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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
05:57 Uhr
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Gas-Alarm vor dem Winter: EU verbietet, Ersatz bleibt offen

Gas-Alarm vor dem Winter: EU verbietet, Ersatz bleibt offen
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Gasspeicher sind so leer wie seit der Energiekrise nicht mehr – und ab 2027 kappt die EU endgültig die russischen Lieferungen. Nach Daten von Gas Infrastructure Europe lagen die deutschen Speicherstände Anfang der Woche bei rund 49,9 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt 2025 waren es knapp 67, im Jahr 2024 sogar rund 93 Prozent.

EU-weit sieht es mit etwa 61 Prozent nur wenig besser aus. Eine Bilanzanalyse des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) kommt einem Bericht zufolge zu dem Schluss, dass Europa seine LNG-Importe mehr als verdoppeln müsste, um sicher durch den Winter zu kommen.

Zwei Stichtage, ein Risiko

Der Fahrplan steht: Russisches Flüssigerdgas darf ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr in die EU, für Pipelinegas läuft die Frist bis Ende September 2027, mit möglicher Verlängerung bis Anfang November. Gleichzeitig verschärft Brüssel ab 2027 die Methanregeln für Gasimporte – deutsche Importeure melden dem Bericht zufolge bereits Probleme bei laufenden LNG-Verträgen.

Doch woher kommt der Ersatz? Die EU-Kommission hält sich bedeckt. Statt konkreter Mengen verweist sie auf nationale Diversifizierungspläne. Bis auf Ungarn hätten alle Staaten geliefert, die Prüfung laufe, teilte eine Sprecherin mit. Empfehlungen könnten binnen drei Monaten folgen.

Ex-E.ON-Manager: "absolut verantwortungslos"

Deutliche Worte kommen von Thomas Geisel, früher Direktor für Erdgaseinkauf bei Eon Ruhrgas und Ex-Oberbürgermeister von Düsseldorf, heute Europaabgeordneter. Europa sei auf den Komplettausstieg "absolut nicht" vorbereitet.

"Ich gehe nicht davon aus, dass die russischen Pipelinegas- und LNG-Lieferungen aus anderen Quellen nachhaltig ersetzt werden können."

Die Entscheidung sei mit Blick auf Versorgungssicherheit, Preise und Umwelt "absolut verantwortungslos", so Geisel. Nach Angaben der Regulierungsbehörde ACER bestehen in Europa noch Verträge über jährlich 20 bis 32 Milliarden Kubikmeter russisches LNG und 16 bis 26 Milliarden Kubikmeter Pipelinegas. Rund zwölf Prozent des EU-Bedarfs stammen weiter aus Russland – vor dem Krieg waren es 40 bis 45 Prozent.

Norwegen am Limit, Katar ausverkauft

Geisels Bestandsaufnahme der Alternativen fällt ernüchternd aus:

  • Niederlande: Exporte praktisch eingestellt, Fracking politisch tabu.
  • Norwegen: Produktion nahe der Belastungsgrenze, dazu Wartungsarbeiten.
  • Kanada: Ksi Lisims liefert erst Anfang der 2030er.
  • Katar: Mengen "mehr oder weniger ausverkauft".

Bleibt vor allem eines: US-Fracking-Gas. Ursula von der Leyen hatte Donald Trump im Juli 2025 US-Energiekäufe im Wert von 750 Milliarden Dollar zugesagt – rechtlich bindend ist das nicht. Für die europäische Industrie bedeute mehr US-LNG jedoch einen "systematischen Preisnachteil", warnt Geisel: Zum Henry-Hub-Preis kämen Verflüssigung, Transport und Regasifizierung hinzu.

Asien zahlt mehr – und bekommt mehr

Wie schnell Tanker umgeleitet werden, zeigte der Juli: Südkorea importierte 1,05 Millionen Tonnen US-LNG – Rekord. Nordasien zahlte im Schnitt 19,10 Dollar je MMBtu, Europa am TTF 18,07. Wer mehr bietet, bekommt die Ladung.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier das Grundproblem einer Energiepolitik, die Ideologie über Versorgungssicherheit stellt: Die Rechnung zahlen am Ende deutsche Verbraucher und Betriebe. Wer sein Vermögen gegen solche Preisschocks absichern will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung schwer vorbei.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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