
Bürokratie-Monster Brüssel: 83 Prozent der Unternehmer schlagen Alarm!

Europas Unternehmer stellen der EU ein schlechtes Zeugnis aus. In einer neuen Umfrage der Stiftung Familienunternehmen erklären 83 Prozent der Befragten, die Regulierungslast aus Brüssel bremse ihre Investitionen. Am schärfsten fällt das Urteil ausgerechnet in Deutschland aus.
2100 Unternehmer, ein eindeutiges Urteil
Für die Studie befragte Edelman Intelligence gemeinsam mit dem Ifo-Institut 2100 Unternehmer. Sie stammen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Polen und Schweden. Viele von ihnen führen Familienbetriebe, vom Mittelständler bis zum Großunternehmen, also genau die Firmen, die Europas Wirtschaft tragen.
Die Deutschen sind am pessimistischsten. Nur noch etwa die Hälfte glaubt laut der Erhebung, dass die bürokratische Last bis Jahresende sinkt. Anders gesagt: Jeder zweite deutsche Unternehmer hat die Hoffnung schon aufgegeben.
Sieben Prozent vom Umsatz für den Papierkram
Was das kostet, zeigt eine Zahl. Bei 34 Prozent der befragten deutschen Firmen fressen die gesetzlichen Vorgaben mehr als sieben Prozent des Umsatzes. Im Mittelstand liegt die Gewinnmarge oft kaum höher. Das Geld fehlt dann für neue Maschinen, neue Stellen und neue Ideen.
Dabei hatte Ursula von der Leyen den Abbau der Bürokratie zum Kernversprechen ihrer zweiten Amtszeit gemacht. Nach Angaben der EU-Kommission soll der Verwaltungsaufwand bis 2029 um 25 Prozent sinken, für kleine und mittlere Firmen sogar um 35 Prozent. Dafür schnürte Brüssel mehrere sogenannte Omnibus-Pakete.
Entlastung auf dem Papier, neue Regeln im Alltag
Die Wirtschaft spürt davon bislang wenig. Der BDI weist darauf hin, dass die Kommission allein im Jahr 2025 so viele Rechtsakte vorgeschlagen habe wie seit 2018 nicht mehr. Hinzu kämen seit 2021 jedes Jahr über 1200 delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte, also fast vier pro Tag. Wer so viel neu reguliert, kommt mit dem Aufräumen kaum hinterher.
Auch der Arbeitgeberverband BDA ist unzufrieden. Nach der Rede zur Lage der Union Mitte September warf Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Kommissionschefin vor, sie habe die Chance auf eine spürbare Entlastung erneut verpasst.
Ein Binnenmarkt, 27 Sonderwege
Ein Beispiel aus der Praxis ist die europäische Verpackungsverordnung. Eigentlich sollte sie einheitliche Regeln schaffen. Wer seine Waren aber in andere EU-Länder verkauft, muss sich grundsätzlich trotzdem in jedem nationalen Register eintragen. Für kleine Hersteller gibt es inzwischen Anpassungen und Ausnahmen. Das zeigt vor allem, dass die ursprüngliche Regel schlecht gemacht war.
Harald Marquardt, Vorstandschef der Marquardt-Gruppe, bringt das Problem auf den Punkt:
„Europa verspricht einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt, liefert in der Praxis aber häufig 27 nationale Sonderwege."
Wie er schildert, arbeitet in seinem Unternehmen seit 2024 ein fünfköpfiges Team nur an der Einführung der elektronischen Rechnung. Trotzdem müsse die Firma weiter unterschiedliche nationale Vorgaben erfüllen. Diese fünf Fachkräfte entwickeln also keine Produkte, sondern kümmern sich um Formulare.
Das Vertrauen in Brüssel schwindet
Die Unternehmer lehnen Europa dabei nicht ab. Den Binnenmarkt wollen die meisten Befragten grundsätzlich behalten. Dass die EU-Institutionen die versprochene Entlastung tatsächlich umsetzen, glauben laut Studie aber deutlich weniger.
Auch Berlin steht in der Pflicht. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat angekündigt, die Bürokratiekosten bis 2029 um 16 Milliarden Euro zu senken. Gleichzeitig nimmt sie über das Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe auf. Ob beides zusammenpasst, bezweifeln viele Beobachter. Für Unternehmer und Sparer bleibt vor allem eines: Sie müssen selbst vorsorgen. Wer staatlichen Versprechen nicht mehr traut, setzt häufig auf Werte, die keine Behörde beschließen kann. Physisches Gold und Silber können dabei ein Baustein in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.

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