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Feuer-Anschlag auf Starlink-Station: Spur führt nach Deutschland!

Feuer-Anschlag auf Starlink-Station: Spur führt nach Deutschland!
Symbolbild: KI-generiert

Polens Ministerpräsident Donald Tusk meldet die Festnahme zweier mutmaßlicher Saboteure, und zwar nicht in Polen, sondern in Deutschland. Die beiden türkischen Staatsbürger sollen am 23. September eine Starlink-Station rund 50 Kilometer südlich von Warschau in Brand gesteckt haben. Warschau will sie vor die eigene Justiz stellen.

Zugriff am Bahnhof von Nürtingen

Nach Angaben des polnischen Regierungschefs nahm die deutsche Polizei die Männer auf Antrag polnischer Geheimdienste fest. Mehreren Medienberichten zufolge klickten die Handschellen am Bahnhof im baden-württembergischen Nürtingen. Ausgerechnet eine beschauliche Kleinstadt am Neckar wird damit zum Schauplatz eines Falls, der bis tief in den Ukraine-Krieg hineinreicht.

Damit ist es aber nicht vorbei. Berichten zufolge soll die Polizei in Berlin-Spandau einen weiteren Verdächtigen gefasst haben. Er könnte die beiden anderen Männer gefahren haben. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung, denn eine Anklage oder gar ein Urteil gibt es bisher nicht.

Strom gekappt, Generator zerstört

Laut der polnischen Regierung zerstörte das Feuer in der Woiwodschaft Masowien die Stromversorgung der Anlage und ihren Generator. Wie berichtet wird, war auch ein Notstromaggregat betroffen. Warschau hatte schon kurz nach dem Brand von einem wahrscheinlichen Sabotageakt gesprochen. Ein Ausfall der Station hätte die Internetversorgung beeinträchtigen können.

Warum sorgt ein abgelegenes Technikgelände für so viel Aufregung? Nach Angaben der polnischen Behörden leitete die Anlage Daten durch Polen bis in die Ukraine. Sie trage auch zur Sicherheit des ukrainischen Internetbetriebs bei.

Die digitale Lebensader der Ukraine

Seit Beginn der russischen Invasion zählen die Satellitenverbindungen von Elon Musks Dienst zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln der ukrainischen Streitkräfte. Über sie läuft ein Teil der Kommunikation an der Front, außerdem helfen sie Angaben aus dem Umfeld des Systems zufolge beim Einsatz von Drohnen. Wer hier zuschlägt, trifft keine bloße Technik, sondern einen Nerv der ukrainischen Verteidigung. Fällt eine einzelne Station aus, bricht zwar nicht zwangsläufig das ganze Netz zusammen. Lokale Störungen sind aber möglich.

Warschau zeigt auf Moskau

Die polnische Regierung sieht in dem Brand einen Baustein in einem Muster hybrider Angriffe und vermutet Russland dahinter. Medienberichten zufolge nennt Warschau ausdrücklich russische Geheimdienste. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Ob die Verdächtigen einen Auftraggeber hatten, ist bisher nicht belegt.

Polen ist das logistische Drehkreuz der westlichen Ukraine-Hilfe, und gerade deshalb ist das Land nach Ansicht vieler Sicherheitsexperten ein bevorzugtes Ziel solcher Schattenoperationen. Schon in den vergangenen Jahren hat Warschau mehrere Brände und Anschläge auf Infrastruktur russischen Auftraggebern zugeschrieben. Kritiker warnen seit Langem, Europa unterschätze diese Form der Kriegsführung unterhalb der Schwelle des offenen Konflikts.

Und Deutschland? Wieder nur Durchgangsstation?

Für Berlin ist der Fall unbequem. Die mutmaßlichen Täter wurden nämlich nicht an der polnischen Grenze aufgegriffen, sondern mitten in Deutschland, und zwar erst auf Hinweis ausländischer Dienste. Viele Bürger dürften sich fragen, wie gut die deutschen Sicherheitsbehörden tatsächlich über solche Netzwerke im eigenen Land Bescheid wissen. Die Bundesregierung redet gern über die "Zeitenwende". Beim Schutz kritischer Infrastruktur wirkt sie aber oft wie ein Zuschauer, der erst reagiert, wenn der Partner anruft.

Der Fall zeigt allerdings auch, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Nachrichtendiensten funktionieren kann. Jetzt kommt es darauf an, wie belastbar die Beweise für die Brandstiftung sind, ob es Verbindungen zu Hintermännern gibt und welches Land juristisch zuständig ist. Der nächste konkrete Schritt wäre die von Warschau angekündigte Überstellung an die polnische Justiz.

Eines steht schon jetzt fest: Die Frontlinie des Ukraine-Kriegs verläuft längst nicht mehr nur im Donbass. Sie zieht sich auch durch Umspannwerke, Bahnstrecken und Datenleitungen mitten in Europa, und offenbar bis zum Bahnsteig in Nürtingen.

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