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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
05:31 Uhr
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Haushaltssperre wird zum Normalfall: Deutschlands Rathäuser gehen das Geld aus

Haushaltssperre wird zum Normalfall: Deutschlands Rathäuser gehen das Geld aus
Symbolbild: KI-generiert

Stuttgart, Wolfsburg, Ingolstadt, Havelland, Germering, Geretsried – quer durch die Republik verhängen Städte und Landkreise Haushaltssperren. Die Gewerbesteuer bricht weg, die Ausgaben laufen weiter. Und in immer mehr Rathäusern wird aus dem Ausnahmezustand der Alltag.

Wenn die wichtigste Einnahmequelle halbiert wird

Die Zahlen aus der Provinz sind drastisch. In Germering rutschten die Gewerbesteuereinnahmen einem Bericht zufolge binnen eines Jahres von 36 auf 20 Millionen Euro. Der Kämmerer warne inzwischen offen vor der Zahlungsunfähigkeit seiner Kommune.

Im oberbayerischen Geretsried das gleiche Bild: rund 30 Millionen Euro Gewerbesteuer im Vorjahr, jetzt noch etwa die Hälfte. Auch dort blieb nur die vorläufige Haushaltssperre.

Im brandenburgischen Havelland folgte auf den Steuereinbruch derselbe Reflex: Neue Ausgaben eingefroren, Stellenausschreibungen gestrichen, Investitionen auf Eis. Was zuerst leidet, ist die Daseinsvorsorge – Schwimmbäder, Büchereien, Straßeninstandhaltung.

Stuttgart: Vom Mini-Minus zum Milliardenloch

Richtig dramatisch wird es dort, wo die Industrie schwächelt. In Stuttgart wuchs das Defizit dem Bericht zufolge von 6,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 785 Millionen Euro im vergangenen Jahr – und dürfte weiter steigen.

Das ist kein statistischer Ausreißer, sondern Teil eines bundesweiten Trends. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes verzeichneten Städte, Gemeinden und Landkreise 2025 ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro. 2024 waren es noch rund 25 Milliarden – ein Sprung von fast 28 Prozent.

Der Deutsche Städtetag rechnet nicht mit Besserung: Die Fehlbeträge dürften laut Verband bis 2029 bei etwa 30 Milliarden Euro pro Jahr verharren. Von Erholung spricht dort niemand mehr.

Das stille Risiko in den Sparkassen-Bilanzen

Finanziert wird das Loch über Kassenkredite – klassischerweise bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die dem Bericht zufolge rund ein Viertel der neuen Kommunalschulden schultern. Genau dort entsteht ein Risiko, über das kaum jemand spricht.

Denn der deutsche Mittelstand finanziert sich überwiegend bei denselben Instituten. Kritiker warnen: Gerät die kommunale Verschuldung außer Kontrolle, könnte die Kreditvergabe an Handwerk und Familienbetriebe vor Ort spürbar enger werden.

Wer bestellt, soll auch zahlen

Die kommunalen Spitzenverbände fordern vor allem eines: Der Bund solle die Kosten tragen, die er selbst verursacht – von Unterbringung über Kita-Ausbau bis zu wachsenden Sozialleistungen. Eine Kurskorrektur in der Migrations- oder Energiepolitik fordert dagegen kaum jemand.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der Kern des Problems. Jahrelang nährte die Nullzinsphase der EZB die Illusion, Transformation und Umverteilung gebe es zum Nulltarif. Jetzt steigen die Zinsen – und die Rechnung landet auf den Schreibtischen der Kämmerer.

Im Bundeshaushalt ist der Spielraum längst verplant: Verteidigung, Subventionen, Zinsen. Wer erwartet, dass Berlin die Kommunen dauerhaft freikauft, dürfte enttäuscht werden. Bleiben höhere Gebühren, weniger Leistungen – und Bürger, die für beides zahlen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wer Vermögen aufbauen oder absichern möchte, sollte eigenständig recherchieren und entscheidet eigenverantwortlich. Physische Edelmetalle können als Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio dienen.

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