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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:33 Uhr

Indiens KI-Gipfel wird zur Lachnummer: Universität gibt chinesischen Roboter als Eigenentwicklung aus

Was als stolze Demonstration indischer Innovationskraft geplant war, endete in einem Debakel von geradezu shakespeareschem Ausmaß. Auf dem prestigeträchtigen „AI Impact Summit" in Neu-Delhi – dem ersten großen KI-Gipfel des Globalen Südens – wurde eine indische Universität dabei ertappt, einen handelsüblichen chinesischen Roboterhund als eigene Schöpfung zu präsentieren. Ein Vorfall, der nicht nur Indien blamiert, sondern grundsätzliche Fragen über den Zustand akademischer Redlichkeit aufwirft.

„Darf ich vorstellen: Orion" – ein 2.800-Dollar-Produkt aus China

Die Szene hätte kaum peinlicher sein können. Neha Singh, Professorin für Kommunikation an der Galgotias University, präsentierte dem staatlichen Fernsehsender DD News stolz einen vierbeinigen Roboter namens „Orion". Dieser sei, so Singh vor laufender Kamera, vom hauseigenen Exzellenzzentrum der Universität entwickelt worden. Das Video verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Medien – allerdings nicht aus den erhofften Gründen.

Denn aufmerksame Nutzer identifizierten den vermeintlichen Durchbruch indischer Ingenieurskunst binnen kürzester Zeit als das, was er tatsächlich war: ein Unitree Go2, hergestellt vom chinesischen Unternehmen Unitree Robotics und für rund 2.800 US-Dollar frei verkäuflich. Das Gerät wird weltweit in Forschung und Bildung eingesetzt – es handelt sich also keineswegs um ein obskures Nischenprodukt, das man hätte verwechseln können.

IT-Minister verstärkt die Blamage unfreiwillig

Besonders pikant: Indiens IT-Minister Ashwini Vaishnaw hatte das Video zunächst auf seinem offiziellen Social-Media-Account geteilt – offenbar in der Annahme, einen Triumph heimischer Technologie zu feiern. Als die Wahrheit ans Licht kam, verschwand der Beitrag stillschweigend. Doch das Internet vergisst bekanntlich nie.

Nach Angaben zweier Regierungsquellen sei die Universität aufgefordert worden, ihren Stand auf dem Gipfel zu räumen. Die Galgotias University selbst bestritt dies jedoch und erklärte, man habe keinerlei entsprechende Mitteilung erhalten. Der Stand blieb am Mittwochmorgen weiterhin geöffnet – wobei die Universitätsvertreter sich nun weniger mit KI-Innovationen als vielmehr mit Fragen zu Plagiat und Täuschung konfrontiert sahen.

Nachträgliche Schadensbegrenzung

Sowohl die Universität als auch Professorin Singh ruderten eilig zurück. Man habe den Roboter niemals als Eigenentwicklung ausgegeben, hieß es plötzlich – eine Behauptung, die angesichts der dokumentierten Fernsehaussage geradezu grotesk anmutet. Wer die Aufnahmen gesehen hat, dürfte sich fragen, wie eine Professorin für Kommunikation ausgerechnet bei der Kommunikation derart daneben liegen konnte.

Ein Schatten über Indiens KI-Ambitionen

Der Vorfall wirft ein ungünstiges Licht auf den gesamten Gipfel, der eigentlich Indiens Rolle als aufstrebende KI-Macht untermauern sollte. Immerhin wurden während der Veranstaltung Investitionszusagen von über 100 Milliarden US-Dollar in indische KI-Projekte angekündigt, darunter Engagements von Microsoft und dem Adani-Konzern. Hochkarätige Redner wie Google-Chef Sundar Pichai, OpenAI-Gründer Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei sollten am Donnerstag auftreten, ebenso Premierminister Narendra Modi persönlich.

Doch neben dem Roboter-Skandal plagten den Gipfel auch organisatorische Probleme. Delegierte berichteten von Überfüllung und logistischen Schwierigkeiten – nicht gerade das Aushängeschild, das sich die Veranstalter vorgestellt haben dürften.

Indiens größte Oppositionspartei Congress nutzte die Gelegenheit erwartungsgemäß für scharfe Kritik. Die Modi-Regierung habe Indien in Sachen KI zur globalen Lachnummer gemacht, hieß es in einer Stellungnahme auf den sozialen Medien.

Ein Lehrstück über akademische Eitelkeit

Der Vorfall mag auf den ersten Blick wie eine kuriose Anekdote wirken. Doch er offenbart ein tieferliegendes Problem, das keineswegs auf Indien beschränkt ist: den wachsenden Druck auf Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit, im KI-Wettlauf Ergebnisse zu präsentieren – koste es, was es wolle. Wenn akademische Institutionen meinen, mit dreisten Täuschungsmanövern Eindruck schinden zu müssen, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mit den Anreizstrukturen im Bildungssystem.

Dass ausgerechnet ein chinesisches Produkt als indische Innovation verkauft wurde, dürfte in Neu-Delhi besonders schmerzen. Die geopolitische Rivalität zwischen beiden Ländern ist bekannt, und Indien positioniert sich seit Jahren als Alternative zu China im Technologiesektor. Ein Roboterhund aus Shenzhen als Aushängeschild indischer Forschung – man könnte sich die Ironie kaum besser ausdenken.

Die Lehre aus diesem Debakel ist so alt wie simpel: Ehrlichkeit währt am längsten. Und wer auf der Weltbühne mitspielen will, sollte besser eigene Innovationen vorweisen können – statt fremde umzuetikettieren.

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