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Krawall-Import aus Paris? Deutschland zittert vor dem 31. Oktober

Krawall-Import aus Paris? Deutschland zittert vor dem 31. Oktober
Symbolbild: KI-generiert

In Frankreich brannten Rathäuser, in Mailand plünderten Vermummte die Geschäfte rund um den Dom. Jetzt bereiten sich deutsche Sicherheitsbehörden auf den 31. Oktober vor. Unter dem Motto „Gen Z regelt das“ wird im Netz zu Protesten in neun deutschen Großstädten aufgerufen, und manche Beiträge gehen Berichten zufolge weit über friedlichen Protest hinaus.

Ein orangefarbenes Eichhörnchen als Erkennungszeichen

Im Mittelpunkt stehen Berlin und Frankfurt am Main. Außerdem sind Kundgebungen in Hamburg, Köln, Stuttgart, Bremen, München, Leipzig und Düsseldorf angekündigt. Sie sollen am Nachmittag beginnen und teilweise bis in die Nacht dauern. Mobilisiert wird über Telegram, Instagram, Reddit und X. Das gemeinsame Symbol ist ein orangefarbenes Eichhörnchen.

Die Bewegung vermischt viele Themen: hohe Lebenshaltungskosten, marode Schulen, Widerstand gegen eine mögliche Wehrpflicht und Solidarität mit den Palästinensern. Dazu kommen Parolen wie „Der Funke ist übergesprungen“ und „Zeit für Widerstand“. Nach Informationen der BILD unterstützen Gruppen aus dem linksradikalen Spektrum und die Linksjugend Solid die Aufrufe. Die Behörden achten vor allem auf Beiträge, die Bilder brennender Barrikaden zeigen und zur Nachahmung auffordern.

Die Bilder aus Frankreich und Italien

Was droht, zeigen die Nachbarländer. Laut Medienberichten wurden in Frankreich am Rande von Protesten gegen Teuerung und Bildungsmisere tausende Geschäfte geplündert. Außerdem wurden Rathäuser und Polizeistationen angegriffen. In Limoges brannte das historische Rathaus fast vollständig nieder. Die Regierung macht vor allem Linksextremisten für die Gewalt verantwortlich. In mehreren Städten gelten jetzt nächtliche Ausgangssperren.

In Mailand gab es mehr als 270 vorübergehende Festnahmen, die meisten davon Minderjährige. Regierungschefin Giorgia Meloni schickt deshalb 500 zusätzliche Soldaten in die Stadt, zunächst für drei Monate.

Poseck: „keinerlei Gewalt“

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte gegenüber BILD eine harte Linie an:

„Unsere Sicherheitsbehörden haben den 31. Oktober bereits fest im Blick. Unsere Polizei wird stark aufgestellt sein und konsequent handeln. Sie wird keinerlei Gewalt gegen Personen und Sachen dulden.“

Man werde nicht zulassen, dass „linke Chaoten unser Stadtbild bestimmen“, fügte der Minister hinzu.

Polizeigewerkschafter wirft der Politik Versagen vor

Manuel Ostermann, Vizechef der Deutschen Polizeigewerkschaft, rechnet mit dem Schlimmsten: Es könne „teils zu tagelangen Ausschreitungen“ kommen, mit „hässlichen Bildern“ und womöglich brutaler Gewalt. Er hält die deutsche Polizei zwar für besser vorbereitet als die französische, und rechtsfreie Räume werde es nicht geben. Der Politik wirft er aber vor, den Linksextremismus jahrelang unterschätzt zu haben. Er spricht von einem „formvollendeten Versagen der Politik“.

Forscherin warnt vor einem gefährlichen Bündnis

Die Frankfurter Extremismusforscherin Susanne Schröter sieht ebenfalls großes Eskalationspotenzial. Die radikalen Kräfte „berauschen sich an der Gewalt und an der Einschüchterung“, sagte sie der BILD. In Teilen des Protestmilieus erkennt sie eine „Allianz zwischen Linken und Islamisten“. Was beide verbinde, seien israelbezogener Antisemitismus, die Ablehnung der westlichen Ordnung und die Verherrlichung politischer Gewalt.

Berechtigter Frust, falsche Mittel

Die Sorgen vieler junger Menschen sind nicht ausgedacht. Mieten und Preise steigen, Schulen verfallen. Der versprochene Reformschub der Regierung Merz lässt dagegen weiter auf sich warten. Wer aber Schaufenster einschlägt und Rathäuser anzündet, löst keines dieser Probleme. Er schadet Händlern, Anwohnern und Steuerzahlern, also genau den Bürgern, die dieses Land am Laufen halten.

Ob der Funke wirklich überspringt, wird sich am 31. Oktober zeigen. Auch für den 20. November kursieren bereits Aufrufe. Die Innenminister sind gewarnt. Nach Jahren, in denen Linksextremismus aus Sicht vieler Kritiker zu lange kleingeredet wurde, zählt jetzt nur, ob der Staat sein Versprechen hält und auf Deutschlands Straßen die Ordnung schützt.

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