branchenmedien berufen, liegt der Anteil sogenannter New-Energy-Vehicles (Elektroautos, Plug-in-Hybride, Range Extender) am VW-Absatz in China über alle Joint Ventures hinweg bei gerade einmal rund fünf Prozent. Im Klartext: 95 von 100 verkauften VW tragen weiterhin einen Verbrennungsmotor unter der Haube.
Ein Markt, der ohne die Deutschen davonfährt
Zur Einordnung: Im chinesischen Gesamtmarkt lag der NEV-Anteil laut Automobilwoche im ersten Quartal 2026 bei rund 45 Prozent. Während also fast jeder zweite in China verkaufte Neuwagen elektrifiziert ist, bleibt VW im Verbrenner-Geschäft hängen.
Die Bestseller sprechen für sich: Der im Joint Venture mit SAIC gebaute Benziner Lavida kam auf rund 80.000 Einheiten, der Tiguan L auf etwa 76.000. Die reine Elektro-Ikone ID.3? Ganze 2150 Stück.
AUDI ohne Ringe – und ohne Durchbruch
Um im NEV-Segment endlich Boden zu gewinnen, fährt VW mehrgleisig. Mit der eigens für China geschaffenen Submarke AUDI, die bewusst ohne die vier ikonischen Ringe auftritt, sollte eine junge, technikaffine Kundschaft erobert werden. Der E5 Sportback startete im September 2025, der E7X folgte Ende Mai 2026.
Das Ergebnis ist zwiespältig. Vom E7X seien im Juni immerhin 4000 Einheiten verkauft worden, heißt es in Branchenberichten. Beim E5 Sportback dagegen folgte auf einen spektakulären Start – über 10.000 Bestellungen in den ersten 30 Minuten – der Absturz: Im ersten Halbjahr 2026 fanden nur 4923 Exemplare einen Käufer.
Auch das Joint Venture Volkswagen Anhui mit der JAC Group enttäuscht: Die drei Elektromodelle ID. UNYX 06, 07 und 08 kamen zusammen auf 7409 Einheiten. Besser lief der mit SAIC gebaute ID. Era 9X mit Reichweitenverlängerer – 10.000 Käufer von Januar bis Juni.
Warum das ganz Deutschland betrifft
Beim FAW-Joint-Venture zählten von rund 274.000 verkauften Fahrzeugen nur etwa 5000 zum NEV-Segment. Konzernweit lieferte VW im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben rund 4,1 Millionen Fahrzeuge aus – ein Minus von 6,3 Prozent, das vor allem China und die USA verursachten.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart sich hier ein doppeltes Versäumnis: Der Konzern hat den Technologiewandel in China verschlafen – und die deutsche Politik hat mit hohen Energiepreisen, Bürokratie und einer erzwungenen Elektro-Agenda die Industrie zusätzlich geschwächt, statt ihr Luft zu verschaffen. Die Autoindustrie ist das Rückgrat des deutschen Wohlstands. Wenn dieses Rückgrat bricht, spürt es jeder Steuerzahler.
Wer sein Vermögen breit aufstellen will, sollte sich der Abhängigkeit einzelner Branchen bewusst sein. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Ergänzung zur Absicherung – unabhängig von Quartalszahlen und Konjunkturzyklen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenständig informieren.
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