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Kettner Edelmetalle
17.06.2026
06:05 Uhr

Naher Osten in Aufruhr: US-Iran-Deal stellt Israel kalt – und treibt den Ölpreis ins Ungewisse

Naher Osten in Aufruhr: US-Iran-Deal stellt Israel kalt – und treibt den Ölpreis ins Ungewisse

Während die Welt gebannt nach Genf blickt, wo am Freitag ein bemerkenswertes Abkommen zwischen Washington und Teheran unterzeichnet werden soll, offenbart sich ein diplomatisches Schauspiel, das man so kaum für möglich gehalten hätte. Ausgerechnet die USA – seit Jahrzehnten der engste Verbündete Israels – haben einen Deal mit dem Iran eingefädelt, von dem der Staat Israel offenbar bewusst ausgeschlossen wurde. Eine Brüskierung, die in Jerusalem für Entsetzen sorgt und die Spielregeln im Nahen Osten neu schreiben könnte.

Beirut und Teheran fordern: Washington soll Israel zügeln

Wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, hätten der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri und sein iranischer Amtskollege Mohammad Bagher Ghalibaf in einem Telefonat eine unmissverständliche Botschaft an die Vereinigten Staaten gesendet: Man möge Israel dazu bringen, seinen Krieg im Libanon zu beenden, das Abreißen von Dörfern einzustellen und sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen.

Die beiden Politiker sollen dabei betont haben, dass die USA als Garantiemacht des Memorandums gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft ihrer Verantwortung nachkommen müssten – nämlich Israel zur Achtung der libanesischen Souveränität zu zwingen. Iranische Vertreter hätten zuvor klargestellt, dass jedes Friedensabkommen mit Washington einen israelischen Truppenabzug aus dem Südlibanon voraussetze.

Die kalte Schulter für Jerusalem

Besonders pikant: Israel habe formell Zugang zu dem Memorandum mit dem Iran beantragt – und sei abgewiesen worden. Ein israelischer Reporter bezeichnete diesen Vorgang als außergewöhnlich und höchst ungewöhnlich zwischen engen Verbündeten bei einer Frage von solch kritischer nationaler Sicherheitsbedeutung. Man stelle sich das einmal vor: Der treueste Partner Amerikas in der Region wird wie ein lästiger Bittsteller behandelt.

Präsident Trump selbst hat das militärische Vorgehen Israels gegen die Hisbollah als zu blutig kritisiert und sich öffentlich unzufrieden mit der israelischen Kriegsführung gezeigt. Premierminister Benjamin Netanyahu räumte ein, dass er und Trump nicht immer einer Meinung seien – eine diplomatische Untertreibung angesichts der tiefen Risse, die sich hier auftun.

Israelische Offizielle stellten am Montag klar, dass ihre Truppen im Libanon bleiben würden – Trumps Abkommen binde sie nicht.

Das 14-Punkte-Memorandum: Viel Lärm, wenig Transparenz

Trump, Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf hätten virtuell ein Friedensabkommen unterzeichnet, das die US-Seeblockade der Straße von Hormus beenden und 60 Tage nuklearer Verhandlungen einläuten solle. Der vollständige Text des sogenannten Memorandums – ein 14-Punkte-Dokument – ist bis heute nicht veröffentlicht worden. Trump kündigte lediglich an, die Bedingungen würden bald offengelegt.

Bemerkenswert ist Trumps Wortwahl: Man habe es nun mit rationalen Menschen im Iran zu tun, die iranische Führung sei nett im Umgang. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Mullah-Regime über Nacht zum verlässlichen Verhandlungspartner mutiert?

Der mysteriöse 300-Milliarden-Fonds

Für Verwirrung sorgten Berichte über einen angeblichen Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar. Während Vizepräsident Vance gegenüber CBS andeutete, der Iran könne Zugang zu einem solchen Fonds erhalten – finanziert durch eine Koalition der Golfstaaten –, dementierte Trump auf seiner Plattform Truth Social vehement jegliche Zahlungen und schob die Geschichte den politischen Gegnern in die Schuhe.

Hormus öffnet – doch der Ölmarkt bleibt nervös

Mit der geplanten Wiedereröffnung der Straße von Hormus am Freitag könnten die maritime Blockade und der verstopfte Nadelöhr-Seeweg bald der Vergangenheit angehören. Doch die Auswirkungen auf die physischen Märkte dürften noch Monate, womöglich länger anhalten. Die Analysten von Barclays halten an ihrer Prognose von 100 Dollar je Barrel für die Nordseesorte Brent fest – trotz des jüngsten Preisrutsches von rund fünf Prozent.

Die Zahlen sind dramatisch: In den ersten elf Wochen des Konflikts seien die globalen Ölbestände um über 350 Millionen Barrel gefallen. Die US-Handelslagerbestände lägen bereits unter dem Tiefpunkt von Anfang 2022 und schrumpften weiter rasant. Katar plane indes, seine LNG-Produktion nach Wiederöffnung der Meerenge rapide hochzufahren – auf etwa 50 Prozent der Kapazität binnen eines Monats, auf rund 80 Prozent binnen zweier Monate.

Netanyahus politisches Vabanquespiel

Für Benjamin Netanyahu könnte sich seine enge Bindung an Trump nun als Bumerang erweisen. Er habe sein politisches Schicksal auf diese Beziehung gesetzt – ausgerechnet jetzt, da der US-Präsident einen Deal mit dem Iran geschlossen hat, den ein Großteil Israels ablehnt. Im Herbst stehen Wahlen an, und der israelische Regierungschef muss sich mit einem Abkommen herumschlagen, das die Islamische Republik intakt lässt. Eine bittere Pille für Israelis aller Couleur.

Eine Lehre für unsichere Zeiten

Was sich im Nahen Osten abspielt, ist ein Lehrstück über die Unberechenbarkeit der Weltpolitik. Bündnisse, die in Stein gemeißelt schienen, geraten ins Wanken. Energiemärkte taumeln, Ölpreise schwanken, und geopolitische Gewissheiten lösen sich in Luft auf. Wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Papierwerte, schwankende Aktienkurse oder undurchsichtige Fondskonstruktionen setzt, spielt mit dem Feuer.

Gerade in einer Welt, in der diplomatische Erdbeben binnen Stunden ganze Märkte erschüttern können, beweist physisches Gold und Silber seit Jahrtausenden seinen unerschütterlichen Wert. Edelmetalle kennen keine geopolitischen Loyalitäten, keine geheimen Memoranden und keine über Nacht zerbrechenden Allianzen. Sie sind das, was sie sind – ein zeitloser Anker in stürmischen Zeiten und eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute Portefeuille zur Vermögenssicherung.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Informationen und Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Quellen. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren oder einen qualifizierten Berater hinzuzuziehen, und trägt für seine Anlageentscheidungen die volle Verantwortung selbst. Eine Haftung für etwaige Verluste ist ausgeschlossen.

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