
Brexit-Kehrtwende: Großbritannien kriecht zurück ins Erasmus-Programm
Fast fünf Jahre nach dem selbstverschuldeten Ausstieg aus dem europäischen Bildungsaustausch vollzieht London nun eine bemerkenswerte Rolle rückwärts. Die britische Regierung hat sich mit der EU auf einen Wiedereintritt in das Erasmus-Programm geeinigt – ein Eingeständnis, das die Brexit-Befürworter von einst wohl nur ungern hören dürften.
640 Millionen Euro für den Weg zurück nach Europa
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 570 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 640 Millionen Euro, wird das Vereinigte Königreich allein im ersten Jahr als Beitrag entrichten müssen. Ab 2027 sollen britische Studenten wieder an europäischen Universitäten lernen können – und umgekehrt steht jungen Europäern der Weg auf die Insel wieder offen. Mehr als 100.000 Briten könnten bereits im ersten Jahr von dieser Regelung profitieren, so die optimistischen Prognosen aus London.
Der für EU-Beziehungen zuständige Staatssekretär Nick Thomas-Symonds sprach von einem „Durchbruch" und einem „großen Gewinn für unsere jungen Menschen". Welch erstaunliche Wortwahl für etwas, das man vor wenigen Jahren noch bereitwillig über Bord geworfen hatte!
Die bittere Ironie des Brexit
Anfang 2021 war Großbritannien im Zuge des Brexit aus dem Erasmus-Programm ausgestiegen. Die damalige Regierung unter Boris Johnson hatte dies als Teil der neu gewonnenen „Souveränität" verkauft. Nun zeigt sich, was viele Kritiker bereits damals prophezeiten: Der Ausstieg war ein Eigentor, das vor allem der britischen Jugend schadete.
„Mit der Vereinbarung öffnenür zu neuen gemeinsamen Erfahrungen und dauerhaften Freundschaften."
So äußerte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf der Plattform X. Diplomatisch formuliert, doch zwischen den Zeilen schwingt die Genugtuung mit, dass London nun kleinlaut zurückkehrt.
Ein Programm mit Geschichte und Bedeutung
Das Erasmus-Programm wurde bereits 1987 ins Leben gerufen und hat seither mehr als 18 Millionen Teilnehmer unterstützt. Es ermöglicht Studenten und Universitätspersonal, zu günstigeren Bedingungen im Ausland zu studieren oder zu lehren. Auch Praktika in Unternehmen werden durch das Programm mitfinanziert – ein nicht zu unterschätzender Vorteil für junge Menschen, die internationale Erfahrungen sammeln möchten.
Für deutsche Studenten bedeutet die Rückkehr Großbritanniens eine willkommene Erweiterung ihrer Möglichkeiten. Renommierte Universitäten wie Oxford, Cambridge oder die London School of Economics werden wieder leichter zugänglich. Ob dies allerdings die grundsätzlichen Probleme des deutschen Bildungssystems löst, darf bezweifelt werden.
Was bleibt vom Brexit-Versprechen?
Die Erasmus-Rückkehr reiht sich ein in eine Serie von Zugeständnissen, die London seit dem Brexit machen musste. Die großspurigen Versprechen von einst – mehr Kontrolle, mehr Wohlstand, mehr Unabhängigkeit – haben sich für viele Briten als Luftschlösser erwiesen. Stattdessen zahlt das Land nun Hunderte Millionen Euro, um wieder Teil eines Programms zu sein, das es nie hätte verlassen müssen.
Für die europäische Jugend ist diese Entwicklung zweifellos positiv. Doch sie sollte auch als Mahnung dienen: Politische Entscheidungen, die aus ideologischer Verblendung getroffen werden, haben oft weitreichende Konsequenzen – und der Weg zurück ist meist teurer als der Verbleib.
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