
Aufschwung ohne Jobs: 235.000 Erwerbstätige weniger in Deutschland!

Laut einem Regierungsentwurf, über den die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hebt die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,5 auf 1,3 Prozent an. Am Arbeitsmarkt kommt davon nichts an. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts arbeiteten im August 235.000 Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die offizielle Herbstprojektion am 8. Oktober vorstellen.
Schöne Zahlen auf dem Papier
Destatis zählte im August noch 45,41 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland, ein Minus von 0,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Saisonbereinigt gingen gegenüber Juli weitere 29.000 Jobs verloren. Die Zahl der Erwerbslosen kletterte im Jahresvergleich um 120.000 auf 1,86 Millionen.
Ein einzelner Ausrutscher ist das nicht. Seit Januar 2025 liegt die Erwerbstätigkeit Monat für Monat unter dem Vorjahresniveau. Auch die Bundesagentur für Arbeit sieht keine Wende. BA-Chefin Andrea Nahles sagte Ende September, die wirtschaftliche Verbesserung komme am Arbeitsmarkt „derzeit noch nicht an“. Das klingt diplomatisch. Gemeint ist: Die Prognose aus Berlin und die Lage in den Betrieben passen nicht zusammen.
Wegbrechende Beitragszahler belasten die Sozialkassen
Besonders heikel ist, wo die Stellen verschwinden. Im Juli gab es 34,68 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 84.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Minijobber sank um 50.000. Damit fehlen genau die Menschen, deren Beiträge Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung finanzieren.
Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Im September waren knapp 2,994 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Saisonbereinigt sind das 12.000 mehr als im August. 1,082 Millionen Bürger bezogen Arbeitslosengeld, 85.000 mehr als im Vorjahr. Die Rechnung ist einfach: Weniger Menschen zahlen ein, mehr Menschen brauchen Geld aus der Kasse.
Die Bundesagentur hängt am Tropf des Bundes
Das sieht man auch an den Finanzen der Bundesagentur. Nach Angaben der Bundesregierung könnte ihr Darlehensbedarf 2026 auf rund 8,4 Milliarden Euro steigen. Dazu kommt ein Darlehen von 1,4 Milliarden Euro aus dem Vorjahr. Kann die BA es nicht zurückzahlen, stünde sie Ende des Jahres mit rund 9,8 Milliarden Euro in der Kreide.
Zum Aufschwung passt das schlecht. Die Erklärung liegt im Detail: Ein großer Teil des Wachstums kommt aus staatlichen Milliardenprogrammen für Infrastruktur und Verteidigung. Viele Bürger erinnern sich: Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Private Investitionen und neue Arbeitsplätze bleiben bisher aus. Ein steigendes Bruttoinlandsprodukt sagt deshalb wenig darüber, ob Unternehmen wieder Personal einstellen.
Forscher erwarten weiteren Stellenabbau
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigt das Bild. Es rechnet 2026 zwar mit Wachstum, aber im Schnitt mit 210.000 Erwerbstätigen weniger. Für 2027 erwartet es einen weiteren Rückgang um 140.000 Personen. Mehr Wirtschaftsleistung stoppt den Jobabbau also vorerst nicht.
Ein echter Aufschwung braucht Unternehmen, die investieren und einstellen. Dafür müssen Energiekosten, Bürokratie und Abgaben sinken. Diese Probleme löst kein Sondervermögen. Solange die Beschäftigung sinkt und der Bund die Arbeitsagentur stützen muss, ist das Wachstum vor allem mit Schulden finanziert. Die Zinsen dafür zahlen am Ende die Steuerzahler.
Wenn der Staat seine Konjunktur auf Kredit kauft, sorgen immer mehr Sparer selbst vor. Physisches Gold und Silber können dabei als Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, denn sie hängen weder von Haushaltsplänen noch von Wachstumsprognosen ab.
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