
Investitionsstreik im Mittelstand: Deutschland verliert seinen wirtschaftlichen Rückgrat
Es ist ein Alarmsignal, das lauter kaum sein könnte – und dennoch scheint es in den Berliner Regierungsvierteln kaum jemanden aus dem selbstzufriedenen Schlummer zu reißen. Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten abgestürzt. Das ist keine gewöhnliche Konjunkturdelle, das ist ein Menetekel für den einstigen Exportweltmeister.
Ein historischer Tiefpunkt – schlimmer als jede Krise zuvor
Wie einer aktuellen Erhebung der DZ Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zu entnehmen ist, wollen nur noch magere 52 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden sechs Monaten überhaupt noch in ihren eigenen Betrieb investieren. Seit 1995 werden zweimal jährlich über tausend Firmen befragt – und niemals zuvor fiel das Ergebnis derart erschütternd aus.
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Die Investitionslaune ist heute schlechter als während der Finanzkrise 2008/2009, schlechter als in den dunkelsten Corona-Monaten des Jahres 2020 und sogar schlechter als in der akuten Energiekrise nach Kriegsbeginn in der Ukraine. Wenn selbst diese historischen Ausnahmezustände unterboten werden, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr.
Die Ursachen liegen offen zutage – wenn man sie sehen will
Als Hauptgründe für ihre Zurückhaltung nennen die Unternehmer eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und massive geopolitische Unsicherheiten. Besonders bitter: Bei der Energie klagen inzwischen zwei Drittel der Betriebe über zu hohe Kosten – im Herbst war es nur gut die Hälfte. Die von grüner Ideologie befeuerte Energiepolitik der vergangenen Jahre schlägt nun mit voller Wucht auf jene durch, die das Land tragen.
Die historisch geringe Investitionsbereitschaft zeige, wie tief die Verunsicherung im Mittelstand inzwischen reiche, so wird der zuständige Firmenkundenvorstand der DZ Bank zitiert.
Rund ein Drittel der Firmenchefs sorge sich zudem wieder um Lieferengpässe – eine Angst, die durch den erneut eskalierten Nahost-Konflikt zurückgekehrt sei. Noch im vergangenen Herbst habe nicht einmal jeder Fünfte diese Sorge geäußert.
Vom Wachstum zum bloßen Überleben
Die vielleicht traurigste Erkenntnis: Wer heute überhaupt noch Geld in die Hand nimmt, tut dies nicht mehr, um zu wachsen, sondern um schlicht zu überleben. Investitionen fließen in die Sicherung des Bestehenden, nicht in den Ausbau von Kapazitäten oder neue Wachstumsprojekte. Der Unternehmergeist, der Deutschland einst groß gemacht hat, verkommt zur reinen Verwaltung des Mangels.
Die Konsequenz ist so logisch wie fatal: Die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland sinkt weiter. Während andere Nationen ihre Industrie hätscheln, verhungert der deutsche Mittelstand an überbordender Bürokratie, absurden Energiepreisen und einer Politik, die den Bezug zur wirtschaftlichen Realität längst verloren hat. Auch die neue Große Koalition unter Kanzler Merz hat bislang kaum Signale gesendet, die diesen Abwärtstrend umkehren könnten – im Gegenteil, das 500-Milliarden-Schuldenpaket droht die Inflation weiter anzuheizen.
Was bleibt dem klugen Anleger?
Wenn das produktive Herz einer Volkswirtschaft derart erlahmt, dann sollten Sparer und Anleger genau hinschauen. In Zeiten, in denen Papierwerte und staatliche Versprechen an Substanz verlieren, besinnt sich der kluge Bürger seit jeher auf krisenfeste Sachwerte. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie Wert bewahren, wo Währungen und Wirtschaftsversprechen zerbröseln. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein solides Fundament der Absicherung bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.
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