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Kettner Edelmetalle
08.09.2026
05:47 Uhr
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Peking hortet Gold: 22 Monate Kaufrausch — und kein Ende!

Peking hortet Gold: 22 Monate Kaufrausch — und kein Ende!
Symbolbild: KI-generiert

Die chinesische Notenbank hat im August so viel Gold gekauft wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Laut den am Montag veröffentlichten Zahlen der People's Bank of China stiegen die Bestände um 650.000 Feinunzen — rund 20 Tonnen. Damit läuft die Einkaufsserie der Chinesen nun schon 22 Monate in Folge.

Und das Bemerkenswerte daran: Peking kaufte, obwohl der Goldpreis im August um fast zehn Prozent explodierte. Wer sonst greift zu, wenn es teuer wird?

Die Zahlen hinter dem Rekord

Nach den offiziellen Angaben lagen Chinas Goldreserven Ende August bei etwa 76,73 Millionen Unzen, umgerechnet rund 2.387 Tonnen. Der Marktwert dieses Schatzes wird in Medienberichten auf etwa 350 Milliarden US-Dollar bemessen. Im Juli hatte die Notenbank bereits 640.000 Unzen zugekauft.

Peking ist damit kein Einzelfall, sondern Teil eines globalen Trends. Nach Branchendaten kauften die Zentralbanken der Welt im zweiten Quartal 2026 netto 288,9 Tonnen Gold — der höchste jemals gemessene Quartalswert. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Notierungen zwischenzeitlich unter Druck standen.

Warum flĂĽchten Staaten ins Metall?

Der Auslöser der August-Rally hat einen Namen, der in Finanzkreisen längst zum Schlagwort geworden ist: der Debasement Trade — die Wette gegen die Entwertung von Papiergeld. Auslöser waren dem Bericht zufolge Pläne des US-Finanzministeriums, Staatsanleihen in großem Stil zurückzukaufen. Investoren fürchten dadurch mehr Inflation und einen schwächeren Dollar.

Die Logik ist so alt wie das Geld selbst: Wenn Staaten ihre Schuldenberge nicht mehr abbauen, sondern nur noch verwalten, sucht Kapital nach Werten, die keine Regierung per Knopfdruck vermehren kann. Gold trägt keine Zinsen — aber es trägt auch kein Ausfallrisiko.

Und die Kurstafeln sprechen eine deutliche Sprache: Gold-Futures notieren bei rund 4.713 Dollar je Unze, Silber sprang auf ĂĽber 75 Dollar, Platin auf knapp 1.974 Dollar. Auch Kupfer markierte laut Marktberichten ein Allzeithoch, angetrieben von Zoll-Turbulenzen und einem strukturellen Angebotsdefizit.

Ein geopolitisches Signal — nicht nur ein Trade

Beobachter deuten Chinas Dauerkäufe als strategische Entscheidung, weniger abhängig vom Dollar zu werden. Wer Reserven in Barren statt in fremden Staatsanleihen hält, macht sich unempfindlich gegen Sanktionen, Zölle und politische Launen in Washington.

Aus Sicht unserer Redaktion sollte das in Berlin und Brüssel nachdenklich machen. Während Notenbanken von Asien bis Osteuropa reale Werte anhäufen, diskutiert die deutsche Politik über ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und im Grundgesetz verankerte Klimaziele — finanziert auf Kredit, den am Ende die Steuerzahler bedienen müssen.

Bleibt der RĂĽckenwind?

Garantiert ist nichts. Hohe Anleiherenditen bleiben für zinsloses Gold kurzfristig ein Gegenwind, und robuste US-Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen an eine straffere Fed-Politik zuletzt wieder befeuert. Analysten der US-Großbank Citi sollen ihr Kursziel dennoch bei rund 5.000 Dollar auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten sehen.

Was Anleger daraus mitnehmen können? Die größten und finanzstärksten Käufer am Markt sind derzeit nicht Kleinsparer, sondern Staaten. Wenn Zentralbanken Monat für Monat physisches Metall in ihre Tresore fahren, ist das ein Vertrauensvotum — und eine Warnung an alle, die ihr Vermögen ausschließlich in Papierwerten halten. Physische Edelmetalle bleiben eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren. Die Einordnungen entsprechen unserer Meinung und den uns vorliegenden Informationen.

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