
Handelsfrieden auf Bewährung: Trump gibt Xi nur zwei Monate Zeit!

Die USA und China verlängern ihre Zoll-Waffenruhe, allerdings nur bis zum 10. Januar. Das gab US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwochabend Ortszeit im Sender Fox News bekannt. Wenige Minuten zuvor war Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington gelandet, wo er bis Freitag zu einem Staatsbesuch bleibt. Ein großer Durchbruch sieht anders aus, eher gewährt Washington Peking eine kurze Frist auf Bewährung.
Zwei Monate statt eines halben Jahres
Zur Einordnung: Im Oktober vergangenen Jahres hatten sich Donald Trump und Xi im südkoreanischen Busan auf eine einjährige Handelspause geeinigt. Damals nahmen beide Seiten Beschränkungen bei kritischen Mineralien und Hightech-Exporten zurück. Außerdem blieben die dreistelligen Strafzölle weiter ausgesetzt. Ohne Verlängerung wäre dieses sogenannte Busan-Abkommen Medienberichten zufolge am 10. November ausgelaufen.
Vor dem Gipfel hatten viele Beobachter mit einer Verlängerung um sechs Monate oder länger gerechnet. Nun sind es gerade einmal acht Wochen. Bessent zufolge müsse Peking bei den vereinbarten Zusagen noch nachliefern. Manche Punkte seien auf chinesischer Seite nicht perfekt umgesetzt worden, sagte er sinngemäß. Ob bis Januar ein größeres Abkommen gelinge oder man den bestehenden Deal einfach fortschreibe, sei offen.
Washington hält den Druck hoch
Scott Kennedy von der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies deutet die kurze Frist als klares Signal. Aus seiner Sicht sei Washington mit den chinesischen Angeboten unzufrieden und wolle den Druck aufrechterhalten. Ein Nebeneffekt sei, dass Xi dadurch eher zum G20-Gipfel im Dezember nach Miami reisen dürfte.
Der Kalender ist ohnehin voll. Trump war bereits im Mai in Peking. Im November könnten sich beide Staatschefs am Rande des APEC-Treffens im chinesischen Shenzhen wiedersehen, im Dezember dann in Miami. Für die Weltwirtschaft bedeutet das: Die Unsicherheit bleibt, und sie wird von Frist zu Frist weitergereicht.
Seltene Erden: Europas Firmen gehen leer aus
Deutliche Kritik kommt von Jens Eskelund, Präsident der Europäischen Handelskammer in China. Eine bloße Verlängerung löse die Probleme der Unternehmen nicht, gibt er zu bedenken. Unter anderem fehle weiterhin ein einheitliches Verfahren, um Exportlizenzen für Seltene Erden zu beantragen.
Das betrifft deutsche Industriebetriebe unmittelbar. Ohne diese Rohstoffe stehen Elektromotoren, Windräder und Rüstungselektronik still. Während Washington und Peking direkt miteinander verhandeln, bleibt Brüssel am Katzentisch. Dort ist man offenbar noch immer mehr mit Regulierung beschäftigt als mit knallharter Interessenpolitik.
Schöne Bilder, heikle Themen
Laut einer offiziellen Mitteilung zeigte sich Xi zuversichtlich, dass der Besuch für beide Seiten "fruchtbare Ergebnisse" bringe. Die beiden Länder sollten Partner und keine Rivalen sein. Zölle, Seltene Erden und Künstliche Intelligenz kamen in dem Text allerdings nicht vor.
Trump kündigte an, mit Xi unter anderem über den Iran-Krieg zu sprechen. Bessent hatte sich vorab mit Chinas Vizepremier He Lifeng getroffen. Laut Bessent ging es dabei auch um ein Warnsystem für KI-Zwischenfälle. Er stellte zudem weitere Ankündigungen in Aussicht, etwa zu Agrarkäufen und Finanzdienstleistungen. Medienberichten zufolge ist es Xis erster Besuch in den USA seit mehr als einem Jahrzehnt.
Tech-Bosse nur auf einer Seite
Zum Gipfel-Dinner am Donnerstag werden Chefs großer US-Techkonzerne erwartet, chinesische Firmenlenker dagegen nicht. Xi reist mit Politbüro-Mitglied Cai Qi und Chefdiplomat Wang Yi an.
Fazit: Frieden mit Verfallsdatum
Die nächste Deadline steht also schon fest. Solange die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihren Handelsfrieden nur im Zwei-Monats-Takt verlängern, bleiben Lieferketten, Zölle und Rohstoffpreise schwer kalkulierbar. Wer sein Vermögen gegen solche geopolitischen Schwankungen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle sind unabhängig von politischen Fristen und haben sich über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











