
Baden-Württemberg vor der Wahl: CDU im Sinkflug – Grüne wittern Morgenluft

Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg offenbart eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag der Bild ein Bild, das der CDU schwer zu schaffen machen dürfte. Die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel sacken auf magere 28 Prozent ab – der tiefste Wert seit Juli 2023. Gleichzeitig klettern ausgerechnet die Grünen mit ihrem Zugpferd Cem Özdemir auf 22 Prozent und liegen damit nur noch sechs Prozentpunkte hinter der Union. Ein Trend, der sich seit Monaten abzeichnet und der die Frage aufwirft: Hat die CDU in Baden-Württemberg überhaupt noch verstanden, was ihre Wähler wollen?
Der schleichende Verfall einer einstigen Volkspartei
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Im Oktober des vergangenen Jahres betrug der Abstand zwischen CDU und Grünen noch komfortable 14 Prozentpunkte. Im Januar schrumpfte er auf acht. Nun sind es nur noch sechs. Wer diese Entwicklung als statistisches Rauschen abtut, der verkennt die tektonischen Verschiebungen, die sich im einstigen Musterländle vollziehen. Baden-Württemberg, einst Hochburg bürgerlich-konservativer Politik, droht erneut in grüne Hände zu fallen – oder zumindest in eine Koalition, in der die Grünen den Ton angeben.
Und was macht die CDU? Statt sich programmatisch zu schärfen und den Wählern eine echte Alternative zum grünen Zeitgeist zu bieten, fällt Spitzenkandidat Hagel vor allem durch eines auf: Abgrenzungsrhetorik gegen die AfD. Noch am Vorabend des CDU-Parteitags in Stuttgart bezeichnete er die Alternative für Deutschland als „Gegner Deutschlands". Eine bemerkenswerte Formulierung, die man durchaus als Ohrfeige für einen beträchtlichen Teil der eigenen potenziellen Wählerschaft verstehen darf.
Die Brandmauer als Selbstfesselung
Besonders pikant wird Hagels Distanzierungskurs, wenn man ihn mit dem Willen der Bevölkerung abgleicht. Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa hatte bereits Ende Januar ergeben, dass eine Mehrheit der Baden-Württemberger ein Ende der sogenannten Brandmauer zur AfD fordert. 24 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, von Fall zu Fall über eine Zusammenarbeit zu entscheiden. Weitere 26 Prozent gingen noch weiter und wünschten sich, dass die AfD generell als möglicher Koalitionspartner in Betracht gezogen werde.
Doch die CDU-Führung ignoriert diese Signale mit einer Beharrlichkeit, die an politischen Selbstmord grenzt. Statt den demokratischen Willen der Bürger ernst zu nehmen, klammert man sich an eine ideologische Brandmauer, die längst mehr Wähler verprellt als sie gewinnt. Wer sich fragt, warum die CDU in den Umfragen abstürzt, findet hier einen wesentlichen Teil der Antwort. Die Menschen sind es leid, dass ihre gewählten Vertreter ihnen vorschreiben, welche demokratisch legitimierten Parteien sie als akzeptabel zu betrachten haben – und welche nicht.
Grüne profitieren von der Schwäche der Union
Dass ausgerechnet die Grünen von diesem Vakuum profitieren, ist dabei die eigentliche Tragödie. Cem Özdemir, der sich als vermeintlich pragmatischer Realpolitiker inszeniert, scheint bei einem Teil der Wählerschaft zu verfangen. Dabei sollte gerade in Baden-Württemberg – dem Land von Daimler, Porsche und Bosch – jedem klar sein, wohin grüne Wirtschaftspolitik führt. Die Automobilindustrie steht unter enormem Druck, Tausende Arbeitsplätze bei Zulieferern wie Bosch und Mahle sind bereits weggefallen oder akut bedroht. Stuttgart kämpft mit massiven Haushaltsproblemen. Und dennoch: 22 Prozent für die Grünen.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Ein Bundesland, dessen Wohlstand maßgeblich auf industrieller Wertschöpfung basiert, liebäugelt mit einer Partei, deren politisches Programm diese Wertschöpfung systematisch untergräbt. Es ist, als würde ein Bauer den Fuchs zum Hüter seines Hühnerstalls ernennen – und sich dabei auch noch fortschrittlich fühlen.
AfD stabil, SPD und FDP im Mittelfeld
Während CDU und Grüne die Schlagzeilen dominieren, bleiben die übrigen Parteien weitgehend stabil. Die AfD hält sich bei soliden 20 Prozent – nur zwei Prozentpunkte hinter den Grünen. Eine bemerkenswerte Leistung angesichts der medialen Dauerattacken und der politischen Ausgrenzung, der die Partei ausgesetzt ist. Die SPD dümpelt bei 10 Prozent, die Linke erreicht sieben Prozent, und die FDP kann mit sechs Prozent zumindest auf einen Wiedereinzug in den Landtag hoffen.
Am 8. März werden die Bürger Baden-Württembergs an die Wahlurne gerufen. Es wird eine Richtungsentscheidung sein – nicht nur für das Bundesland, sondern auch als Signal für die bundespolitische Großwetterlage. Die Frage ist, ob die Wähler im Südwesten erkennen, dass sie mit einer Stimme für die Grünen den wirtschaftlichen Niedergang ihres Landes beschleunigen könnten. Oder ob der jahrzehntelange Wohlstand den Blick für die Realität so sehr vernebelt hat, dass man erst aufwacht, wenn die Industriearbeitsplätze unwiederbringlich verloren sind.
Ein Weckruf, der ungehört verhallt?
Was bleibt, ist ein bitterer Befund: Die CDU unter Friedrich Merz und Manuel Hagel hat offenkundig nicht begriffen, dass man Wahlen nicht mit Abgrenzungsrhetorik gewinnt, sondern mit überzeugenden Inhalten und dem Mut, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. Solange die Union mehr Energie darauf verwendet, die AfD zu bekämpfen, als den Grünen inhaltlich Paroli zu bieten, wird sie weiter Wähler verlieren. Und Baden-Württemberg? Das einstige Wirtschaftswunderland könnte schon bald ein mahnendes Beispiel dafür werden, was passiert, wenn ideologische Verblendung über ökonomische Vernunft siegt.
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