
China-Dampfwalze rollt: Europa lÀuft die Zeit davon!

Die Frist lĂ€uft im Oktober ab, und Peking hat sich bislang keinen Millimeter bewegt. Im Juni hatte die EU China drei Monate gegeben, um die gewaltigen HandelsĂŒberschĂŒsse abzubauen. Stattdessen sind sie weiter gewachsen, gegenĂŒber Deutschland zuletzt um knapp 90 Prozent. BrĂŒssel muss sich jetzt entscheiden: weiter reden oder Zölle verhĂ€ngen.
Trumps Zollmauer lenkt Chinas Warenflut nach Europa um
Angefangen hat alles in Washington. US-PrÀsident Donald Trump warf Peking vor, Amerikas industrielle Basis ausgehöhlt zu haben, und hob die Zölle auf chinesische Waren drastisch an. Die Folgen waren heftig. Berichten zufolge brachen die US-UmsÀtze chinesischer Firmen zwischen Januar 2025 und Januar 2026 um etwa die HÀlfte ein.
Eine Volkswirtschaft, die so stark vom Export abhÀngt, braucht neue Abnehmer. Die fand China in Europa. Vom vierten Quartal 2024 bis zum zweiten Quartal 2026 legten die chinesischen Exporte in die EU um mehr als 10 Prozent zu. Besonders bitter ist, wo dieses Wachstum stattfindet: bei hochwertigen Industrieprodukten, also genau dort, wo Europa bisher stark war.
âDie chinesische Dampfwalzeâ: Warnrufe aus Paris und Frankfurt
Das französische Hochkommissariat fĂŒr Strategie und Planung legte im Februar 2026 einen Bericht mit dem vielsagenden Titel âDie chinesische Dampfwalzeâ vor. Darin hieĂ es, der Handel mit China bedrohe âdas HerzstĂŒck der europĂ€ischen Industrieâ.
Auch EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde warnte. Nach ihren Angaben konkurriert China inzwischen in knapp 40 Prozent der Branchen direkt mit dem Euroraum, in denen dieser einen Wettbewerbsvorteil hat. Anfang der 2000er-Jahre waren es noch rund 25 Prozent. Als besonders gefĂ€hrdet nennt die Notenbank die Autoindustrie und die Halbleiterfertigung, und damit das RĂŒckgrat des deutschen Wohlstands.
Die EuropĂ€er kritisieren vor allem zwei Praktiken. Die Chinesische Volksbank halte den Yuan kĂŒnstlich niedrig und verschaffe den eigenen Exporteuren so einen Preisvorteil. AuĂerdem subventioniere Peking gezielt ausgerechnet die Branchen, die am meisten exportieren.
Autozölle ohne Wirkung, PaketgebĂŒhr zeigt Wirkung
BrĂŒssels bisherige Bilanz fĂ€llt ernĂŒchternd aus. Seit Oktober 2024 gelten Strafzölle auf chinesische E-Autos, doch sie haben praktisch nichts bewirkt. Im Juli lagen die Lieferungen chinesischer Plug-in-Hybride in die EU um 118,3 Prozent ĂŒber dem Vorjahresmonat. In Frankreich betrug das Plus mehr als 1.000 Prozent. Nach Deutschland kamen fast 41 Prozent mehr Elektrofahrzeuge aus China.
Ganz anders sieht es bei der GebĂŒhr auf Kleinpakete aus, die seit Juli erhoben wird. Die Exporte billiger Waren brachen daraufhin um 30 bis 40 Prozent ein. Beobachter halten das fĂŒr eine bewusste Entscheidung Pekings. Auf den Ramschhandel kann China verzichten, nicht aber auf E-Autos, einen zentralen Baustein der Strategie âMade in China 2025â.
Peking stellt sich quer
Entgegenkommen ist nicht in Sicht. Laut dem Bericht hat Peking chinesischen Firmen und BĂŒrgern verboten, an der EU-SubventionsprĂŒfung zur geplanten Ăbernahme von Ceconomy durch JD.com mitzuwirken. Ceconomy ist die Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn. Chinas Justizministerium soll der EU eine âunzulĂ€ssige extraterritoriale Rechtsanwendungâ vorgeworfen und mit Vergeltung gedroht haben.
Von der Leyens groĂe Worte und die harte Wirklichkeit
KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen will nach eigenen Worten âalle Instrumenteâ nutzen. Ihr steht aber ein zĂ€hes Ringen mit 27 Regierungen bevor, und bis irgendeine MaĂnahme greift, vergehen Monate. Deutschlands Industrie hat diese Zeit eigentlich nicht mehr. Hohe Energiepreise, BĂŒrokratie und Abgaben setzen ihr ohnehin schon zu.
Ein neuer Handelskrieg dĂŒrfte kaum ohne SchĂ€den fĂŒr Lieferketten und Preise ausgehen. Wer sein Vermögen in solchen Zeiten absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle sind unabhĂ€ngig von Zollentscheidungen einzelner Regierungen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenstĂ€ndig recherchieren und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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