
Befehl zurück: Trump lässt Saudi-Arabien im Huthi-Sturm allein!

Die Munition war geladen, die Ziele freigegeben – und dann kam der Rückzieher. US-Präsident Donald Trump hat Luftschläge gegen die jemenitischen Huthis nach Medienberichten erst genehmigt und Stunden vor dem Start wieder abgesagt. Damit steht Saudi-Arabien, einer der wichtigsten Partner Washingtons, mitten in seiner schwersten Sicherheitskrise seit Jahrzehnten allein da. Für Europa ist das ein Alarmsignal.
„Die Huthis haben uns angerufen“
Am 12. September stand Trump in Dublin neben dem irischen Premier Micheál Martin. Gefragt, was die USA gegen den Krieg auf der Arabischen Halbinsel tun wollten, sagte er einen Satz mit Sprengkraft:
„Die Huthis haben uns angerufen, und sie wollen nicht gegen uns kämpfen.“
Das einzige Land, mit dem die Miliz unzufrieden sei, werde man „in Ordnung bringen“, so Trump. Gemeint war Saudi-Arabien. Laut dem US-Portal Axios soll Kronprinz Mohammed bin Salman bereits am 10. September zweimal im Weißen Haus angerufen und um Luftschläge gebeten haben. Saudische Kreise bestritten das später. Trump lehnte damals ab. Dabei hatten Washington und Riad erst im vergangenen November ein strategisches Verteidigungsabkommen geschlossen.
Eine Miliz greift nach dem Nadelöhr der Welt
Die vom Iran unterstützten Huthis haben in wenigen Tagen eine enorme Offensive hingelegt. Am 10. September nahmen sie die Hafenstadt Mokka ein, einen Tag später die Insel Perim. Mitte September beherrschten sie laut den Berichten die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer und damit auch die Meerenge Bab al-Mandab.
Die Folgen sind brutal. Drohnen und Raketen schlagen an der saudischen Küste ein. Am 16. September fingen die Behörden eine Drohne ab, die Kurs auf Mekka genommen hatte. Zugleich trafen Drohnen aus dem Irak Pumpstationen der Ost-West-Pipeline. Über sie leitete Riad rund fünf Millionen Barrel täglich um die Straße von Hormus herum, die der Iran seit März faktisch blockiert.
Ölpreis-Schock und halbleere Gasspeicher
Die Märkte reagierten panisch. Brent-Öl stieg innerhalb von sechs Tagen von 109,51 auf 130,80 Dollar. Die Tagesmiete für einen Tanker liegt erstmals über einer Million Dollar. Das Analysehaus Kpler schätzt, dass eine Schließung der Pipeline für einen Monat dem Markt bis zu vier Prozent des weltweiten Angebots entziehen würde.
Und Deutschland? Die Gasspeicher sind kurz vor dem Winter nur zu 54 Prozent gefüllt. Saudi Aramco hat europäischen Raffinerien schon Lieferungen gestrichen. Wer eine Politik gemacht hat, die das Land abhängig und verwundbar lässt, bekommt jetzt die Rechnung – bezahlen müssen sie Bürger und Betriebe.
Das Arsenal ist leer
Nach einem dritten Anruf des Kronprinzen am 17. September ließ Trump das Pentagon doch Angriffe vorbereiten. In den USA ist Benzin mehr als 28 Prozent teurer als vor einem Jahr, und im November stehen Zwischenwahlen an. Laut „New York Times“ wurde der Einsatz am Sonntagmittag trotzdem gestoppt. Seine engsten Berater seien skeptisch gewesen.
Der eigentliche Grund könnte tiefer liegen. Ein Bericht der Pentagon-Aufsicht bestätigt „strategische Bestandslücken“ bei der Munition. Der Thinktank CSIS schätzt, dass die USA fast zwei Drittel ihrer Patriot-Abfangraketen verbraucht haben. Die Supermacht hätte helfen wollen, aber offenbar nicht mehr gekonnt.
Riads Ersatzbündnis bleibt stumm
Auch das neue Verteidigungsabkommen von Mekka mit der Türkei und Pakistan hat bisher nur warme Worte hervorgebracht. Pakistan sieht sich als Vermittler zum Iran, die Türkei fürchtet um ihre Interessen in Somalia. Die G7 forderten Teheran inzwischen auf, keine Waffen mehr an die Huthis zu liefern. Beobachter halten Riads Isolation allerdings auch für selbstverschuldet: Die Saudis hätten die Emirate aus dem Jemen gedrängt und Israels Hilfe ausgeschlagen.
Die Lehre für Europa
Europa verlässt sich bis heute auf dieselbe amerikanische Schutzzusage, die Riad gerade im Stich gelassen hat. Wenn Sicherheitsgarantien nicht mehr halten, wird Vorsorge zur Pflicht. Das gilt für Staaten, und es gilt für Sparer. In Zeiten von Ölschocks, Inflationsdruck und geopolitischen Brüchen sehen viele Anleger in physischem Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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