280.000
Kunden
Sicherer
Versand
08.10.2026
13:39 Uhr
KI-generiert

Jet-Notstand in Moskau: Russland will Flieger samt Crew aus Vietnam!

Jet-Notstand in Moskau: Russland will Flieger samt Crew aus Vietnam!
Symbolbild: KI-generiert

Russlands zivile Luftfahrt kämpft mit massiven Engpässen, und Moskau sucht jetzt Hilfe in Südostasien. Das russische Verkehrsministerium hat Vietnam vorgeschlagen, Passagierjets vietnamesischer Airlines an russische Fluggesellschaften zu vermieten. Mitgeliefert werden sollen die Besatzungen und womöglich auch die Wartung. Verkehrsminister Andrei Nikitin bestätigte den Vorstoß bereits am 9. September nach Gesprächen beider Länder in Moskau.

Die Vorschläge seien an Hanoi übermittelt worden und würden dort geprüft, meldete die Agentur Interfax. Einen unterschriebenen Vertrag mit einer vietnamesischen Airline gibt es bislang nicht.

Wet Lease: Flugzeug, Piloten und Technik im Paket

Das Zauberwort heißt Wet Lease. Dabei stellt der Vermieter nicht nur die Maschine, sondern auch die Crew. Je nach Vertrag übernimmt er außerdem Wartung und weitere betriebliche Leistungen. Für eine Branche, der Ersatzteile, Techniker und Know-how fehlen, ist das eine Art Rundum-sorglos-Paket.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Flugverkehr zwischen beiden Ländern boomt. Nach Angaben des russischen Verkehrsministeriums flogen russische Airlines in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 900.000 Passagiere zwischen Russland und Vietnam, 3,5-mal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Ende September vereinbarten die Luftfahrtbehörden beider Staaten zudem, jeweils bis zu 105 Flüge pro Woche zuzulassen.

Fast jede fünfte Maschine steht am Boden

Der Hilferuf zeigt, wie sehr die Sanktionen inzwischen wirken. Seit dem Angriff auf die Ukraine verbietet die EU unter anderem die Ausfuhr von Flugzeugen, Triebwerken, Ersatzteilen und Luftfahrttechnik nach Russland. Auch Wartung und technische Unterstützung sind tabu. Russische Airlines können nach Darstellung des EU-Rats weder westliche Jets regulär kaufen noch Reparaturen und Inspektionen über europäische Anbieter abwickeln.

Zwar hat Russland eigene Wartungskapazitäten aufgebaut und alternative Lieferwege erschlossen. Doch selbst Nikitin räumte Anfang des Jahres ein, die Gesellschaften kämpften mit Kapazitätsproblemen. Die Zahlen sind deutlich: Laut einer Auswertung der Wirtschaftszeitung Kommersant standen Ende Juni bei den elf größten Airlines 130 von 673 Maschinen still, also 19,3 Prozent. Normal seien in der Sommer-Hochsaison nach Angaben aus der Branche höchstens zehn Prozent.

Besonders schlimm sieht es außerhalb der Aeroflot-Gruppe aus. Dort waren laut dem Bericht 93 von 322 Flugzeugen nicht im Einsatz. Als Hauptgrund nennt Kommersant immer länger dauernde Wartungsarbeiten. Die Branche arbeitet inzwischen im fünften Jahr unter Sanktionen.

Airbus und Boeing aus Hanoi? Ein heikles Spiel

Welche vietnamesische Airline Moskau konkret im Blick hat, ist nicht bekannt. Brisant: Die staatliche Vietnam Airlines fliegt ausschließlich westliche Typen, nämlich Boeing 787 sowie Airbus A350, A320neo und A321. Ausgerechnet jene Jets, die Russland wegen der Sanktionen nicht mehr bekommt, könnten also über einen Umweg doch wieder für russische Airlines abheben.

So einfach dürfte das allerdings nicht gehen. Die USA verlangen eine Genehmigung, wenn US-Flugzeuge oder ausländische Maschinen mit einem ausreichend hohen Anteil kontrollierter US-Technik nach Russland gebracht oder von russischen Firmen geleast oder gechartert werden. Diese Regeln wurden in der Vergangenheit auch auf bestimmte Airbus-Modelle angewandt. Hanoi müsste sich also gut überlegen, ob es den Ärger mit Washington riskieren will.

Das Prestigeprojekt MC-21 kommt nicht in Fahrt

Eigene Flugzeuge können die Lücke vorerst nicht füllen. Beim Mittelstreckenjet MC-21 wurden die Termine mehrfach verschoben. Aeroflot-Chef Sergej Alexandrowski erwartet aus einem Vertrag von 2023 die ersten acht Maschinen erst im vierten Quartal 2027, zehn weitere sollen 2028 folgen. Ein im September unterzeichneter Auftrag über 90 MC-21 sieht Lieferungen zwischen 2029 und 2032 vor.

Der Grund für die Verspätung: Der Jet war ursprünglich als internationales Projekt mit vielen ausländischen Bauteilen geplant. Nach dem Rückzug westlicher Partner musste Russland zahlreiche Systeme ersetzen und die neue Version erneut zertifizieren lassen. Interfax zufolge soll die Serienproduktion der weitgehend importsubstituierten Variante 2027 beginnen.

Fazit: Die Sanktionen wirken, aber langsam

Was bleibt? Moskau ist auf seine alternde Flotte, Ersatzteile aus Drittländern und geliehene Kapazitäten aus dem Ausland angewiesen. Das Beispiel zeigt aber auch, wie löchrig Sanktionen werden, sobald Partnerstaaten außerhalb des Westens einspringen. Ob Vietnam sich auf das Geschäft einlässt, wird zum Test dafür, wie weit der lange Arm Washingtons in Asien noch reicht.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“