
Diesel-Poker in Washington: Wird Tanken in Deutschland noch teurer?

US-Präsident Donald Trump will die amerikanischen Dieselexporte drosseln, und Brüssel ist alarmiert. Die EU-Kommission nannte den Vorstoß am Donnerstag eine „schlechte Idee“, die beiden Seiten des Atlantiks schaden könne. Für Europas Autofahrer, Spediteure und Landwirte geht es dabei um viel Geld: Der Diesel kostet in der EU schon jetzt so viel wie nie zuvor.
Rekordpreise an der Zapfsäule
Laut einer AFP-Auswertung von Kommissionsdaten lag der Liter Diesel im Schnitt der 27 EU-Staaten zuletzt bei 2,23 Euro, ein Rekordwert. Getrieben werden die Preise vom Krieg im Nahen Osten und den Folgen des US-Iran-Kriegs, der Ende Februar begann.
Besonders brisant ist, dass im August rund die Hälfte aller Dieselimporte der EU aus den USA kam. Fährt Washington die Lieferungen zurück, trifft das Europa an einer empfindlichen Stelle. Anders als die Amerikaner ist der Kontinent in hohem Maß von Einfuhren abhängig.
Diese Abhängigkeit ist hausgemacht. Seit dem Embargo gegen russische Ölprodukte im Februar 2023 hat Europa seinen Dieselbedarf zunehmend über Lieferungen aus Übersee gedeckt. Die Frage nach eigener Versorgungssicherheit haben Berlin und Brüssel dabei lange hintangestellt. Jetzt rächt sich das.
Brüssel schickt Warnsignale über den Atlantik
Kommissionssprecher Olof Gill machte die Haltung der EU unmissverständlich klar:
„Wir halten das für eine schlechte Idee. Wir glauben, dass dies beiden Seiten schaden kann. Das sagen wir unseren US-Partnern auf höchster Ebene.“
Er erwarte, dass enge Partner sich abstimmten, bevor sie gemeinsame Märkte beeinflussten, sagte Gill. Internationalen Medienberichten zufolge soll Trump ein Exportverbot für 90 Tage ins Spiel gebracht haben, also genau für die Zeit bis zu den Kongresswahlen im November. Dort droht den Republikanern wegen der steigenden Spritpreise der Verlust ihrer Mehrheit.
Ist das Energiepolitik oder Wahlkampf? Beobachter sehen in dem Vorstoß vor allem ein innenpolitisches Manöver auf Kosten der Verbündeten.
Washington rudert halb zurück
US-Energieminister Chris Wright versuchte am 23. September, die Wogen zu glätten. Ein vollständiges Exportverbot sei nicht geplant, sagte er am Rande der UN-Generalversammlung. Stattdessen solle es gezielte Beschränkungen geben, und bestimmte Ausfuhren sollten weiterhin möglich bleiben.
Die Maßnahmen sollten zudem freiwillig sein und eher auf Absprachen mit der Industrie beruhen als auf staatlichem Zwang. Wright räumte ein, man wisse, wie komplex Raffinerien arbeiteten. Die Details blieben allerdings vage. Wie weit die Beschränkungen am Ende reichen würden, ist offen.
Ölindustrie probt den Aufstand
Ungewöhnlich scharf fällt die Kritik der US-Branche aus. Es ist eine der heftigsten Reaktionen der Industrie seit Trumps Rückkehr ins Amt. Die Unternehmen warnen, geringere Exporte könnten unvorhergesehene Folgen haben und am Ende sogar die Inlandspreise in die Höhe treiben. Einige Verbände weisen zudem darauf hin, dass abgestimmte Beschränkungen zwischen Raffinerien kartellrechtliche Probleme aufwerfen könnten.
Der American Exploration & Production Council forderte, die Politik solle den „kurzsichtigen Ansatz“ verwerfen und sich auf Lösungen konzentrieren, die die Preise wirklich senkten. Die Branche nennt mehr Förderung und weniger Regulierung. Das ist ein Rezept, das man sich in Brüssel und Berlin ebenfalls öfter zu Herzen nehmen könnte.
Was das für deutsche Verbraucher bedeutet
Für Pendler, Handwerker und den Mittelstand in Deutschland ist das eine schlechte Nachricht. Sie zahlen neben dem Weltmarktpreis ohnehin schon Energiesteuer und CO₂-Abgabe. Jede weitere Verknappung schlägt direkt auf Transportkosten und Lebensmittelpreise durch und heizt damit die Inflation an.
Der Fall zeigt, wie verwundbar Europas Wohlstand durch politische Entscheidungen anderswo geworden ist. Wer sein Erspartes gegen Kaufkraftverlust und geopolitische Schocks absichern möchte, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen in Betracht ziehen. Sie gelten seit Jahrhunderten als krisenfester Wertspeicher.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.
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