
Blutige Schulserie in der Türkei: Zwei Angriffe in zwei Tagen fordern Tote und Dutzende Verletzte

Was sich derzeit im Südosten der Türkei abspielt, lässt selbst abgehärtete Beobachter erschaudern. Innerhalb von nur 48 Stunden haben zwei Schusswaffen-Angriffe an türkischen Schulen das Land in einen Schockzustand versetzt. Vier Menschen sind tot, Dutzende verletzt – und die Frage, wie es so weit kommen konnte, steht wie ein Elefant im Raum.
Ein Achtklässler mit der Waffe seines Vaters
Am Mittwoch fielen an einer Schule in der südosttürkischen Stadt Kahramanmaraş tödliche Schüsse. Drei Schüler und ein Lehrer wurden getötet, zwanzig weitere Menschen erlitten Verletzungen. Der Provinzgouverneur Mükerrem Ünlüer bestätigte die erschütternde Bilanz. Der Angreifer – ein Achtklässler, also ein Kind von vermutlich 13 oder 14 Jahren – sei ebenfalls tot. Ob er sich selbst das Leben genommen habe, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.
Besonders brisant: Der jugendliche Täter soll seinem Vater, einem pensionierten Polizisten, die Waffen entwendet haben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Ein pensionierter Beamter der Sicherheitskräfte, dessen eigenes Kind offenbar ungehinderten Zugang zu scharfen Schusswaffen hatte. Bilder des türkischen Nachrichtensenders CNN Türk zeigten ein Großaufgebot an Rettungswagen vor der betroffenen Schule – Szenen, die man eher aus amerikanischen Nachrichten kennt als aus der Türkei.
Kein Einzelfall: Bereits am Vortag fielen Schüsse
Das Grauen von Kahramanmaraş wäre für sich genommen schon verstörend genug. Doch der Angriff reiht sich in eine beängstigende Häufung ein. Erst am Dienstag – also nur einen Tag zuvor – hatte ein ehemaliger Schüler an einem Gymnasium in der nicht weit entfernten Stadt Şanlıurfa das Feuer eröffnet. 16 Menschen wurden dabei verletzt, darunter zehn Schüler. Der Angreifer habe sich laut Angaben des türkischen Innenministeriums anschließend selbst getötet.
Zwei Schulangriffe mit Schusswaffen innerhalb von zwei Tagen, in derselben Region des Landes – das ist selbst für ein Land, das in den vergangenen Jahren mit Terroranschlägen und politischer Instabilität zu kämpfen hatte, eine völlig neue Dimension. Solche Angriffe an Schulen galten in der Türkei bislang als äußerst selten. Umso drängender stellt sich die Frage, ob hier ein gefährlicher Nachahmungseffekt am Werk ist.
Die unbequeme Frage nach dem Waffenzugang
Was beide Fälle verbindet, ist die erschreckende Leichtigkeit, mit der die Täter an Schusswaffen gelangten. In einem Land, das offiziell strenge Waffengesetze hat, offenbart sich hier ein klaffendes Sicherheitsloch. Wenn ein Jugendlicher seinem pensionierten Polizistenvater einfach die Dienstwaffe entwenden kann, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht – weder bei der häuslichen Aufbewahrung noch bei der staatlichen Kontrolle.
Die Tragödie in der Türkei sollte auch uns in Deutschland als Mahnung dienen. Denn die Frage der inneren Sicherheit – an Schulen, auf Straßen, in öffentlichen Räumen – ist kein abstraktes Politikerthema, sondern betrifft das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft. Wer Sicherheit nicht gewährleisten kann, verliert das Vertrauen seiner Bürger. Das gilt für Ankara ebenso wie für Berlin.
Während die türkischen Behörden nun fieberhaft ermitteln und die Hintergründe beider Taten aufklären wollen, bleibt bei den Familien der Opfer nichts als Trauer und Fassungslosigkeit. Vier Menschenleben ausgelöscht, Dutzende körperlich und seelisch verwundet – und eine ganze Nation, die sich fragt, ob ihre Kinder in der Schule noch sicher sind. Eine Frage, die leider auch hierzulande immer öfter gestellt werden muss.
- Themen:
- #Wahlen

WeltsystemwechselÖlschock, Kollaps & der Griff nach deinem Vermögen
Kostenloses Live-Webinar: Dominik Kettner und 6 hochkarätige Gäste enthüllen, wie Ölschock, Finanzkollaps und globale Machtverschiebungen Ihr Vermögen bedrohen – und welche konkreten Schritte Sie jetzt unternehmen müssen, um sich zu schützen.
Die Experten

Tim
Kellner
Politischer YouTuber

Ernst
Wolff
Bestseller-Autor

Peter
Hahne
Ex-ZDF-Moderator

Prof.
Dr. Polleit
Chefvolkswirt Degussa

Prof.
Dr. Werner
Bankenprofessor Oxford

Dr.
Elsässer
Fondsmanager
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











