
Geldhahn zu: Kein Bürgergeld mehr für per Haftbefehl Gesuchte

Berlin, 16. September 2026: Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch vorgelegt. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) wollen unter anderem Menschen, die mit vollstreckbarem Haftbefehl gesucht werden, die Grundsicherung streichen. Nur wenige Tage zuvor hatte genau diese Forderung im Bundestag für einen Eklat gesorgt.
Erst Empörung, dann Umsetzung
Der AfD-Abgeordnete René Springer hatte im Plenum verlangt, dass bei per Haftbefehl gesuchten Personen die Leistungen gestrichen werden und „die Handschellen klicken“, sobald sie ein Jobcenter betreten.
Die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk reagierte mit lautstarken Zwischenrufen, nannte die Ausführungen „bescheuert“ und rief nach Berichten über die Sitzung: „Was ist das für eine rassistische Scheiße?“ Für ihre Zwischenrufe kassierte sie zwei Ordnungsrufe und ein Ordnungsgeld.
Wenige Tage später steht dieselbe Maßnahme im Regierungspapier. Ein Schelm, wer dabei an die Umfragewerte denkt.
37 Punkte, acht Seiten – und viel Konjunktiv
Medienberichten zufolge umfasst das Papier aus Arbeits- und Innenministerium acht Seiten und insgesamt 37 Einzelmaßnahmen, öffentlich verkauft als Zehn-Punkte-Plan. Im Kern geht es um Missbrauch, der im Zusammenhang mit der EU-Zuwanderung steht.
Die wichtigsten Bausteine laut Berichten:
- Deutlich erweiterter Datenabgleich zwischen Jobcentern, Sozialämtern, Finanzämtern, Polizei, Meldeämtern sowie Kranken- und Pflegekassen
- KI-gestützte Analysesysteme, die Datenbestände auf Auffälligkeiten durchkämmen
- Push-Nachrichten aus dem Ausländerzentralregister an Jobcenter, etwa bei doppeltem Leistungsbezug
- Schnelleres Einstellen von Zahlungen beim Verlust des Freizügigkeitsrechts
- Schärfere Kontrolle der Bezahlkarte für Asylbewerber, um Auslandstransfers zu unterbinden
- Neue kommunale Befugnisse gegen „Schrottimmobilien“, bis hin zu begrenzten Enteignungen säumiger Eigentümer
Bas erklärte gegenüber der Bild:
Mit dem Aktionsplan zeigen wir klare Kante gegen Ausbeutung und Leistungsbetrug.
Warum erst jetzt?
Die Probleme sind seit Jahren dokumentiert. Städte wie Gelsenkirchen und Duisburg klagen seit langem über organisierte Strukturen: Berichten zufolge werden Menschen aus Osteuropa angeworben, in heruntergekommenen Häusern gemeldet, mit Scheinarbeitsverhältnissen ausgestattet – und dann fließen Sozialleistungen.
Bas hatte schon zu Beginn ihrer Amtszeit den Kampf gegen solche Banden angekündigt; nach dem Koalitionsausschuss Anfang Juli folgte die nächste Ankündigung. Konkret wird es erst jetzt. Das Kabinett soll den Plan noch in diesem Monat beschließen, die Umsetzung bis Jahresende erfolgen.
Aus Sicht unserer Redaktion bleibt die entscheidende Frage offen: Warum brauchte ein Rechtsstaat Jahrzehnte, um festzustellen, dass gesuchte Straftäter keine staatlichen Zahlungen am Jobcenterschalter abholen sollten? Viele Bürger dürften den Plan begrüßen – und ihn zugleich mit Skepsis lesen. Denn Absichtserklärungen hat die Berliner Politik reichlich geliefert. Geliefert wurde selten.
Vertrauen ist die härteste Währung
Ein Sozialstaat lebt vom Vertrauen derer, die ihn finanzieren: der arbeitenden Mitte. Jeder Missbrauchsfall, der jahrelang folgenlos bleibt, nagt an diesem Fundament – und an der Akzeptanz von Steuern und Abgaben.
Wer sein Vermögen unabhängig von politischen Konjunkturen absichern möchte, zieht daraus oft den Schluss, breit zu streuen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten dabei traditionell als solide Beimischung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich selbst umfassend informieren.
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