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Krieg am Persischen Golf: Trump erwägt Bodentruppen im Iran – und bricht damit sein größtes Versprechen

Krieg am Persischen Golf: Trump erwägt Bodentruppen im Iran – und bricht damit sein größtes Versprechen

Was als gezielte Luftschläge gegen iranische Militäreinrichtungen begann, könnte sich schon bald zu einem ausgewachsenen Bodenkrieg entwickeln. Die Trump-Administration diskutiert nach Informationen mehrerer mit der Angelegenheit vertrauter Personen ernsthaft die Entsendung tausender US-Soldaten in den Nahen Osten – einschließlich möglicher Einsätze auf iranischem Boden. Eine Eskalation, die nicht nur die geopolitische Landkarte neu zeichnen, sondern auch die Energiemärkte in beispiellose Turbulenzen stürzen könnte.

Die Straße von Hormus als strategisches Nadelöhr

Im Zentrum der militärischen Planungen steht die Sicherung der Straße von Hormus – jener schmalen Meerenge, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt. Was zunächst als Marine- und Luftwaffenoperation konzipiert sei, könnte nach Angaben von vier Quellen, darunter zwei US-Beamte, auch die Stationierung amerikanischer Truppen an der iranischen Küstenlinie erfordern. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Amerikanische Soldaten auf iranischem Boden – ein Szenario, das noch vor wenigen Monaten als undenkbar galt.

Besonders brisant sind die Überlegungen zur iranischen Insel Kharg. Über dieses kleine Eiland werden 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt. Die USA haben die Insel bereits am 13. März mit Luftschlägen attackiert, doch Militärexperten würden eine Kontrolle der Insel einer Zerstörung vorziehen – schließlich spielt sie eine zentrale Rolle für die iranische Wirtschaft und damit auch für die globalen Energiemärkte. Ein US-Beamter räumte allerdings ein, dass eine solche Operation „äußerst riskant" wäre, da Iran die Insel mit Raketen und Drohnen erreichen könne.

Operation „Epic Fury" – und ihre verheerenden Zahlen

Die Dimension des Konflikts ist bereits jetzt atemberaubend. Seit dem Beginn der Militäroperation am 28. Februar hat das US-Militär mehr als 7.800 Luftschläge durchgeführt und über 120 iranische Schiffe beschädigt oder zerstört. Rund 50.000 US-Soldaten sind derzeit in der Region stationiert. Doch der Preis ist hoch: 13 amerikanische Soldaten haben bereits ihr Leben verloren, etwa 200 wurden verwundet – und das wohlgemerkt ohne jeglichen Bodeneinsatz auf iranischem Territorium.

Ein Sprecher des Weißen Hauses betonte, es gebe „derzeit keine Entscheidung, Bodentruppen zu entsenden", fügte jedoch vielsagend hinzu, dass Präsident Trump „klugerweise alle Optionen zur Verfügung" behalte. Die erklärten Ziele der „Operation Epic Fury" lesen sich wie ein militärisches Maximalprogram: die Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten, die Vernichtung der iranischen Marine, die Neutralisierung terroristischer Stellvertreter und die Garantie, dass Iran niemals eine Atomwaffe besitzen werde.

Trumps gebrochenes Versprechen

Die Ironie könnte kaum bitterer sein. Jahrelang hatte Donald Trump seine Vorgänger für deren militärische Abenteuer im Nahen Osten gegeißelt. „Keine neuen Kriege" – das war eines seiner zentralen Wahlversprechen. Nun, in seiner zweiten Amtszeit, führt er selbst einen Krieg, der in seiner dritten Woche angelangt ist und dessen Ende nicht absehbar scheint. Zwar weigerte sich Trump zuletzt, die Möglichkeit von „Boots on the Ground" im Iran kategorisch auszuschließen, doch jeder Einsatz von Bodentruppen – selbst für eine begrenzte Mission – birgt für ihn erhebliche innenpolitische Risiken.

