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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
16:28 Uhr

CIA wirbt offen um iranische Spione – während Trump mit Militärschlag droht

In einem bemerkenswert dreisten Schachzug hat der US-Geheimdienst CIA eine neue Rekrutierungsoffensive auf sozialen Medien gestartet, die sich gezielt an iranische Bürger richtet. Mitten in einer Phase maximaler militärischer Eskalation im Nahen Osten veröffentlichte die Agency detaillierte Anleitungen auf Farsi – der Landessprache des Iran –, wie potenzielle Informanten sicher Kontakt mit dem amerikanischen Spionagedienst aufnehmen können.

Offene Spionage-Anwerbung im digitalen Zeitalter

Was früher in schummrigen Hinterzimmern und über tote Briefkästen abgewickelt wurde, findet heute auf X, Instagram, Facebook, Telegram und YouTube statt. Die CIA veröffentlichte ihre Farsi-Botschaft am Dienstag auf sämtlichen großen Plattformen – ein Vorgehen, das in seiner Offenheit kaum zu überbieten ist. Die Agentur forderte interessierte Iraner auf, „angemessene Maßnahmen" zu ihrem eigenen Schutz zu ergreifen, bevor sie den Kontakt herstellen. Arbeitscomputer und persönliche Telefone sollten gemieden werden. Stattdessen empfahl der Geheimdienst die Nutzung neuer Wegwerfgeräte und vertrauenswürdiger VPN-Dienste – wohlgemerkt solche, die nicht in Russland, Iran oder China ihren Hauptsitz haben.

Wer sich meldet, solle seinen Standort, Namen, Berufsbezeichnung und den „Zugang zu Informationen oder Fähigkeiten, die für unsere Agentur von Interesse sind" angeben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Geheimdienst wirbt öffentlich um Verräter – und gibt dabei eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur konspirativen Kontaktaufnahme.

Trumps Drohkulisse als Katalysator

Die Rekrutierungskampagne kommt nicht von ungefähr. Präsident Donald Trump hat in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag unmissverständlich klargemacht, dass er der Islamischen Republik – die er als „größten Terrorismus-Sponsor der Welt" bezeichnete – unter keinen Umständen den Besitz von Atomwaffen gestatten werde. Teheran bestreitet bekanntlich, nach einem nuklearen Arsenal zu streben. Doch die massive Aufstockung amerikanischer Militärkräfte im Nahen Osten spricht eine andere Sprache.

Für Donnerstag waren Verhandlungen in Genf angesetzt, bei denen die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner auf den iranischen Außenminister Abbas Araqchi treffen sollten. Trump drohte unverhohlen mit militärischem Eingreifen, sollten die Gespräche scheitern – oder sollte Teheran Menschen hinrichten lassen, die wegen ihrer Teilnahme an den landesweiten Protesten im Januar festgenommen wurden.

Irans innenpolitische Zerreißprobe

Menschenrechtsorganisationen zufolge seien bei der Niederschlagung der Proteste Tausende Menschen ums Leben gekommen. Es handelte sich um die schwersten innenpolitischen Unruhen im Iran seit der Islamischen Revolution von 1979. Dass die CIA ausgerechnet in dieser Situation ihre Anwerbungsoffensive verstärkt, dürfte kein Zufall sein. Verunsicherte, desillusionierte Bürger eines autoritären Regimes sind seit jeher das bevorzugte Rekrutierungsmaterial westlicher Geheimdienste.

Ein Muster der Eskalation

Die Iran-Kampagne reiht sich in eine Serie ähnlicher CIA-Initiativen ein, die sich auch gegen China, Nordkorea und Russland richten. Es ist eine Strategie der offenen Provokation, die unter Trump eine neue Qualität erreicht hat. Während europäische Regierungen – allen voran die deutsche – noch immer auf diplomatische Leisetreterei setzen, demonstrieren die Vereinigten Staaten, dass sie bereit sind, sämtliche Instrumente der Macht einzusetzen.

Man mag von Trumps Außenpolitik halten, was man will – doch eines muss man ihm zugestehen: Er scheut sich nicht vor Klartext. Während in Berlin endlose Debatten über Gendersprache und Klimaneutralität geführt werden, werden in Washington Fakten geschaffen. Die Frage ist nur, ob diese Fakten am Ende zu einem stabileren Nahen Osten führen – oder ob sie das Pulverfass endgültig zur Explosion bringen. Die Geschichte lehrt, dass geheimdienstliche Einmischung in souveräne Staaten selten die erhofften Ergebnisse zeitigt. Doch in einer Welt, in der ein nuklear bewaffneter Iran eine existenzielle Bedrohung für die gesamte westliche Zivilisation darstellen könnte, erscheinen selbst unkonventionelle Maßnahmen als das kleinere Übel.

Die CIA selbst lehnte jeden Kommentar ab. Irans UN-Delegation reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Das Schweigen beider Seiten spricht Bände.

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