
Heizgesetz-Rolle rückwärts mit Preisschock: Gasheizung wird bis 2045 mehr als doppelt so teuer

Es sollte die große Befreiung des deutschen Heizungskellers werden. Am Ende bleibt vor allem eine Rechnung, die sich verdoppelt. Eine frische Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln kommt zu einem Ergebnis, das die Marketingprosa der Bundesregierung in sich zusammenfallen lässt: Wer heute noch eine Gasheizung einbaut, dürfte in zwei Jahrzehnten deutlich mehr zahlen als heute – Mieter wie Vermieter, ohne Rücksicht auf gute Absichten.
Aus 1080 Euro werden 2366 Euro – so rechnen die Kölner Ökonomen
Die Zahlen sind unmissverständlich. Für eine typische, teilsanierte Altbauwohnung mit einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden Gas für Heizung und Warmwasser liegen die laufenden Kosten heute bei rund 1080 Euro. Im Jahr 2040 könnten es 1952 Euro sein, 2045 dann 2366 Euro. Fast eine Verdopplung. Nicht wegen des Weltmarktes, nicht wegen Putin, nicht wegen irgendeiner geopolitischen Laune – sondern wegen eines Gesetzes, das aus Berlin kommt.
Die „Biotreppe“ – ein Wortungetüm mit Preisschild
Der größte Kostentreiber trägt einen Namen, den sich niemand am Küchentisch ausgedacht hätte: die Grüngasquote, im Amtsjargon liebevoll „Biotreppe“ genannt. Ab 2029 sollen Gasheizungen mindestens zehn Prozent Biomethan oder Wasserstoff beigemischt bekommen, bis 2040 dann sagenhafte 60 Prozent. Allein davon entfallen laut Studie 643 Euro der insgesamt 872 Euro Mehrkosten im Jahr 2040. Der Grund ist ebenso einfach wie ernüchternd: Die Fachleute halten es für unwahrscheinlich, dass genügend Biomethan für Millionen Heizungen verfügbar sein wird. Also müsse teurer Wasserstoff einspringen – ein Energieträger, der bislang vor allem eines zuverlässig produziert: Absichtserklärungen.
Dazu kommt der Netz-Bumerang
Der zweite Posten ist von schöner, bitterer Logik. Weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme umsteigen, verteilen sich die Fixkosten der Gasnetze auf immer weniger Schultern. Rund 184 Euro Mehrbelastung pro Jahr bis 2040 erwarten die Ökonomen daraus. Wer bleibt, zahlt für die, die gehen. Der steigende CO2-Preis fällt mit geschätzten 44 Euro daneben fast schon als Rundungsposten ins Gewicht – was viel darüber sagt, wie teuer der Rest ist.
Der Wahlkampf und die Wirklichkeit
Erinnern wir uns: Die Union zog gegen das Habeck'sche Heizgesetz und dessen 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien zu Felde, versprach ein Ende der Bürokratie im Heizungskeller, ein Ende der Gängelung. Mitte Juli hat die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz die Reform der Ampel tatsächlich zurückgedreht. Öl- und Gasheizungen dürfen weiter eingebaut werden. Klingt nach Freiheit. Nur wurde die Zwangsjacke nicht abgelegt, sondern lediglich umgeschneidert: statt Verbotsparagraf nun Quotenmechanik. Das Ergebnis für den Bürger ist verblüffend ähnlich – er zahlt.
Die Politik präsentiere das neue Heizungsgesetz als Freiheit im Heizungskeller, und zwar ohne Mehrkosten. Diese Darstellung sei irreführend, urteilen die Kölner Volkswirte. Wer sich für eine neue Gasheizung entscheide, zahle am Ende drauf – Vermieter genauso wie Mieter.
Die Falle für Vermieter
Besonders tückisch: Auf den ersten Blick wirkt die Gasheizung mit 10.000 bis 15.000 Euro Einbaukosten wie das Schnäppchen gegenüber der Wärmepumpe, die etwa das Doppelte kostet. Doch CO2-Kosten, Netzgebühren und die Kosten der Grüngasbeimischung werden zu gleichen Teilen auf Mieter und Vermieter verteilt. Der scheinbar günstige Kesseltausch entpuppe sich damit langfristig als Rechenfehler mit Zinseszins.
Was bleibt vom Versprechen der Technologieoffenheit?
Technologieoffenheit heißt in Deutschland offenbar: Sie dürfen wählen – teuer oder sehr teuer. Während die Industrie abwandert, VW Stellen streicht und der Mittelstand über Energiepreise klagt, die im internationalen Vergleich grotesk sind, beschäftigt sich der Gesetzgeber mit Beimischungsquoten für einen Brennstoff, der in ausreichender Menge schlicht nicht existiert. Man kann Physik nicht per Verordnung überstimmen. Und man kann Kaufkraft nicht per Koalitionsvertrag herbeizaubern.
Für Eigentümer und Mieter bedeutet das eine schleichende Enteignung auf Raten: Nebenkosten, die zur zweiten Miete werden, Sanierungspflichten, die Ersparnisse verschlingen, dazu ein 500-Milliarden-Schuldenpaket, dessen Zinsen künftige Generationen über Steuern und Abgaben abtragen dürfen. Wer sein Vermögen in diesem Umfeld schützen will, tut gut daran, nicht alles auf Papierwerte und politisch gesteuerte Märkte zu setzen. Physisches Gold und Silber haben in Deutschland schon mehrere Währungsreformen, zwei Staatsbankrotte und unzählige gut gemeinte Gesetze überlebt – sie lassen sich nicht per Quotenregelung entwerten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung sowie jede Entscheidung über Heizungstechnik, Sanierung oder steuerliche Gestaltung sollte eigenständig geprüft und gegebenenfalls mit einem qualifizierten Steuer- oder Rechtsberater besprochen werden. Für Vermögensdispositionen trägt jeder Leser die Verantwortung selbst; eine Haftung für getroffene Entscheidungen wird ausdrücklich ausgeschlossen.
- Themen:
- #Energie
- #Immobilien
- #Steuern
- #Enteignung
- #Gold

Deutschland Deutschland Das große Live-Webinar am 29. Juli – wie Sie Ihr Vermögen schützen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz, Kay Gottschalk & Tim Kellner – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk

TimKellner
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik


















