
Hormus-Engpass: Wie der Krieg am Golf die Weltwirtschaft in Geiselhaft nimmt

Während die Ampel-Nachfolger in Berlin sich mit ideologischen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigen, spielt sich am Persischen Golf ein Drama ab, das die Energieversorgung der gesamten Welt ins Wanken bringt. Drei Flüssiggas-Tanker und ein Supertanker haben in den vergangenen Tagen die Straße von Hormus passiert – nach Wochen des Stillstands. Was nach guter Nachricht klingt, ist in Wahrheit ein Armutszeugnis für die globale Sicherheitsarchitektur.
Ein Nadelöhr unter Belagerung
Durch die Straße von Hormus fließt normalerweise rund ein Fünftel der globalen Öl- und LNG-Versorgung. Doch seit dem Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar ist der Schiffsverkehr massiv eingebrochen. Vor Kriegsausbruch passierten täglich zwischen 125 und 140 Schiffe diese strategische Meerenge – heute hängen noch immer rund 20.000 Seeleute auf hunderten Schiffen im Golf fest. Eine humanitäre Katastrophe, die in deutschen Medien kaum eine Randnotiz wert ist.
Laut Schiffsdaten von LSEG und Kpler hat der LNG-Tanker Fuwairit die Meerenge am Montag durchquert und soll seine Ladung in Pakistan löschen. Das Schiff unter Bahamas-Flagge hatte Ende März im katarischen Hafen Ras Laffan beladen – also fast zwei Monate auf hoher See, bevor es endlich seinen Bestimmungsort erreichen kann. Auch die Al Rayyan mit Ziel China und die von ADNOC betriebene Al Hamra mit Kurs Indien haben die gefährliche Passage hinter sich gebracht.
Drei Monate auf See – ein Supertanker als Symbol
Besonders dramatisch ist der Fall der Eagle Verona: Der unter singapurischer Flagge fahrende Supertanker (VLCC) hatte bereits am 26. Februar – also zwei Tage vor Kriegsbeginn – fast zwei Millionen Barrel Basrah-Rohöl im Irak geladen. Drei Monate lang saß das Schiff im Golf fest, ehe es am Samstag endlich auslaufen konnte. Voraussichtlich erreicht es am 12. Juni den chinesischen Hafen Ningbo. Charterer ist Unipec, der Handelsarm des asiatischen Raffinerieriesen Sinopec.
Bemerkenswert: Iran diktiert mittlerweile die Transitroute. Wer durch die Meerenge will, muss sich nach Teherans Vorgaben richten. Eine geopolitische Demütigung des Westens, die kaum offen ausgesprochen wird. Malaysia musste für sieben Schiffe um Erlaubnis bitten – fünf haben es inzwischen hinaus geschafft, zwei sitzen weiterhin fest.
Die fatale Abhängigkeit des Westens
Was bedeutet das für Deutschland? Während die Bundesregierung unter Merz und Klingbeil weiterhin von der „Energiewende" träumt und 500 Milliarden Euro neue Schulden für Infrastruktur aufnimmt, deren Zinslast kommende Generationen erdrücken wird, zeigt sich am Golf die brutale Realität: Die industrialisierte Welt ist von wenigen, fragilen Versorgungsadern abhängig. Jeder Konflikt am Persischen Golf, jede Drohung Teherans, jede militärische Eskalation schickt Schockwellen durch die Weltwirtschaft.
Die Ölpreise reagieren bereits hochnervös. Indien sucht nach Alternativen in Lateinamerika und Afrika. China sichert sich Lieferungen, wo immer es geht. Und Europa? Verharrt in selbstgewählter Abhängigkeit, hat sich von russischem Gas verabschiedet, ohne tragfähige Alternativen aufzubauen, und schaut nun zu, wie asiatische Konkurrenten sich die verbliebenen Ressourcen sichern.
Was Anleger jetzt wissen sollten
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, in denen ein einziger Konflikt am anderen Ende der Welt die Energiepreise explodieren lassen kann, zeigt sich der Wert von Sachwerten umso deutlicher. Während Aktienmärkte bei jeder Eskalation in Schnappatmung verfallen und Papierwährungen durch politisch verursachte Inflationsschübe an Kaufkraft verlieren, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren inneren Wert behalten – unabhängig davon, ob in Hormus ein Tanker fährt oder nicht.
Wer auf die Stabilität politischer Versprechen vertraut, wird in dieser Welt böse erwachen. Wer auf reale Werte setzt, schläft ruhiger.
Die Ereignisse am Golf sind eine Mahnung: Die globalisierte Weltordnung, auf die unsere Wirtschaftsmodelle bauen, ist verletzlicher, als es Politiker zugeben wollen. Eine breite Streuung des Vermögens, die auch eine substantielle Beimischung physischer Edelmetalle umfasst, ist in solchen Zeiten kein Luxus, sondern schlichte Vernunft.
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