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16.10.2026
06:16 Uhr
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Fed-Chef Warsh schweigt eisern: Gold trotzt dem Zins-Poker!

Fed-Chef Warsh schweigt eisern: Gold trotzt dem Zins-Poker!
Symbolbild: KI-generiert

Kein Wink, kein Versprechen, keine HintertĂŒr: Fed-Chef Kevin Warsh hat sich bei der Jahrestagung des Internationalen WĂ€hrungsfonds in Bangkok geweigert, sich auf den nĂ€chsten Zinsschritt festzulegen. Die Sitzungen am 27. und 28. Oktober sowie im Dezember seien völlig offen. Damit rĂŒcken die Konjunkturdaten der kommenden Wochen in den Mittelpunkt, und der Goldpreis muss sich in einem nervösen Markt behaupten.

Schluss mit der Wahrsagerei aus Washington

Jahrelang haben die MĂ€rkte an den Lippen der Notenbanker gehangen, um den nĂ€chsten Zinsschritt herauszuhören. Warsh will das offenbar beenden. Medienberichten zufolge habe er sinngemĂ€ĂŸ erklĂ€rt, die Fed sei „nicht mehr in diesem GeschĂ€ft“. Er wolle Entscheidungen nicht vorwegnehmen, um die PreisstabilitĂ€t ohne verfrĂŒhte Festlegungen zu sichern.

Das hat Folgen. Ohne Fingerzeig von oben wird jede neue Inflations- und Arbeitsmarktzahl selbst zum Taktgeber fĂŒr kurzlaufende US-Staatsanleihen, fĂŒr den Dollar und fĂŒr das Gold. Wer auf Ruhe gehofft hatte, wird enttĂ€uscht.

Zugleich erklÀrte Warsh, die Weltwirtschaft entwickle sich seit der September-Sitzung weitgehend so, wie die Fed es erwartet habe. Im Klartext: Der damalige straffe Zinspfad bleibt die Messlatte.

Die Zinswende rĂŒckwĂ€rts

Zur Erinnerung: Im September hat die Fed die Leitzinsspanne um einen Viertelpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Es war die erste Zinserhöhung seit 2023. Die Mehrheit der Notenbanker stellte mindestens einen weiteren Schritt noch in diesem Jahr in Aussicht.

Die Inflationsdaten liefern dafĂŒr Munition. Medienberichten zufolge stiegen die US-Verbraucherpreise im September um 3,7 Prozent, mehr als erwartet. Am Markt wurde daraufhin wieder auf eine Erhöhung schon im Oktober gewettet. Cleveland-Fed-PrĂ€sidentin Beth Hammack stellte zuletzt sogar offen die Frage, ob die Geldpolitik angesichts der hartnĂ€ckigen Inflationsrisiken ĂŒberhaupt straff genug sei.

Öl, Iran und die Kostenlawine

Dazu kommt der Krieg. Der Konflikt mit dem Iran treibt die Treibstoffpreise und damit auch die Inflationserwartungen nach oben. FĂŒr Gold wirkt dieser Angebotsschock in zwei Richtungen: Er steigert die Nachfrage nach Sachwerten. Er erhöht aber auch das Risiko, dass die Zinsen lange hoch bleiben.

KI-Boom: Erst heizt er ein, dann kĂŒhlt er ab

AusfĂŒhrlich sprach Warsh ĂŒber kĂŒnstliche Intelligenz. Laut Berichten nannte er sie die folgenreichste wirtschaftliche VerĂ€nderung, die er erlebt habe. Vor zu frĂŒhen Hoffnungen auf eine ProduktivitĂ€tswelle warnte er dennoch. ZunĂ€chst treibe KI ĂŒber gewaltige Investitionen die Nachfrage an. Erst spĂ€ter entlaste sie die Angebotsseite.

Kurzfristig wirkt der Ausgabenboom also preistreibend. Das passt zu Warshs EinschĂ€tzung, dass das aktuelle Zinsniveau die US-Wirtschaft keineswegs abwĂŒrge. Mehr Klarheit soll eine Fed-Anhörung am 16. November in der San Francisco Bay Area bringen.

Gold beweist NervenstÀrke

Bemerkenswert ist, wie gut sich das Edelmetall hÀlt. Nach den unerwartet hohen Inflationsdaten war Gold Berichten zufolge zeitweise um bis zu 2,1 Prozent unter 4.100 US-Dollar je Unze gefallen. Nach Warshs Auftritt erholte sich der Preis wieder Richtung 4.200 Dollar. Geholfen haben zwischenzeitlich sinkende Renditen, ein schwÀcherer Dollar und die anhaltende Suche nach sicheren HÀfen.

Das zeigt: Selbst steigende Zinsen bringen Gold nicht so einfach ins Wanken. Bis zum Zinsentscheid am 28. Oktober bestimmen nun Konjunkturdaten und Ölpreis, ob die StĂŒtzen des Goldmarkts dem Zinsdruck standhalten. Wer sein Vermögen gegen Inflation, Kriegsrisiken und launische Notenbanken absichern will, findet in physischem Gold und Silber eine bewĂ€hrte Beimischung fĂŒr ein breit gestreutes Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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