
Energie-Wende mit Hirn: Während Deutschland abschaltet, steigt Griechenland in die Kernkraft ein
Es ist eine bemerkenswerte Volte, die da gerade am Mittelmeer vollzogen wird. Ausgerechnet Griechenland, jenes Land, das gerne als sonnenverwöhntes Paradies für Wind- und Solarromantiker gilt, denkt nun laut über den Einstieg in die Kernenergie nach. Der konservative Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verkündete beim Nuclear Energy Summit in Paris die Einrichtung einer Ministerialkommission, die klären soll, ob Atomkraft – allen voran moderne Kleinreaktoren – künftig fester Bestandteil der griechischen Stromversorgung werden könnte.
Von der kategorischen Absage zum kühnen Kurswechsel
Noch im Jahr 2021 hatte derselbe Mitsotakis verkündet, sein Land werde niemals Kernkraftwerke besitzen. Niemals – ein großes Wort in der Politik, das selten lange hält. Fünf Jahre später ist von dieser Gewissheit nichts mehr übrig. Stattdessen die nüchterne Erkenntnis: Wer eine moderne Industrienation mit zuverlässigem Strom versorgen will, kommt um wetterunabhängige Technologien schlichtweg nicht herum. Eine Einsicht, die in Athen offenbar reift, während sie in Berlin auf Jahre hinaus tabuisiert bleibt.
„Griechenland hat keine Kernkraftwerke, und wir werden auch niemals welche haben“ – so klang es 2021 noch aus dem Mund des Premiers. Die Realität holt ideologische Absolutheitsansprüche eben doch ein.
Die Vernunft kehrt zurück – nur nicht in Deutschland
Während ganz Europa langsam erkennt, dass eine sichere Stromversorgung sich nicht allein auf Sonne und Wind stützen lässt, hat sich die Bundesrepublik bekanntlich für den entgegengesetzten Weg entschieden. Deutschland hat seine letzten leistungsfähigen Kernkraftwerke abgeschaltet, vom Netz genommen, zurückgebaut – ein energiepolitisches Husarenstück, das uns als teures Mahnmal grüner Ideologie erhalten bleiben wird. Andere Länder bauen auf, wir bauen ab. Wer hier den Kopf schüttelt, ist in bester Gesellschaft.
Athen will im Zentrum seiner Überlegungen die sogenannten Small Modular Reactors stehen sehen – kleinere, industriell vorgefertigte Reaktoren, die in kürzeren Bauzeiten und mit geringerem Investitionsrisiko errichtet werden können. Eine erste Machbarkeitsstudie wird nach Angaben der US-Handelsbehörde für 2026 oder 2027 erwartet, ein möglicher Einsatz nach 2030.
Hürden bleiben bestehen
Der Weg dorthin ist freilich kein Spaziergang. Griechenland verfügt bislang über keinerlei kommerzielle Atomkraftwerke. Das Land müsste einen regulatorischen Rahmen schaffen, Fachkräfte ausbilden, Standorte auswählen sowie Fragen der Brennstoffversorgung und Entsorgung klären. Die Internationale Atomenergiebehörde rechnet bei Staaten ohne eigene Kernkraftwerke mit einer Aufbauzeit von zehn bis fünfzehn Jahren. Hinzu kommt: Griechenland zählt zu den erdbebenaktivsten Regionen Europas, was hohe Anforderungen an Sicherheit und Notfallkonzepte stellt.
Gleichzeitig will Athen die schmutzige Braunkohleverstromung bis 2028 beenden – und sucht händeringend nach Wegen, die Versorgung dauerhaft abzusichern. Dass dabei die Kernkraft wieder ins Spiel kommt, ist ein deutliches Signal: Die ideologische Verteufelung der Atomenergie weicht zunehmend einem pragmatischen Blick auf die Realität.
Ein Lehrstück für Berlin
Was sich am Mittelmeer abzeichnet, sollte den Verantwortlichen in der deutschen Hauptstadt zu denken geben. Während andere Nationen die Kernenergie als Baustein einer sicheren und bezahlbaren Stromversorgung entdecken, hält Deutschland an einem Sonderweg fest, der Strompreise treibt und die Industrie schwächt. Die Frage, wer hier am Ende klüger gehandelt hat, dürfte sich in wenigen Jahren von selbst beantworten.
In Zeiten, in denen energiepolitische Weichenstellungen ganze Volkswirtschaften auf Jahrzehnte prägen, lohnt es sich, das eigene Vermögen breit aufzustellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Generationen hinweg als bewährter Anker zur Vermögenssicherung erwiesen – unabhängig von politischen Moden und ideologischen Irrwegen. Als sinnvolle Beimischung zu einem gesund gestreuten Portfolio bieten sie einen verlässlichen Schutz gegen die Unwägbarkeiten unserer Zeit.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Inhalte entsprechen der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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