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Kettner Edelmetalle
28.09.2026
13:00 Uhr
KI-generiert

Biontech zieht den Stecker: Drei deutsche Werke stehen vor dem Aus!

Biontech zieht den Stecker: Drei deutsche Werke stehen vor dem Aus!
Symbolbild: KI-generiert

Biontech hat keinen Käufer für seine Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen gefunden, obwohl der Konzern monatelang gesucht hat. Nun macht das Mainzer Biotech-Unternehmen die drei Standorte dicht. Betroffen sind nach Unternehmensangaben rund 1800 Beschäftigte, also knapp ein Viertel der gesamten Belegschaft.

Damit verliert Deutschland ausgerechnet das Unternehmen, das während der Pandemie als großes Vorzeigeprojekt der heimischen Hochtechnologie galt. Die Schließungen verlaufen in drei Etappen:

  • Tübingen: Aus Ende 2027
  • Marburg: Aus Anfang 2028
  • Idar-Oberstein: Aus Ende 2028

Niemand will die Werke kaufen

Laut Biontech ist die Käufersuche vor allem am derzeit schwierigen Markt- und Investitionsumfeld gescheitert. Eine Sprecherin sagte dazu:

„Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten und eines breit angelegten Verkaufsprozesses ist es leider nicht gelungen, einen Kauf zu realisieren.“

Mit dem Konzernbetriebsrat habe man zusätzliche Abfindungsregeln vereinbart, damit die Schließungen sozialverträglich ablaufen. Wie diese Regeln konkret aussehen, sagte das Unternehmen zunächst nicht. Für die Beschäftigten bleibt damit vorerst offen, womit sie rechnen können.

Einst gefeiert, jetzt auf Sparkurs

Besonders schwer wiegt das Aus für Marburg. Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen und Millionen hineingesteckt. Seit Anfang 2021 wurden dort Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis hergestellt, außerdem Plasmid-DNA. Dieser Grundstoff wird für mRNA-Impfstoffe und Zelltherapien gebraucht. Medienberichten zufolge wurde Marburg zu einer der größten mRNA-Produktionsstätten des Konzerns in Europa.

Auch der Steuerzahler hat mitgeholfen: Während der Pandemie förderte der Bund Biontech Berichten zufolge mit bis zu 375 Millionen Euro. Der Tübinger Standort gehörte früher zum Konkurrenten Curevac, den Biontech erst Ende 2025 für rund 1,25 Milliarden Dollar gekauft hatte. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kritisierte bereits im Frühjahr, als die Pläne bekannt wurden: „Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht.“

Die Gründer gehen auch

Den Umbau macht Biontech ohne seine bekannten Gründer. Uğur Şahin und Özlem Türeci haben angekündigt, den Konzern zu verlassen und ein neues Unternehmen für mRNA-Forschung zu gründen. Biontech will sich künftig auf Krebstherapien konzentrieren. Die Produktion des Corona-Impfstoffs übernimmt Medienberichten zufolge vollständig der US-Partner Pfizer.

Geld für Aktionäre, Kündigungen für die Belegschaft

Brisant wird es beim Blick auf die Finanzen. Laut Berichten verfügt Biontech über Reserven von rund 16,8 Milliarden Euro und hat ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar angekündigt. Gleichzeitig verlor der Konzern allein im ersten Quartal 2026 rund 532 Millionen Euro. Die Gewerkschaft IGBCE nannte den Rückkauf angesichts der staatlichen Pandemie-Hilfen für die Beschäftigten Berichten zufolge einen Hohn.

Ob die Kritik berechtigt ist, darüber kann man streiten. Ein Unternehmen muss sich an veränderte Märkte anpassen. Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist eingebrochen, und niemand kann eine Produktion ohne Abnehmer ewig weiterbetreiben.

Ein Warnsignal für den Standort Deutschland

Viel beunruhigender ist aus Sicht unserer Redaktion etwas anderes: Für moderne, ausgebaute Pharmawerke mitten in Deutschland hat sich kein einziger Käufer gefunden. Das spricht Bände über die Lage im Land. Hohe Energiepreise, viel Bürokratie und hohe Abgaben machen Investitionen hierzulande für viele Unternehmen unattraktiv. Beobachter sehen darin ein Muster, das inzwischen ganze Branchen betrifft.

Die Regierung von Kanzler Friedrich Merz hat eine Wirtschaftswende versprochen. Für Hunderte Familien in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt diese Wende offenbar zu spät. Die Frage ist, wie viele Werke noch schließen müssen, bevor die Politik gegensteuert.

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