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07.07.2026
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Brandmauer im Wanken: CDU-Wirtschaftsflügel bricht das Schweigekartell

Brandmauer im Wanken: CDU-Wirtschaftsflügel bricht das Schweigekartell

Es rumort gewaltig im Fundament der Union – und diesmal lässt sich das Grollen nicht länger überhören. Der Brandenburger Landesverband des CDU-Wirtschaftsflügels wagt, was in Berlin und in den Chefetagen der Partei bislang als Tabu galt: die offene Forderung nach dem Ende der sogenannten „Brandmauer“ zur AfD. Ein Antrag, der es in sich hat und der die verkrusteten Denkmuster einer ganzen politischen Ära ins Wanken bringen könnte.

Ein Antrag mit Sprengkraft

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Brandenburg drängt auf einen fundamentalen Kurswechsel. In einem zweiseitigen Papier, das den bezeichnenden Titel „Für eine Rückkehr zur politischen Sacharbeit – Demokratische Auseinandersetzung statt pauschaler Ausgrenzung“ trägt, fordern die Verfasser nichts Geringeres als die Aufhebung beziehungsweise grundlegende Überarbeitung des Unvereinbarkeitsbeschlusses. Beraten werden soll die brisante Vorlage auf der Landesvorstandssitzung am heutigen Dienstag.

Der Kern der Argumentation ist von entwaffnender Logik: Politik solle wieder über Inhalte geführt werden, nicht über pauschale Abgrenzungen. Ein Gedanke, der eigentlich zum Selbstverständnis jeder Demokratie gehören müsste – und der doch in der bundesrepublikanischen Realität längst zur Ketzerei verkommen ist.

Die politische Auseinandersetzung mit der AfD solle „ausschließlich auf der Grundlage ihrer Programme, Anträge und ihres konkreten politischen Handelns“ erfolgen.

Die nackten Zahlen sprechen Bände

Warum dieser Vorstoß gerade jetzt? Die Antragsteller verweisen auf jene Zahlen, die den etablierten Parteien zunehmend den Schlaf rauben. Rund ein Viertel der Wähler unterstütze laut aktuellen Umfragen die AfD, in mehreren ostdeutschen Bundesländern liege die Zustimmung noch deutlich darüber. In Brandenburg selbst erreiche die Partei laut einer Infratest-dimap-Erhebung von Ende Juni satte 37 Prozent – und lasse damit die dahinsiechende SPD von Ministerpräsident Woidke mit ihren 22 Prozent weit hinter sich.

Und die CDU? Sie dümpelt bei mageren 12 Prozent vor sich hin. Man muss kein politischer Stratege sein, um zu erkennen, dass hier ein Verband ums schiere Überleben ringt. Millionen Bürger, so mahnen die Antragsteller völlig zu Recht, dürften nicht dauerhaft als Gesprächspartner ausgeschlossen werden. Eine Volkspartei, die ein Viertel des Volkes zum Aussätzigen erklärt, hat den Anspruch, eine Volkspartei zu sein, längst verwirkt.

Der Verweis auf die Grünen – ein bemerkenswertes Argument

Besonders pikant ist die historische Parallele, die die Verfasser bemühen. Sie erinnern daran, dass die Grünen einst als absolut nicht koalitionsfähig galten – als Chaostruppe mit Strickpullover und Turnschuhen, die man niemals an die Hebel der Macht lassen dürfe. Heute regieren diese einstigen Paria-Politiker das Land mit einer ideologischen Verbissenheit, die ihresgleichen sucht. Politische Bewertungen, so das Papier, unterlägen eben einem demokratischen Meinungsbildungsprozess. Was gestern noch als undenkbar galt, kann morgen schon Regierungsrealität sein.

Die Parteispitze mauert weiter

Doch wer geglaubt hätte, die Führungsriege würde auch nur einen Zentimeter nachgeben, sieht sich getäuscht. Generalsekretär Julian Brüning stellte umgehend klar, die CDU habe sich nach ausführlicher Diskussion wiederholt gegen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD ausgesprochen. Und auch Kanzler Friedrich Merz beharrt unverdrossen auf der Abgrenzung – es gebe „keine Gemeinsamkeit“, da die AfD EU, Euro und Nato bekämpfe.

Man reibt sich verwundert die Augen: Ausgerechnet jene Union, die unter Merz das Grundgesetz für eine 500-Milliarden-Euro-Schuldenorgie schleifte und die Klimaneutralität 2045 zum Verfassungsrang erhob, spielt sich als Hüterin der Standhaftigkeit auf. Die Erfolgsaussichten des Antrags gelten denn auch als bescheiden – noch. Denn an der Basis gärt es weiter, seit im April 2025 bereits der Kreisverband Harz in Sachsen-Anhalt vorpreschte.

Ein Fazit zwischen Realität und Ritual

Was sich in Brandenburg abzeichnet, ist mehr als ein regionaler Aufstand einzelner Mittelständler. Es ist ein Fingerzeig auf die tiefe Kluft zwischen einer abgehobenen Parteispitze und einer Basis, die den Realitätsverlust ihrer Führung nicht länger hinnehmen will. Ob die „Brandmauer“ am Ende fällt oder ob sie durch beharrliches Aussitzen konserviert wird, wird sich zeigen. Fest steht: Wer ein Viertel der Wählerschaft dauerhaft zum politischen Ausgestoßenen erklärt, spielt mit dem Fundament der Demokratie selbst.

In Zeiten solch politischer Verwerfungen und wachsender Unsicherheit gewinnt der Blick auf krisenfeste Werte an Bedeutung. Wer sein Vermögen unabhängig von parteipolitischen Grabenkämpfen und ausufernder Staatsverschuldung absichern möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit jeher einen bewährten Anker zur Vermögenssicherung – als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und für seine Anlageentscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen beziehungsweise fachkundigen Rat einzuholen.

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