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06.10.2026
04:59 Uhr
KI-generiert

KI-Rausch in Asien: Weltbank warnt vor dem groĂźen Kater!

KI-Rausch in Asien: Weltbank warnt vor dem groĂźen Kater!
Symbolbild: KI-generiert

Die Weltbank hebt ihre Wachstumsprognose fĂĽr Ostasien und den Pazifikraum auf 4,5 Prozent fĂĽr 2026 an. Treiber sind Exporte rund um KĂĽnstliche Intelligenz. Im neuen Bericht steht aber auch eine deutliche Warnung: Kippt der KI-Investitionsboom, verliert die Region ihre wichtigste StĂĽtze.

Glänzende Zahlen auf schmalem Fundament

Gegenüber der Prognose vom April legt die Weltbank um 0,3 Prozentpunkte zu. Für 2027 rechnet sie mit 4,4 Prozent, für 2028 mit 4,3 Prozent. Zur Region zählen 23 Volkswirtschaften, darunter China, Vietnam, Indonesien, Malaysia und Thailand. Am stärksten fällt die Korrektur für Vietnam aus: plus 1,1 Punkte auf satte 7,4 Prozent.

Doch hinter den guten Zahlen steckt vor allem eine Branche. Ohne KI-Güter sei der Handel „schwach oder negativ“, heißt es im Bericht. In den meisten Ländern der Region machten KI-Produkte mehr als die Hälfte des Exportwachstums aus. In Malaysia, auf den Philippinen, in Thailand und in Vietnam waren es sogar über 70 Prozent.

1,4 Billionen Dollar – und zwei Konzerne als Taktgeber

China, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam lieferten in den zwölf Monaten bis April KI-Güter im Wert von 1,4 Billionen Dollar aus. Südkorea meldete für September laut offiziellen Daten ein Exportplus von 83,5 Prozent auf den Rekordwert von 120,9 Milliarden Dollar. Die Hälfte davon entfiel auf Chips.

Wie stark sich dort alles auf eine Branche konzentriert, zeigt eine Zahl der Weltbank. Samsung und SK Hynix kamen Ende April zusammen auf 43 Prozent des Werts des Leitindex Kospi. Breite Streuung sieht anders aus.

Das Echo der Dotcom-Blase

Das Risiko liegt auf der Ausgabenseite. Die KI-Investitionen erreichen nach Angaben der Weltbank rund 6 Prozent der US-Wirtschaftsleistung. So hoch lagen die IT-Investitionen zuletzt auf dem Höhepunkt im Jahr 2000. Der aktuelle Zyklus sei schneller gestiegen als frühere und gewinne weiter an Fahrt. Bereits im Juni hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Parallelen zum Dotcom-Fieber der 1990er-Jahre und anderen „Manien“ gezogen.

Wer sich erinnert: Nach dem Platzen der Blase im März 2000 verlor der Technologieindex Nasdaq innerhalb von gut zwei Jahren fast vier Fünftel seines Werts. Viele Anleger warteten mehr als ein Jahrzehnt, bis sie ihre Verluste wieder aufgeholt hatten.

Schattenkredite als Brandbeschleuniger?

Besonders heikel ist die Finanzierung. Von den 2,9 Billionen Dollar an KI-Investitionen, die fĂĽr 2025 bis 2028 geplant sind, sollen rund 800 Milliarden aus Privatkrediten kommen, also von Kreditgebern auĂźerhalb des klassischen Bankensystems. Der Anteil KI-bezogener Kredite in diesem Segment stieg 2025 auf 34 Prozent. In den fĂĽnf Jahren davor lag er im Schnitt bei 18 Prozent.

Laut dem Bericht gab es in diesen Portfolios in diesem Jahr bereits Abwertungen, Mittelabflüsse und Ausfälle. Die Weltbank warnt, diese Märkte seien wenig transparent und hätten noch keinen schweren Abschwung erlebt. Mit anderen Worten: Niemand weiß genau, wie belastbar das Fundament ist.

Steigende Zinsen könnten die Party beenden

Dazu kommt die Geldpolitik. Große Notenbanken erhöhen laut Weltbank erstmals seit 2023 wieder die Zinsen. Die US-Notenbank Fed hob ihren Leitzins im vergangenen Monat an, zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren, und stellte einen weiteren Schritt in Aussicht. Billiges Geld war jedoch der Treibstoff des KI-Booms.

Eine Korrektur müsse nicht das Ende des Superzyklus bedeuten, so die Weltbank. Die Investitionen seien aber der tatsächlichen Nachfrage vorausgeeilt. Ihre Faustregel: Wächst die US-Wirtschaft einen Prozentpunkt langsamer, verlieren andere Schwellenländer etwa 0,6 Punkte Wachstum. Bei den Investitionen ist der Rückgang rund doppelt so groß.

Verwundbar sind auch die Banken. In Malaysia entsprechen ihre Verbindlichkeiten in Fremdwährung 29,2 Prozent der Wirtschaftsleistung, auf den Philippinen 20,7 Prozent. Taiwan erhöhte seine Prognose für 2026 zwar auf 11 Prozent. Das dortige Statistikamt warnte jedoch, ein Gegenwind für die Hightech-Branche könne die Wirtschaft härter treffen als erwartet.

Fazit: Wer auf eine Karte setzt, lebt gefährlich

Der Bericht zeigt, wie stark ganze Volkswirtschaften inzwischen an einer einzigen Hoffnung hängen. Wenn Privatkredite mit wenig Transparenz, steigende Zinsen und hohe Bewertungen zusammenkommen, ist Vorsicht angebracht. Wer sein Vermögen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle tragen kein Ausfallrisiko eines Schuldners und hängen nicht am Erfolg einer einzelnen Technologie.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlagen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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