
Heizöl-Schock: Inflation klettert auf höchsten Stand seit fast drei Jahren!

Die Teuerung in Deutschland zieht wieder kräftig an. Im September lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag seine erste Schätzung bestätigt. Einen höheren Wert gab es zuletzt im Dezember 2023. Wer tankt oder mit Öl heizt, merkt das längst an jeder Rechnung.
Der Trend zeigt klar nach oben. Im Juli meldeten die Statistiker noch 2,8 Prozent, im August 2,9 Prozent. Nun ist die Marke von drei Prozent gerissen. Amtspräsidentin Ruth Brand sprach von einem neuen Jahreshöchststand und nannte als Ursache „erneut die Entwicklung der Energiepreise“.
Tankstelle und Öltank als Preistreiber
Energie kostete im September im Schnitt 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Anstieg seit Februar 2023 und schon der dritte Monat in Folge, in dem es schneller nach oben geht. Im Juni lag das Plus noch bei 3,4 Prozent, im Juli bei 8,3 und im August bei 10,5 Prozent.
Besonders hart trifft es Autofahrer und Hausbesitzer mit Ölheizung:
- Leichtes Heizöl: plus 74,9 Prozent
- Kraftstoffe: plus 37,1 Prozent
- Brennholz, Pellets und andere feste Brennstoffe: plus 15,6 Prozent
Fast drei Viertel Aufschlag beim Heizöl, und das kurz vor Beginn der Heizsaison. Für viele Familien auf dem Land, die keine Alternative zum Öltank haben, ist das ein harter Schlag.
Strom wird billiger, aber nur scheinbar ein Trost
Es gibt auch sinkende Preise. Strom war 5,5 Prozent günstiger als vor einem Jahr, Erdgas 2,8 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent. Das Bundesamt führt das teilweise auf Maßnahmen der Bundesregierung zurück, die seit Jahresbeginn gelten: Die Gasspeicherumlage wurde abgeschafft, außerdem bezuschusst der Staat die Netzentgelte.
Bezahlt wird diese Entlastung allerdings aus Steuergeld. Die Kosten verschwinden also nicht, sie stehen künftig im Bundeshaushalt.
Bei Lebensmitteln sieht es auf den ersten Blick ruhig aus. Hier stiegen die Preise nur um 0,4 Prozent. Eier, frisches Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte wurden aber spürbar teurer. Butter, Obst und Milchprodukte kosteten dagegen weniger, Butter laut Medienberichten sogar fast 30 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent. Ohne Energie lag die Inflation bei 2,1 Prozent, die Kernrate blieb unverändert bei 2,4 Prozent.
Streit um den richtigen Kurs
Silke Tober, Inflationsexpertin am gewerkschaftsnahen Institut IMK der Hans-Böckler-Stiftung, sieht hinter dem Anstieg fast ausschließlich die teureren Kraftstoffe und das Heizöl. Das gelte für jeden Monat seit Beginn des Irankriegs. Hinweise auf eine dauerhaft höhere Inflation gebe es weder in Deutschland noch im Euroraum. Deshalb sehe sie keinen ausreichenden Grund, dass die EZB die Leitzinsen weiter anhebt.
Die Notenbank hatte im Juni wegen des kriegsbedingten Preisschubs die Zinsen erstmals seit fast drei Jahren erhöht. Tober setzt stattdessen auf fiskalische Maßnahmen. Den Tankrabatt halte sie für sinnvoll, er solle aber mit Schritten zur Senkung des Verbrauchs kombiniert werden, etwa mit strengeren Tempolimits. Ein Tempolimit als Mittel gegen die Inflation dürfte vielen Pendlern allerdings wenig einleuchten.
Die angekündigte Senkung der Stromsteuer gleiche nach Tobers Einschätzung nur andere Belastungen aus, nämlich die höhere Tabaksteuer ab Januar 2027 und steigende Zuzahlungen für gesetzlich Versicherte. Der Staat gibt also mit der einen Hand und nimmt mit der anderen.
Merz verspricht Entlastung, aber mit Vorbehalt
Die CDU will die Stromsteuer „für alle“ auf das europäische Mindestmaß senken. Kanzler Friedrich Merz sagte am Montag, dafür sollten „finanzielle Spielräume im Haushalt“ genutzt werden. Diese könne es geben, „wenn sich das Wachstum verfestigt und verstetigt“. Ob und wann das so kommt, ist offen. Gleichzeitig nimmt der Bund für das Sondervermögen Schulden in Milliardenhöhe auf.
Was das für Sparer bedeutet
Bei 3,3 Prozent Inflation verliert Geld auf dem Konto still und stetig an Kaufkraft. Wer sein Vermögen gegen Preisschocks, Krisen und eine hohe Staatsverschuldung absichern möchte, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle haben sich über Generationen als Wertspeicher bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte recherchieren Sie selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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