
Kerosinmangel durch Iran-Krieg: Europa droht massives Flugchaos ab Ende Mai

Was sich seit Monaten als düstere Vorahnung am Horizont abzeichnete, wird nun zur bitteren Realität: Der internationale Luftfahrtverband IATA warnt eindringlich vor massiven Flugausfällen in Europa ab Ende Mai. Der Grund ist so simpel wie erschreckend – es fehlt schlicht an Kerosin. Die Eskalation des Iran-Konflikts schlägt nun mit voller Wucht auf den europäischen Alltag durch.
Die Straße von Hormus – Europas Achillesferse
IATA-Generaldirektor Willie Walsh erklärte am Freitag in Montreal, dass die Blockade der Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges die Kerosinversorgung Europas massiv gefährde. Diese schmale Meerenge, durch die ein Großteil des weltweiten Öltransports fließt, ist seit der militärischen Eskalation im Nahen Osten faktisch unpassierbar. Für Europa könnte dies kaum schlimmere Konsequenzen haben: Rund 75 Prozent der europäischen Kerosinlieferungen stammen aus dem Nahen Osten. Eine Abhängigkeit, die nun wie ein Bumerang zurückkehrt.
Walsh forderte die europäischen Behörden auf, gut kommunizierte und koordinierte Notfallpläne für den Fall einer Rationierung vorzubereiten. Dazu gehörten auch Ausnahmeregelungen für Start- und Landerechte – ein deutliches Signal dafür, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Wenn selbst die mächtige IATA von Rationierung spricht, sollten bei jedem Reisenden die Alarmglocken schrillen.
Jahrzehntelange Versäumnisse rächen sich
Europäische Fluggesellschaften hatten bereits in den vergangenen Wochen vor drohenden Kerosinengpässen gewarnt. Doch wer hat zugehört? Die Internationale Energieagentur bezifferte die weltweite Nachfrage nach Kerosin im Jahr 2025 auf durchschnittlich 7,8 Millionen Barrel pro Tag. Allein die Golfregion lieferte dabei mit fast 400.000 Barrel täglich den Löwenanteil für den Weltmarkt. Diese Zahlen verdeutlichen die geradezu groteske Abhängigkeit Europas von einer der instabilsten Regionen der Welt.
Man muss sich die Frage stellen: Wie konnte es so weit kommen? Jahrzehntelang haben europäische Regierungen – und ganz besonders die deutsche – auf eine naive Energiepolitik gesetzt, die einseitige Abhängigkeiten nicht nur tolerierte, sondern aktiv beförderte. Erst war es russisches Gas, nun ist es Kerosin aus dem Nahen Osten. Das Muster ist immer dasselbe: ideologiegetriebene Politik statt strategische Vorsorge.
Deutschland besonders verwundbar
Für Deutschland, dessen Wirtschaft ohnehin unter enormem Druck steht, könnte ein Zusammenbruch des Flugverkehrs verheerende Folgen haben. Geschäftsreisen, Tourismus, Logistikketten – all das hängt an einer funktionierenden Luftfahrt. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht hat, scheint die Frage der Energieversorgungssicherheit einmal mehr sträflich vernachlässigt worden zu sein. Man investiert in Beton und Stahl, vergisst aber, dass ohne Treibstoff kein Flugzeug abhebt.
Die Sicherung alternativer Lieferwege, wie Walsh sie fordert, ist leichter gesagt als getan. Alternative Kerosinquellen lassen sich nicht über Nacht erschließen, und synthetische Kraftstoffe sind trotz aller grünen Träumereien noch weit von einer industriellen Massenproduktion entfernt. Europa steht vor einem Versorgungsengpass, der sich nicht mit Sonntagsreden und Klimagipfeln lösen lässt.
Was Reisende jetzt wissen müssen
Wer in den kommenden Wochen Flugreisen geplant hat, sollte sich auf erhebliche Störungen einstellen. Flugausfälle, Verspätungen und möglicherweise sogar eine staatlich verordnete Rationierung des Flugverkehrs sind keine dystopische Fantasie mehr, sondern ein realistisches Szenario. Die IATA-Warnung ist unmissverständlich – und sie kommt nicht von irgendeinem Panikmacher, sondern vom höchsten Verband der internationalen Luftfahrt.
Es bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen diesmal schneller reagieren als bei vergangenen Krisen. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass Hoffnung in der Politik ein schlechter Ratgeber ist. Der deutsche Bürger wird einmal mehr die Zeche zahlen – sei es durch geplatzte Urlaubspläne, steigende Flugpreise oder wirtschaftliche Einbußen. Die Rechnung für eine verfehlte Energiepolitik wird stets dem Steuerzahler präsentiert.
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