
Peking als Friedensstifter? China schaltet sich in den Krieg zwischen Pakistan und Afghanistan ein
Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf den eskalierenden Konflikt zwischen Israel und dem Iran blickt, tobt im Schatten der großen Schlagzeilen ein weiterer heißer Krieg – und kaum jemand nimmt Notiz davon. Seit Wochen liefern sich Pakistan und Afghanistan die blutigsten Gefechte seit Jahren. Nun betritt ein mächtiger Akteur die Bühne der Vermittlung: China.
Ein Krieg, der im Westen kaum Beachtung findet
Es war der 27. Februar, als Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif einen „totalen Krieg" gegen Afghanistan erklärte. Seitdem bombardiert die pakistanische Armee Grenzregionen und – man höre und staune – sogar die afghanische Hauptstadt Kabul. Die Taliban-Regierung in Kabul beschuldigte Pakistan am Montag, ein Krankenhaus für Drogenabhängige in der Hauptstadt angegriffen zu haben. Vier Menschen seien getötet, mehrere weitere verletzt worden. Stunden zuvor hätten sich beide Seiten entlang der gemeinsamen Grenze beschossen, wobei weitere vier Menschen auf afghanischer Seite ums Leben kamen.
Pakistans Armee verfügt über eine erdrückende militärische Überlegenheit. Doch die Taliban kennen andere Mittel. Terroranschläge islamistischer Gruppen sind in pakistanischen Städten beinahe zur traurigen Normalität geworden – und Islamabad macht genau diese Bedrohung als zentralen Kriegsgrund geltend. Viele dieser Terrorgruppen sollen ihre Unterstützung aus Afghanistan beziehen. Ein Teufelskreis der Gewalt, der sich seit Wochen immer schneller dreht.
Pekings diplomatische Offensive
In dieses Vakuum stößt nun China vor. Außenminister Wang Yi habe in den vergangenen Tagen sowohl mit seinem pakistanischen als auch mit seinem afghanischen Amtskollegen telefoniert, bestätigte Peking am Montag. Der chinesische Sondergesandte für Afghanistan pendle bereits zwischen beiden Ländern hin und her, erklärte Außenamtssprecher Lin Jian. Die chinesischen Botschaften stünden in engem Kontakt mit beiden Seiten.
„China hofft, dass Afghanistan und Pakistan ruhig und zurückhaltend bleiben, so schnell wie möglich direkte Gespräche aufnehmen, einen Waffenstillstand bei nächster Gelegenheit erreichen und Differenzen sowie Streitigkeiten durch Dialog lösen."
So die offizielle Verlautbarung aus Peking. Klingt nach Diplomatie aus dem Lehrbuch. Doch hinter den wohlklingenden Worten steckt knallhartes Kalkül.
Pekings strategisches Spiel in Zentralasien
China hat in den vergangenen Jahren seine diplomatischen Fühler im Nahen Osten und in Zentralasien systematisch ausgestreckt. Peking inszeniert sich dabei geschickt als Friedensstifter – und versucht, sich bewusst von Washingtons Geschichte der Regimewechsel-Kriege in derselben Region abzugrenzen. Man erinnere sich: Es war China, das 2023 die historische Annäherung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran vermittelte. Ein diplomatischer Coup, der in Washington für erhebliche Nervosität sorgte.
Dass Peking nun auch zwischen Pakistan – einem langjährigen Verbündeten und Empfänger milliardenschwerer chinesischer Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor – und dem Taliban-Regime in Kabul vermittelt, überrascht kaum. China hat handfeste wirtschaftliche Interessen in der Region, darunter den Zugang zu afghanischen Bodenschätzen und die Sicherheit seiner Seidenstraßen-Projekte.
Die entscheidende Frage lautet: Kann Peking dort Erfolg haben, wo der Westen seit Jahrzehnten gescheitert ist? Die Region zwischen Hindukusch und Indus ist ein Friedhof gescheiterter Friedensmissionen. Doch eines muss man den Chinesen lassen – sie kommen ohne moralische Belehrungen, ohne Demokratie-Export und ohne Militärbasen. Ob das reicht, um zwei erbitterte Nachbarn an einen Tisch zu bringen, wird sich zeigen. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Sturm, und die Welt täte gut daran, diesen Konflikt nicht länger zu ignorieren.
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