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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
21:03 Uhr

Energiekrise in Österreich: Wien ruft Bürger zum ganztägigen Stromsparen auf – ein Armutszeugnis europäischer Energiepolitik

Was wie eine Meldung aus einem Entwicklungsland klingt, ist bittere Realität im Herzen Europas: Die österreichische Regierung fordert ihre Bevölkerung auf, zwischen 6 und 24 Uhr – also praktisch den gesamten Tag – Strom zu sparen. Wäsche solle man gefälligst am Wochenende waschen, das Duschen auf den späten Abend verschieben. Man reibt sich die Augen. Ist das wirklich Österreich im Jahr 2026 – oder ein Szenario aus einem dystopischen Roman?

Gasspeicher auf bedrohlichem Tiefstand

Der Hintergrund dieser beispiellosen Aufforderung ist so alarmierend wie vorhersehbar. Die österreichischen Gasspeicher waren am Montag im Durchschnitt nur noch zu rund 39 Prozent gefüllt – eine Restmenge von gerade einmal 39,35 Terawattstunden. Noch Mitte Februar 2025 hatte der Füllstand bei knapp 55 Prozent gelegen. Ein dramatischer Rückgang, der die Verwundbarkeit der europäischen Energieversorgung schonungslos offenlegt.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Betreiber des Sefe-Gasspeichers im österreichischen Haidach – das Energieunternehmen Securing Energy for Europe – technische Störungen meldete. Vorübergehend könne weniger Gas nach Bayern geliefert werden. Eine Nachricht, die auch Deutschland aufhorchen lassen sollte, denn die Lage diesseits der Grenze ist keineswegs besser.

Deutschland: Speicher unter der gesetzlichen Mindestmarke

In Deutschland lag der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher Anfang Februar bei mageren 31 Prozent. Mehrere Speicher hätten bereits die gesetzlich vorgeschriebene Marke von 30 Prozent unterschritten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Gesetzliche Mindestfüllstände werden unterschritten, und die politisch Verantwortlichen reagieren mit Beschwichtigungen. Der Präsident der Bundesnetzagentur erklärte seelenruhig, die Erdgasspeicher seien „nicht mehr der allein entscheidende Indikator". Das Bundeswirtschaftsministerium verwies auf die schwimmenden Flüssiggasterminals. Als ob ein paar LNG-Terminals die jahrzehntelang aufgebaute und mutwillig zerstörte Gasinfrastruktur ersetzen könnten.

Die Quittung für ideologische Energiepolitik

Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die logische Konsequenz einer Energiepolitik, die sich mehr an ideologischen Wunschträumen als an physikalischen und ökonomischen Realitäten orientiert hat. Rund 22 Prozent des Stroms werden in Deutschland aus Gas erzeugt. Wer gleichzeitig Kernkraftwerke abschaltet, Kohlekraftwerke stilllegt und die Abhängigkeit von russischem Gas durch teurere Alternativen ersetzt, der darf sich über leere Speicher und Sparappelle nicht wundern. Die Frühwarnstufe Gas gilt in Deutschland bereits seit längerem – ein stiller Alarm, den die breite Öffentlichkeit kaum wahrnimmt.

Erinnern wir uns: Bereits 2022 wurden unter dem Eindruck der Energiekrise Temperaturvorgaben für öffentliche Gebäude erlassen. Der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann empfahl den Bürgern allen Ernstes den Waschlappen als Alternative zur Dusche. Was damals als groteske Anekdote belächelt wurde, scheint sich nun als europäischer Normalzustand zu etablieren.

Europa im energiepolitischen Blindflug

Die Situation offenbart ein fundamentales Versagen der europäischen Energiestrategie. Während China seine Stromerzeugungskapazitäten massiv ausbaut und mittlerweile doppelt so viel Elektrizität produziert wie die USA, diskutiert Europa darüber, wann seine Bürger duschen dürfen. Die Zerstörung ukrainischer Gasspeicher, die Abkopplung von russischen Energielieferungen ohne adäquaten Ersatz, die ideologisch motivierte Abschaltung grundlastfähiger Kraftwerke – all das rächt sich nun mit brutaler Konsequenz.

Polen, das stets damit prahlte, auf russisches Gas zu verzichten, weicht längst auf deutsche Kapazitäten aus. Deutschland wiederum setzt verstärkt auf norwegisches Gas. Ein Dominoeffekt der Abhängigkeiten, der die gesamte europäische Versorgungssicherheit ins Wanken bringt. Und der steigende Eigenbedarf der USA an Energie dürfte die Hoffnung auf unbegrenzte LNG-Lieferungen über den Atlantik als das entlarven, was sie ist: eine Illusion.

Die Bürger zahlen die Zeche

Am Ende sind es wie immer die einfachen Bürger, die die Rechnung für das politische Versagen präsentiert bekommen. Familien, die ohnehin jeden Cent umdrehen müssen, sollen nun auch noch ihren Tagesablauf nach den Launen einer gescheiterten Energiepolitik ausrichten. Kalt duschen, Wäsche am Wochenende waschen, Strom sparen von morgens bis abends – das ist die Realität im Europa des Jahres 2026. Und die politisch Verantwortlichen? Die sitzen in ihren beheizten Büros und verkünden, dass alles unter Kontrolle sei.

Es ist höchste Zeit, dass die europäischen Regierungen ihre energiepolitischen Irrwege korrigieren. Versorgungssicherheit muss wieder Vorrang vor Ideologie haben. Denn eine Industrienation, die ihren Bürgern vorschreibt, wann sie duschen dürfen, hat den Anspruch auf diesen Titel bereits verwirkt. Die Menschen in Österreich und Deutschland haben etwas Besseres verdient als Politiker, die das Licht ausknipsen und hoffen, dass es niemand bemerkt.

In Zeiten derart fundamentaler Unsicherheit bei der Energieversorgung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Während Energiepreise explodieren und die Kaufkraft des Euro weiter erodiert, haben sich Gold und Silber über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von politischen Fehlentscheidungen und ideologischen Experimenten.

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