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11.10.2026
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Feuer-Anschlag in Frankfurt: Wer zündet Rollstühle für die Ukraine an?

Feuer-Anschlag in Frankfurt: Wer zündet Rollstühle für die Ukraine an?
Symbolbild: KI-generiert

Mitten in der Nacht auf Freitag ist in Frankfurt am Main ein Lager mit Hilfsgütern für die Ukraine in Flammen aufgegangen. Betroffen ist ein Gebäude auf dem Gelände der Viktor-Frankl-Schule im Stadtteil Dornbusch. Die Kriminalpolizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz.

Großeinsatz bis in den Abend

Gegen 2.30 Uhr schlugen die Flammen hoch. Mehr als 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten an. Sie sollten vor allem verhindern, dass das Feuer auf die Nachbargebäude der Schule übergreift. Das gelang. Für das Lager selbst kam jede Hilfe zu spät.

Erst am Freitagabend war der Einsatz beendet. Bis dahin hatten Feuerwehrleute und Helfer des THW die Ruine nach letzten Glutnestern abgesucht. Das betroffene Gebäude wird derzeit nicht für den Unterricht genutzt. Einige Räume dienten der Initiative „Frankfurt for Ukraine“ als Zwischenlager für Spenden.

Rollstühle, Kerzen, Feuerwehrausrüstung: alles verbrannt

Was dort verbrannte, war kein Kriegsgerät. Es waren gebrauchte Rollstühle, Gehhilfen, medizinische Geräte und Medienberichten zufolge auch Windeln. Dazu kam ausrangierte Feuerwehrausrüstung, die deutschen Normen nicht mehr genügt, in ukrainischen Städten aber dringend gebraucht wird. Empfänger sollten Krankenhäuser und Stadtverwaltungen sein.

Zuletzt hatten die Ehrenamtlichen sogar Kerzen gesammelt. Der Grund: Wenn es kalt wird, greift Russland vermehrt die ukrainische Energieversorgung an, und dann fällt immer wieder der Strom aus. Schon in der kommenden Woche hätte die Ladung losfahren sollen. Es wäre die sechste Hilfslieferung der Initiative in diesem Jahr gewesen.

Ein Sprecher der Initiative sprach gegenüber dem Hessischen Rundfunk von einer Katastrophe:

„Es ist eine Katastrophe für alle Helferinnen und Helfer, die sich seit Monaten, seit Jahren sich hier einbringen. Das war natürlich ein Schlag, das müssen wir noch verarbeiten.“

Spur in den Osten?

Wer hinter der Tat steckt, ist offen. Weil die Hilfsgüter für die Ukraine bestimmt waren, liegt ein politisches Motiv allerdings nahe. Deshalb hat der Staatsschutz den Fall übernommen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Ein Blick auf ähnliche Fälle macht nachdenklich. Seit einiger Zeit warnen Sicherheitsbehörden in mehreren europäischen Ländern vor sogenannten „Wegwerfagenten“. Gemeint sind Gelegenheitstäter, die russische Geheimdienste nach Erkenntnissen der Ermittler über das Internet anwerben. Gegen viel Geld sollen sie Feuer legen. Im Visier stehen meist Rüstungsfirmen, kritische Infrastruktur oder Menschen, die öffentlich gegen den Kreml auftreten.

London und München als Warnsignal

Im März 2024 brannte in London eine Lagerhalle, in der unter anderem Generatoren und Starlink-Empfänger für die Ukraine lagerten. Sechs Männer wurden später verurteilt. Die Drahtzieher räumten vor Gericht ein, im Auftrag der vom russischen Staat finanzierten Söldnertruppe Wagner gehandelt zu haben. Sie müssen lange in Haft.

Vor wenigen Wochen nahm die Polizei in München zwei Bulgaren fest. Sie sollen Brandsätze auf eine Baustelle des Elektronikherstellers Rohde & Schwarz geworfen haben, der auch die Bundeswehr beliefert. Auch hier gibt es nach Angaben der Sicherheitsbehörden Hinweise darauf, dass der russische Geheimdienst den Anschlag angestoßen haben könnte. Das Verfahren läuft noch.

Wie gut schützt der Staat seine Bürger?

Ob der Frankfurter Brand in diese Reihe gehört, müssen die Ermittler klären. Vorverurteilungen helfen niemandem. Eines zeigt der Fall aber jetzt schon: Deutschland ist längst Schauplatz eines verdeckten Konflikts. Die Ziele sind nicht nur Rüstungsfirmen, sondern auch private Helfer, die ihre Freizeit opfern.

Berlin redet viel über Sicherheit, über Milliardenprogramme und Zeitenwende. Für viele Bürger bleibt die Frage, warum dann ein Lager voller Rollstühle mitten in einer deutschen Großstadt nachts abbrennen kann, ohne dass jemand es bemerkt. Wer im Ernstfall ganz praktisch hilft, sind am Ende Bürger, die anpacken. Gerade sie hätten einen Staat verdient, der sie schützt.

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