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12.10.2026
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Banner-Zoff in Weißwasser: Eishockeyklub stellt sich vor Chrupalla!

Banner-Zoff in Weißwasser: Eishockeyklub stellt sich vor Chrupalla!
Symbolbild: KI-generiert

Ein DEL2-Spiel wird zum Politikum. Am Freitag sitzt AfD-Chef Tino Chrupalla beim Heimspiel der Lausitzer Füchse gegen die Düsseldorfer EG auf der Tribüne, Gästefans halten daraufhin ein Protest-Banner hoch. Jetzt hat sich der Verein aus Weißwasser in einer Stellungnahme hinter seinen prominenten Zuschauer gestellt und erntet dafür im Netz einen Sturm der Entrüstung.

Ein Zuschauer mit Ticket, sonst nichts

Laut dem Verein ist der Fall eigentlich banal. Chrupalla stamme aus der Region, er komme regelmäßig zu den Spielen und kaufe seine Eintrittskarten wie jeder andere Fan. Eingeladen habe ihn der Club nicht. Begleitet wurde der Parteichef von Jean-Pascal Hohm (AfD), dem Bundesvorsitzenden der Generation Deutschland.

Die Füchse betonen, dass sie ihr Publikum nicht nach Parteibuch sortieren. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme vom Sonntag:

„Wir beurteilen unsere Zuschauer nicht nach ihrer politischen Zugehörigkeit oder persönlichen Überzeugung.“

In die Eisarena dürfe jeder, solange er sich an die Regeln halte und kein Stadionverbot gegen ihn bestehe. Der Club bekennt sich dabei ausdrücklich zu „Weltoffenheit, Toleranz und einem respektvollen Umgang miteinander“. Gerade deshalb sollen sich nach seinen Worten alle Gäste willkommen fühlen, egal woher sie kommen und was sie denken.

„DEG Fans gegen Rechts“: Der Streit ums Spruchband

Ausgelöst hat den Streit ein Banner im Gästeblock. Mitgereiste Anhänger der Düsseldorfer EG hielten den Schriftzug „DEG Fans gegen Rechts“ hoch. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach ordnete an, das Banner abzunehmen.

Der Verein begründet das mit einer klaren Linie. Politische Botschaften auf Spruchbändern lasse man grundsätzlich nicht zu, und zwar „unabhängig von ihrer politischen Richtung und ihrem konkreten Inhalt“. Ein Spiel zu besuchen sei etwas anderes, als sich im Stadion gezielt politisch zu positionieren, so die Füchse.

Durchgesetzt wurde die Anweisung am Ende nicht. Der Verein habe darauf verzichtet, um eine mögliche Eskalation im Gästeblock und in der Halle zu vermeiden. Den Shitstorm hat das nicht verhindert. Medienberichten zufolge kritisieren Teile der DEG-Fanszene die Erklärung scharf und fragen, ob die Meinungsfreiheit wirklich für alle gelte.

Wer stört hier eigentlich wen?

Man muss die Szene einmal nüchtern betrachten. Fans fahren quer durch die Republik in die Lausitz, um dort gegen den Mann zu protestieren, den die Menschen vor Ort mit großer Mehrheit gewählt haben. Chrupalla wurde 1975 in Weißwasser geboren, er wuchs im gleichnamigen Kreis auf und wohnt bis heute nur wenige Kilometer entfernt.

Im Wahlkreis Görlitz, zu dem Weißwasser gehört, holte er bei der jüngsten Bundestagswahl knapp 50 Prozent der Erststimmen und zog direkt in den Bundestag ein. 2021 waren es rund 36 Prozent, 2017 etwa 32 Prozent. In Weißwasser selbst lag er bei allen drei Wahlen bei den Erststimmen vorn.

Viele Beobachter dürften sich fragen, warum ausgerechnet ein Verein, der politische Banner aller Richtungen gleich behandelt, nun als Problem gilt. Eigentlich beschreibt die Linie der Füchse das, was früher selbstverständlich war: Die Eishalle ist für den Sport da und kein Ort für Parteikampf. Anderswo werden Andersdenkende oft reflexhaft ausgegrenzt, deshalb wirkt dieses Bekenntnis zur Neutralität fast schon mutig.

Sportlich ein Punkt für die Lausitz

Das Spiel am 7. Spieltag der DEL2-Saison 2026/27 endete laut Spielberichten mit 4:3 nach Penaltyschießen für den Tabellenführer aus Düsseldorf. Hohm schrieb danach auf X, die Füchse hätten sich trotz Rückstands einen Punkt erkämpft. Er verwies auf „94 Jahre Eissport in der Lausitz“ und meinte, Sport und Tradition hielten eine Region zusammen.

Für viele in Weißwasser dürfte das die eigentliche Botschaft des Abends sein. In der Lausitz zählen Eishockey und Heimatverbundenheit seit Jahrzehnten, die Belehrungen von außen zählen dort deutlich weniger.

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