
Bahn-Chefin Palla greift durch: Halbe Milliarde Euro durch Streichung von Manager-Posten

Die Deutsche Bahn – ein Synonym für Verspätungen, marode Infrastruktur und milliardenschwere Verluste. Während der deutsche Steuerzahler Jahr für Jahr astronomische Summen in den Staatskonzern pumpt, scheint sich an der Misere auf den Gleisen wenig zu ändern. Nun will die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla offenbar dort ansetzen, wo der Schuh besonders drückt: beim aufgeblähten Management-Apparat.
Konzernleitung liegt den Geschäften „auf der Tasche"
Mit bemerkenswert deutlichen Worten kündigte Palla beim Neujahrsempfang in Berlin eine „deutliche Verschlankung der Konzernleitung" an. Die erwarteten Einsparungen bezifferte sie auf stolze 500 Millionen Euro jährlich. Ihre Begründung dürfte vielen Bahnkunden aus der Seele sprechen: „Wir sagen ja zu unseren operativen Geschäften immer, ihr müsst mehr Geld verdienen, und dann kann es nicht sein, dass die Konzernleitung diesen Geschäften auch auf der Tasche liegt."
Eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Jahrzehntelang hat sich bei der Deutschen Bahn ein Wasserkopf aus Managern, Beratern und Stabsstellen gebildet, während gleichzeitig Gleise verrotteten und Züge chronisch zu spät kamen. Dass nun ausgerechnet die Konzernchefin selbst diesen Missstand so unverblümt benennt, lässt aufhorchen.
Radikaler Kahlschlag in der Führungsetage
Die geplanten Maßnahmen haben es in sich: Der Konzernvorstand soll künftig nur noch sechs Ressorts umfassen. Die Posten für Technik und Digitalisierung sowie Infrastruktur werden ersatzlos gestrichen. Bei den Konzerntöchtern DB Regio und DB Fernverkehr fällt jeweils der Marketing-Vorstand weg, auch die Infrastrukturtochter InfraGO verliert zwei Vorstandsposten.
Besonders drastisch fällt der Schnitt in der Holding aus: Rund 30 Prozent der Stellen sollen dort wegfallen. Eine komplette Zwischenebene zwischen Vorstand und erster Führungsebene wird eliminiert. Die erste Führungsebene schrumpft von 43 auf lediglich 22 Organisationseinheiten – nahezu eine Halbierung.
Endlich Konsequenzen aus dem Versagen?
Man möchte fast applaudieren, wäre da nicht die bittere Erkenntnis, dass diese Maßnahmen Jahrzehnte zu spät kommen. Während private Unternehmen längst schlanke Strukturen etabliert haben, konnte sich der Staatskonzern Deutsche Bahn einen Verwaltungsapparat leisten, der seinesgleichen sucht. Die Zeche zahlte der Bürger – sowohl als Steuerzahler als auch als geplagter Fahrgast.
2026 wird ein weiteres Katastrophenjahr
Doch Palla dämpfte auch gleich die Erwartungen: Das Jahr 2026 werde ein „Superbaujahr" mit 28.000 Baustellen – rund 2.000 mehr als im Vorjahr. Die Pünktlichkeit werde weiter unter Druck bleiben. Eine Aussage, die angesichts der ohnehin desaströsen Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr wie blanker Hohn klingt.
Die Frage, die sich stellt: Hätte man nicht früher handeln müssen? Hätte eine verantwortungsvolle Politik nicht längst die Reißleine ziehen müssen, anstatt den Konzern immer weiter aufzublähen? Die Antwort kennt jeder, der in den vergangenen Jahren versucht hat, pünktlich mit der Bahn ans Ziel zu kommen.
„Von allem anderen werden wir uns verabschieden, weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können."
Diese Worte der Bahn-Chefin sollten als Mahnung dienen – nicht nur für den Konzern selbst, sondern für den gesamten aufgeblähten Staatsapparat in Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass den Ankündigungen auch Taten folgen und die eingesparten Mittel tatsächlich dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden: auf den Gleisen.

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