
Deutschlands gefährliche Schwäche: Wenn der Staat seine erste Pflicht vergisst

Es war der englische Staatsphilosoph Thomas Hobbes, der bereits 1651 in seinem epochalen Werk „Leviathan" eine bittere Wahrheit formulierte: Ohne staatlich garantierte Sicherheit drohe der „Krieg aller gegen alle". Der Bürger unterwerfe sich dem Staat – allerdings nur unter einer Bedingung: dass dieser im Gegenzug seine Unversehrtheit gewährleiste. Versagt der Staat bei dieser Kernaufgabe, so Hobbes weiter, sei der Bürger nicht länger zur Loyalität verpflichtet. Eine bemerkenswert aktuelle Feststellung – gerade mit Blick auf die deutsche Realität im Jahr 2026.
Die schöne Selbstvergewisserung der Bundesregierung
Auf der Website des Bundesinnenministeriums liest sich alles bestens: „Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt." Eine Behauptung, die jeden Spaziergang durch deutsche Innenstädte zur Realsatire werden lässt. Wer abends durch Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh oder Essen-Altendorf geht, mag zu einer anderen Einschätzung gelangen. Die Diskrepanz zwischen ministerieller Schönfärberei und dem Alltagsempfinden der Bürger könnte größer kaum sein.
Manuel Ostermann, Vize-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft und einer jener Beamten, die täglich auf der Straße sehen, was läuft, formuliert es unmissverständlich: Deutschland sei nicht mehr sicher. Die Politik habe über Jahrzehnte am öffentlichen Dienst gespart – mit fatalen Folgen. Besonders deutlich werde dies an einem Punkt, den die etablierte Politik bis heute nur ungern beim Namen nenne: Die Migrationskrise habe sich, so Ostermann, zunehmend zu einer Kriminalitätskrise entwickelt.
Wenn Bürger sich in ihrem eigenen Land fremd fühlen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur noch rund 56 Prozent der Deutschen fühlen sich in ihrem Bundesland sicher – Tendenz fallend. Die Ursachen sind bekannt, werden aber von Teilen des politischen Berlins nach wie vor verdrängt: Messerangriffe, Gruppenvergewaltigungen, Drogenkriminalität, islamistische Anschläge wie in Solingen oder Mannheim. Ganze Stadtviertel, insbesondere im Ruhrgebiet, sind faktisch unter die Kontrolle krimineller Clans geraten. Der Staat erscheint dort machtlos – oder genauer: Er hat sich zurückgezogen.
Es ist eine bittere Wahrheit, dass eine Mehrheit der Bevölkerung ein deutlich entschlosseneres Vorgehen der Polizei fordert, während die Politik sich in Sprachregelungen und Lagebildverklärungen verliert. Aus falsch verstandener Liberalität werde, so klagen viele Bürger, nicht konsequent abgeschoben, was abgeschoben gehöre. Wer den Ast absäge, auf dem er sitze, müsse sich über den Absturz nicht wundern.
Die Bundeswehr: Bedingt abwehrfähig – wieder einmal
1962 brachte der „Spiegel" eine legendäre Titelgeschichte: „Bedingt abwehrbereit". Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ließ daraufhin den Verleger Rudolf Augstein verhaften, musste selbst nach elf Tagen zurücktreten. Mehr als sechs Jahrzehnte später ist die Lage kaum besser – eher schlimmer. Eine aktuelle Insa-Umfrage zeigt: Lediglich 17 Prozent der Befragten glauben, dass die Bundeswehr Deutschland im Ernstfall verteidigen könnte. 72 Prozent halten dies für ausgeschlossen.
Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort führt direkt in die Merkel-Ära, in der eine pazifistisch grundierte Nachlässigkeit selbst Teile der Union erfasste. Verheerend wirkte die Abschaffung der Wehrpflicht 2011 durch den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Sie trieb Deutschland endgültig in die sicherheitspolitische Abhängigkeit der USA, ließ Ausrüstung und Logistik verkümmern und verhinderte, dass Generationen junger Männer politisch und staatsbürgerlich geschult wurden. Heute beklagt man die mangelnde demokratische Verankerung der Jugend – und wundert sich.
100 Milliarden – und schon wieder zu wenig
Die Kanzler Scholz und Merz haben das Problem erkannt und – ganz in deutscher Tradition – mit Geld zugedeckt. Doch das 2022 beschlossene Sondervermögen von 100 Milliarden Euro war bereits im Sommer 2024 absehbar bis spätestens 2027 verbraucht. Merz versprach in seiner Regierungserklärung im Mai 2025 vollmundig: „Stärke schreckt Aggression ab. Schwäche hingegen lädt zur Aggression ein." Wahre Worte – nur fehlt die Substanz dahinter.
Das aktuelle Nato-Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts würde gewaltige neue Schulden bedeuten. Die von US-Präsident Trump geforderten 5 Prozent kämen Deutschland auf jährlich rund 225 Milliarden Euro zu stehen – eine schlicht nicht finanzierbare Summe. Während Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Hensoldt sich angesichts vervielfachter Aktienkurse die Hände reiben, soll der deutsche Steuerzahler die Zeche zahlen. Das angekündigte 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität kommen obendrauf. Und Friedrich Merz hatte im Wahlkampf doch versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Was sind Versprechen in Berlin überhaupt noch wert?
Personal? Fehlanzeige. Strukturen? Verkauft.
Es fehlt nicht nur an Geld, sondern vor allem an Menschen. Die Bundeswehr verfügt über rund 180.000 Soldaten, gebraucht würden 250.000. Die Bewerberzahlen reichen vorne und hinten nicht. Wehrersatzämter wurden abgeschafft, Kasernen und Liegenschaften verkauft, die Ausbilderstrukturen sind weitgehend abgewickelt. Eine Wiedereinführung der Wehrpflicht – oder besser noch eines verpflichtenden Dienstjahres mit Wahlmöglichkeit zwischen Wehr- und Zivildienst – wäre überfällig. Sie würde nicht nur militärische Kapazitäten schaffen, sondern auch jungen Menschen wieder einen Bezug zu ihrem Land und seinen Institutionen geben.
Was bleibt: Vermögen schützen, solange man kann
Wenn der Staat seine zentrale Aufgabe – die Gewährleistung von Sicherheit – nur noch eingeschränkt erfüllt, wenn die Schuldenberge ins Astronomische wachsen und die Inflation als unsichtbarer Vermögensvernichter um sich greift, dann stellt sich für den Bürger zwangsläufig die Frage nach der eigenen Vorsorge. Vertrauen in die staatlichen Institutionen ist eine kostbare Ressource – und sie schwindet rapide. Wer sein Erspartes vor den Folgen politischer Fehlentscheidungen schützen will, tut gut daran, auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie auch dann ihren Wert behalten, wenn Staaten wanken, Währungen erodieren und politische Versprechen platzen. Sie sind kein Allheilmittel, aber eine vernünftige Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio – gerade in Zeiten, in denen die Sicherheitsarchitektur unseres Landes erkennbar Risse zeigt.
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