
Pekings Steuerjagd: Chinas Superreiche packen die Koffer!

China nimmt sich die Vermögen seiner reichsten Bürger vor, und zwar weltweit. Medienberichten zufolge durchleuchten die Behörden Auslandsvermögen, Banken frieren Konten ein, und manchen Betroffenen wird die Ausreise verweigert. Damit könnte Peking genau das auslösen, was es eigentlich verhindern will: eine neue Welle der Kapitalflucht.
Ein Steuer-Feldzug in Rekordtempo
Die Maßnahmen kamen 2026 Schlag auf Schlag. Im Mai drängte Peking Banken und Broker in Hongkong, Festlandkunden den Handel mit ausländischen Aktien zu erschweren. Am 24. Juli folgte der große Hammer. Finanzministerium und Steuerverwaltung führten gemeinsam eine Einkommensteuer von 20 Prozent auf Offshore-Trusts ein. Genau diese Konstruktion galt jahrzehntelang als sicherer Hafen für reiche Familien.
Danach ging es weiter. Steuerämter in Metropolen wie Peking und Hangzhou sollen inzwischen Erträge aus ausländischen Versicherungspolicen besteuern. Laut einem Bericht der Financial Times wurden Banken angewiesen, die Auslandsanlagen wohlhabender Kunden zu prüfen, darunter Gewinne aus Immobilien, Aktien, Kryptowährungen und Edelmetallen. Manche Prüfungen reichen demnach mehr als 25 Jahre zurück.
Warum Peking plötzlich so gierig ist
Die Antwort ist ernüchternd: Der Staat braucht Geld, und zwar dringend. Mit der Immobilienkrise sind die Einnahmen aus Landverkäufen eingebrochen, von denen viele Kommunen lebten. Nach Schätzungen der britischen Bank Barclays fielen Chinas Staatseinnahmen von 26 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 auf rund 20 Prozent im Jahr 2025. Die Ausgaben lagen dagegen weiter bei knapp 29 Prozent.
Hinzu kommt der industriepolitische Ehrgeiz. Peking will Kapital in künstliche Intelligenz, Halbleiter und grüne Technologien lenken. Ein Geldtopf lockt dabei besonders: Nach Angaben der Boston Consulting Group sollen chinesische Superreiche bis zu 1,2 Billionen US-Dollar im Ausland geparkt haben, vor allem in Hongkong und Singapur.
Ein Rekord, der in Peking die Alarmglocken schrillen lässt
Die Flucht des Geldes läuft längst. Nach Barclays-Berechnungen erreichten die Netto-Kapitalabflüsse 2025 fast 780 Milliarden Dollar. Das ist mehr als beim bisherigen Rekord von rund 630 Milliarden im Jahr 2015. Ein Experte der Denkfabrik Brookings brachte Pekings Botschaft sinngemäß auf den Punkt: Die Reichen sollten ihr Geld gefälligst im Land behalten.
Der Bumerang-Effekt
Hier liegt die Ironie. Wer Konten sperrt und Ausreisen verbietet, schafft kein Vertrauen. Er zeigt vielmehr, dass Eigentum nur so lange sicher ist, wie der Staat es duldet. Beobachter rechnen damit, dass Vermögende nun erst recht nach Auswegen suchen, bevor sich die Tür ganz schließt.
Und die Tür könnte sich weiter schließen. Analysten von Barclays und der Bank of America halten die bisherigen Schritte nur für den Anfang. Als nächste Ziele nennen sie Zinserträge, Gehälter und Immobiliengewinne im Ausland. Langfristig sei sogar eine Erbschaftsteuer denkbar. Ein Anwalt aus Singapur erwartet laut CNBC zudem eine Wegzugsteuer auf nicht realisierte Gewinne für alle, die auswandern.
Eine Lektion, die auch Deutschland betrifft
Für deutsche Sparer klingt das weit weg, ist es aber nicht. Wenn die Kassen leer sind, greift der Staat dorthin, wo Vermögen liegt, egal ob in Peking oder anderswo. Hierzulande lastet ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf künftigen Haushalten. Und die Debatte über höhere Abgaben für Vermögende flammt immer wieder auf, besonders in der SPD. Dass China im Grunde nur Lücken schließt, die westliche Staaten längst geschlossen haben, beruhigt da wenig.
Der Fall China zeigt, wie schnell Vermögen, das bei Banken und Verwahrstellen liegt, ins Visier geraten kann. Wer sich gegen politische Risiken und den Wertverlust von Papiergeld absichern will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber, legal erworben und ordnungsgemäß versteuert, gehören seit Jahrhunderten zu den bewährten Bausteinen dafür.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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