
Krawallnacht in Köln: WDR-Reporter sieht Schuld beim Wasserwerfer!

Flaschen, Fahrräder und Pyrotechnik flogen am Samstagabend in Köln auf Polizisten, am Rande der bundesweiten „Gen Z“-Proteste. Für einen Außenreporter des WDR stand trotzdem schnell fest, wo die Eskalation angefangen habe: beim Wasserwerfer der Polizei. Seine Einschätzung aus der „Aktuellen Stunde“ sorgt seither für Kopfschütteln.
„Sofort zur Eskalation geführt“
Der WDR-Reporter Jochen Hilgers hielt mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg. Das Auffahren des Wasserwerfers habe die Lage zum Kippen gebracht, so seine Darstellung. Er formulierte es so:
„Der Wasserwerfer hat sofort zur Eskalation der Situation geführt und hat auch dazu geführt, dass Unschuldige oder Leute, die damit der Situation gar nichts zu tun hatten, auch in Mitleidenschaft gezogen wurden.“
Die Polizei hätte nach seiner Auffassung „etwas mehr Fingerspitzengefühl“ zeigen sollen. Er räumte allerdings ein, es sei „leicht von dieser Position aus, zu kritisieren“. Es habe „beängstigende Szenen“ gegeben, viele Kinder und Jugendliche seien vor Ort gewesen, teils mit ihren Eltern. Sein Fazit: Ideal sei das nicht gewesen, der Einsatz werde „bestimmt aufgearbeitet werden müssen“. Der Sender verbreitete den Ausschnitt anschließend auch auf X.
Was der Clip nicht zeigt
Den Ausschnitt mit der Polizeikritik stellte der WDR prominent ins Netz. Weitere Aufnahmen seines Reporters von den schweren Krawallen veröffentlichte der beitragsfinanzierte Sender danach aber nicht. Dabei wurden Beamte laut Berichten massiv angegriffen, unter anderem mit Pyrotechnik und Wurfgeschossen.
Später zogen nach Polizeiangaben rund 200 Personen randalierend durch die Gegend rund um den Dom. Es flogen Flaschen und sogar Fahrräder auf die Einsatzkräfte. In einer Seitenstraße zertrümmerte ein geworfener E-Scooter eine Fensterscheibe. Zu Plünderungen sei es in Köln laut Polizei nicht gekommen.
Das ergibt ein seltsames Bild. Wer Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten wirft, hat die Eskalation längst selbst angefangen, da ist kein Wasserwerfer mehr nötig. Wer zuerst auf das Einsatzfahrzeug zeigt, dreht nach Ansicht vieler Kritiker Ursache und Wirkung um.
Frankfurt: Plünderungen und ein Waffenladen
In Frankfurt am Main ging es noch heftiger zu. Medienberichten zufolge wurden Polizisten mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik angegriffen. Randalierer plünderten Geschäfte, darunter Filialen von H&M und Snipes. Für bundesweites Entsetzen sorgten Bilder von einem gestürmten Waffengeschäft. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben zwei Waffen aus dem Laden sicher. Spezialkräfte bewachten das Geschäft, die Einkaufsmeile Zeil wurde gesperrt.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte, die Polizei sei massiv angegriffen worden. Auch aus Berlin, Hamburg und Leipzig wurden schwere Ausschreitungen gemeldet. Viele Beobachter fühlten sich an die jüngsten Krawalle in Frankreich erinnert.
Friedlicher Protest, gekapert von Gewalttätern
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte in mehr als 30 Städten zu Protesten aufgerufen. Dabei ging es um bessere Bildung, bezahlbaren Wohnraum, Klimaschutz und den Widerstand gegen eine Wehrpflicht. Tagsüber blieb es weitgehend friedlich, die Organisatoren distanzierten sich von der Gewalt. Berichten zufolge mischten sich Krawallmacher und Extremisten offenbar teils gezielt unter die Demonstrationszüge.
Wer muss hier eigentlich was aufarbeiten?
Dass Polizeieinsätze kritisch überprüft werden, gehört zum Rechtsstaat. Dafür gibt es Gerichte, parlamentarische Kontrolle und interne Ermittlungen. Bemerkenswert ist aber, wie schnell ein öffentlich-rechtlicher Reporter die Verantwortung bei den Beamten ablädt, während Kollegen noch Steine und Flaschen abwehren.
Für viele Bürger, die den WDR über den Rundfunkbeitrag mitfinanzieren, passt das in ein bekanntes Muster: Wer für Ordnung sorgt, wird kritisiert, und die Gewalt der Randalierer gerät in den Hintergrund. Polizisten, die in solchen Nächten den Kopf hinhalten, verdienen Rückhalt statt Belehrungen vom Reporterposten. Aufgearbeitet werden muss vor allem eines: Warum sich Gewalttäter in deutschen Innenstädten offenbar so sicher fühlen.
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