Die amerikanische Öffentlichkeit steht dem Iran-Feldzug mehrheitlich skeptisch gegenüber. Und Trumps eigene Wählerbasis, die ihn gerade wegen seiner Antikriegsrhetorik unterstützte, dürfte bei einer Truppenentsendung in den Iran mehr als nur irritiert reagieren. Es ist ein klassisches Dilemma: Die militärische Logik drängt zur Eskalation, während die politische Vernunft zur Zurückhaltung mahnt.

Das nukleare Puzzle

Besonders heikel ist die Frage des iranischen Uranbestands. Die Trump-Administration diskutiere auch die Möglichkeit, US-Streitkräfte zur Sicherung der iranischen Vorräte an hochangereichertem Uran einzusetzen. Experten warnen jedoch, dass selbst für amerikanische Spezialeinheiten eine solche Operation hochkomplex und riskant wäre. Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme vor dem Kongress, das iranische Urananreicherungsprogramm sei durch Luftschläge im Juni „ausgelöscht" und die Zugänge zu den unterirdischen Anlagen „mit Zement verschüttet und versiegelt" worden.

Doch reicht das? Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses räumte ein, es gebe „verschiedene Wege", an Irans nukleares Material zu gelangen, Trump habe aber noch keine Entscheidung getroffen. Die Formulierung lässt tief blicken – und lässt wenig Zweifel daran, dass alle Optionen, einschließlich eines Bodeneinsatzes, auf dem Tisch liegen.

Verbündete lassen Washington im Stich

Bezeichnend ist auch Trumps Zickzackkurs bei der Frage, wer die Straße von Hormus eigentlich sichern soll. Nachdem er zunächst angekündigt hatte, die US-Marine werde Schiffe eskortieren, forderte er andere Länder auf, bei der Öffnung der strategischen Wasserstraße zu helfen. Das Interesse der Verbündeten? Gleich null. Frustriert philosophierte Trump daraufhin auf Truth Social, ob man nicht einfach „den Rest des iranischen Terrorstaates erledigen" und die Verantwortung für die Meerenge jenen Ländern überlassen solle, die sie tatsächlich nutzen.

Diese Haltung offenbart ein grundsätzliches Problem westlicher Sicherheitspolitik: Während die USA die militärische Last tragen, halten sich die europäischen Verbündeten – allen voran Deutschland – vornehm zurück. Eine Bundesrepublik, die nicht einmal ihre eigene Verteidigung auf die Reihe bekommt, wird kaum zur Sicherung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt beitragen können. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Große Koalition unter Friedrich Merz aufgelegt hat, fließt in Infrastruktur – nicht in militärische Fähigkeiten, die Deutschland dringend bräuchte, um als ernstzunehmender Bündnispartner wahrgenommen zu werden.

Ölpreis und Goldpreis im Aufwind

Für die globalen Märkte sind die Entwicklungen am Persischen Golf von enormer Tragweite. Die Straße von Hormus ist die Lebensader der weltweiten Energieversorgung. Jede weitere Eskalation treibt den Ölpreis in die Höhe – und damit auch die Inflation, die ohnehin schon wie ein Mühlstein am Hals der europäischen Volkswirtschaften hängt. In solchen Zeiten geopolitischer Unsicherheit erweist sich einmal mehr physisches Gold als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Während Aktienmärkte nervös auf jede neue Schlagzeile reagieren und Währungen unter dem Druck steigender Energiekosten ächzen, bewährt sich das Edelmetall als das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Schutzschild gegen Chaos und Unsicherheit.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trump den Rubikon überschreitet und tatsächlich Bodentruppen in den Iran entsendet. Die militärische Logik mag dafür sprechen – die politischen Kosten wären jedoch immens. Eines steht fest: Die Welt steht an einem gefährlichen Wendepunkt, und die Konsequenzen werden weit über den Persischen Golf hinaus zu spüren sein.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – sei es in Edelmetalle, Aktien oder andere Anlageklassen – muss eigenverantwortlich und nach sorgfältiger eigener Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keinerlei Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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