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10.10.2026
11:27 Uhr
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Brennende Kirchen, kleingeredet? Tagesschau-Faktencheck unter Beschuss

Brennende Kirchen, kleingeredet? Tagesschau-Faktencheck unter Beschuss
Symbolbild: KI-generiert

Ein Altar in Flammen, eine angezĂŒndete Bibel, und die Tagesschau sieht offenbar wenig Grund zur Sorge. In einem am 6. Oktober veröffentlichten Video zieht das ARD-Faktencheck-Format „rabbit hole“ 33 BrandanschlĂ€ge auf deutsche Kirchen im Jahr 2024 in Zweifel. Die Wiener Beobachtungsstelle OIDAC Europe hat diese FĂ€lle dokumentiert und schlĂ€gt nun scharf zurĂŒck.

„Tendenziöser Journalismus“ statt Faktencheck?

OIDAC-Direktorin Anja Tang spart nicht mit Kritik. Der Jungen Freiheit sagte sie, der Beitrag sei ein „krasses Beispiel fĂŒr tendenziösen Journalismus“. Ein seriöser Faktencheck sei das nicht. Das Video wirke wie „bewusstes Framing“ und erwecke „eher den Anschein von Aktivismus“.

GegenĂŒber katholischen Medien legte Tang nach. Der Beitrag sei „alles andere als faktisch“, es wĂŒrden nur Fakten erwĂ€hnt, die ins Bild passten. Pikant: Das Wort OSZE komme in dem Video kein einziges Mal vor.

Null gegen 33: Zwei Zahlen, zwei Welten

Die Tagesschau stĂŒtzt sich auf das Bundeskriminalamt. Das habe fĂŒr 2024 „genau null Brandstiftungen“ mit christenfeindlichem Motiv gezĂ€hlt. Zudem habe die Redaktion bei Polizei und Staatsanwaltschaften zu allen 33 FĂ€llen nachgefragt. Laut Berichten habe keine der 27 antwortenden Dienststellen ein solches Motiv festgestellt. FĂŒr 2025 weise das BKA allerdings vier politisch motivierte Brandstiftungen an Kirchen aus.

Nur werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. OIDAC arbeitet nach der Methode der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Dort gelten mutwillige Angriffe auf GotteshĂ€user wegen ihres Symbolcharakters als Hinweis auf mögliche HasskriminalitĂ€t, auch wenn noch kein TĂ€ter ermittelt ist. Stelle sich ein anderer Hintergrund heraus, fliege der Fall aus der Statistik. Das BKA erfasst dagegen nur politisch motivierte Taten. Was aus anderen Motiven geschieht, taucht dort nicht auf.

Wenn aus dem Altarbrand eine „Tischdecke“ wird

Die Moderatorin betont im Video, die TĂ€ter seien hĂ€ufig Kinder und Jugendliche gewesen. Die SchĂ€den seien oft gering gewesen und vor Ort „als nicht dramatisch wahrgenommen“ worden. Ein Soziologe warnt, Parteien und extreme Gruppen nutzten solche FĂ€lle fĂŒr „politische Propaganda“. Die Moderation deutet an, auch OIDAC wolle Handlungsdruck erzeugen.

Tang hĂ€lt dagegen: Der Sender verharmlose die FĂ€lle schon durch die Wortwahl. Ein Brandanschlag auf einen Altar werde zum „AnzĂŒnden einer Tischdecke“, eine angezĂŒndete Bibel zum „angekohlten Buch“. In einer ThĂŒringer Kirche soll ein Feuer im Altarraum SchĂ€den von mehreren zehntausend Euro verursacht haben. Und das Alter der TĂ€ter? Das lasse nach OIDAC-Auffassung keinen Schluss auf ihr Motiv zu.

„Selbsternannt“? Ein Etikett mit Beigeschmack

Auch die Bezeichnung als „selbsternannte Beobachtungsstelle“ stĂ¶ĂŸt Tang sauer auf. OIDAC dokumentiert seit rund 20 Jahren Übergriffe auf Christen in Europa. Die Organisation geht auf eine Initiative der ÖVP-Politikerin Gudrun Kugler zurĂŒck und arbeitet nach eigenen Angaben mit der OSZE zusammen. Zur Fairness gehört aber auch: Laut Medienberichten stĂŒtzt sie sich teils auf Presseberichte und Erstmeldungen.

Der Trend spricht eine deutliche Sprache

Wie man einzelne BrĂ€nde auch bewertet: Die Entwicklung ist alarmierend. Laut OIDAC stieg die Zahl christenfeindlicher Straftaten in Deutschland von 135 im Jahr 2022 auf 277 im Jahr 2023. Das ist ein Plus von 105 Prozent. FĂŒr 2024 nennt die Bundesregierung 111 politisch motivierte Angriffe auf Kirchen, rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Europaweit zĂ€hlte OIDAC 2024 insgesamt 94 BrandanschlĂ€ge auf Kirchen. Kein Land kam auf mehr als Deutschland mit 33 FĂ€llen.

FĂŒr viele BĂŒrger sind Kirchen weit mehr als GebĂ€ude: Sie sind Heimat, Geschichte und Fundament unserer Werte. Wer monatlich 18,36 Euro Rundfunkbeitrag zahlt, darf deshalb Ausgewogenheit erwarten statt Belehrung. WĂŒrde ein gebĂŒhrenfinanzierter Sender bei Angriffen auf andere GotteshĂ€user ebenso schnell auf Tischdecken und junge TĂ€ter verweisen? Diese Frage stellen sich gerade viele Beitragszahler.

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