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Kettner Edelmetalle
16.08.2026
09:16 Uhr
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Nach dem Tod ihres Sohnes: Jetzt werden die Eltern auch angefeindet

Nach dem Tod ihres Sohnes: Jetzt werden die Eltern auch angefeindet
Symbolbild: KI-generiert

Ihr Sohn Marius wurde am 15. Juli 2026 in Trier auf offener Straße erstochen – ein Zufallsopfer, 22 Jahre alt, kurz vor dem Bachelor. Seither trauern Elke und Thomas Dick aus Landstuhl. Und werden im Netz beschimpft. Der Grund: Beide engagieren sich seit über zwei Jahrzehnten kommunalpolitisch für die CDU.

Ein Einkauf, ein Küchenmesser, ein zerstörtes Leben

Der Tathergang ist so banal wie erschütternd. Marius Dick, Student der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Trier, kam vom Einkaufen. Auf einem Fußweg der Robert-Schuman-Allee soll ihn ein gleichaltriger Mann laut Ermittlern ohne erkennbares Motiv mit einem Küchenmesser angegriffen und mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen haben.

Der junge Mann brach zusammen und starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus. Der Beschuldigte flüchtete, wurde kurz darauf gefasst und räumte die Tat den Angaben zufolge unmittelbar ein. Weitere Angaben machte er nicht. Ein Ermittlungsrichter ordnete die einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie an, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts des Totschlags. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Seit 2015 im Land, abgelehnter Asylantrag – und trotzdem unbefristet

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen afghanischen Staatsangehörigen, der 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling einreiste. Sein Asylantrag sei 2017 abgelehnt worden – das BAMF stellte jedoch ein zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot fest. 2023 erhielt er eine Niederlassungserlaubnis, also einen unbefristeten Aufenthaltstitel.

Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) zufolge galt der Mann als gut integriert: Schulabschluss, Berufsausbildung, seit vier Jahren fest angestellt in Trier. Nach vorläufigen Erkenntnissen leidet er an einer psychischen Erkrankung und war zuvor bereits in psychiatrischer Behandlung. Für eine politisch oder islamistisch motivierte Tat lägen bislang keine konkreten Anhaltspunkte vor, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

„Blut an den Händen“ – Hass gegen eine trauernde Mutter

Was diesen Fall zusätzlich verstört: Neben tausendfacher Anteilnahme erreichen die Eltern nach eigener Schilderung menschenverachtende Kommentare. Weil Elke Dick CDU-Mitglied ist, habe jemand geschrieben, sie habe selbst Blut an den Händen – sie sei also mitschuldig am Tod des eigenen Sohnes. Ihr Mann sieht darin ein Symptom gesellschaftlicher Spaltung; manche empfänden offenbar Genugtuung, wenn es „jemanden aus diesem Milieu“ treffe.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein moralischer Tiefpunkt. Wer trauernden Eltern parteipolitisch die Schuld am Tod ihres Kindes zuschiebt, hat jedes Maß verloren.

Der Fall reiht sich ein – und die Politik diskutiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) telefonierte den Eltern zufolge rund zehn Minuten mit ihnen; das Gespräch sei sehr emotional gewesen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, es hielten sich Menschen in Deutschland auf, die unter Verweis auf psychische Störungen schwerste Straftaten begingen – das könne die Gesellschaft nicht akzeptieren.

Der Fall steht nicht allein. Im Januar 2025 tötete ein psychisch kranker Afghane in Aschaffenburg ein zweijähriges Kind und einen Passanten. In Rheinland-Pfalz wurden im vergangenen Jahr 561 Messerstraftaten registriert; 48,3 Prozent der Tatverdächtigen waren keine deutschen Staatsbürger.

Die CDU-Landtagsfraktion fordert nun eine Meldepflicht: Psychiatrien sollen die Polizei informieren, wenn potenziell gefährliche Patienten entlassen werden. Das Innenministerium hält einen früheren Informationsaustausch grundsätzlich für sinnvoll.

Bleibt die Frage, die Thomas Dick öffentlich stellt: Warum? Und warum erst jetzt? Für viele Bürger ist der Schutz des eigenen Lebens keine Verhandlungsmasse, sondern die Kernaufgabe des Staates.

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