
Porsche im Sinkflug: Ist die Krise im Westen schon im System angelegt?
Die Gewinnmarge von Porsche ist von 18 auf 1,1 Prozent eingebrochen. Jetzt soll mittelfristig jede vierte Stelle wegfallen. Für einen Finanzanalysten und Trendfolge-Experten ist das kein Ausrutscher einzelner Manager, sondern ein Zeichen dafür, dass im westlichen Wirtschaftsmodell etwas grundlegend schiefläuft. Seine Frage klingt unbequem: Produziert das System seine Krisen inzwischen selbst?
Mehr Leistung, weniger im Portemonnaie
Zuerst das Paradox. Die Arbeitsproduktivität in den USA steigt seit Jahrzehnten fast ohne Pause. Mit dem gleichen Aufwand entsteht immer mehr Wert, angetrieben durch Technik, Computer und lange Zeit billige Energie. An mangelndem Fleiß kann es also nicht liegen.
Trotzdem kommen viele Haushalte schlechter über die Runden. Der Analyst verweist darauf, dass Familien immer weniger zurücklegen können und öfter mit der Kreditkarte bezahlen müssen. Viele Beobachter hielten das für ein vorübergehendes Problem oder gäben den Betroffenen selbst die Schuld. Wenn aber immer mehr Menschen betroffen sind, liegt der Fehler womöglich im System.
Wenn die Kaufkraft schwindet, wird es für alle teuer
Eigentlich ist das simple Marktlogik: Firmen verdienen dann am besten, wenn ihre Kunden Geld haben. Hotels wären voller, Restaurants besser besucht, Autohändler hätten mehr Kundschaft. Sinkt die Kaufkraft, müssen Unternehmen die Preise senken, weniger produzieren oder am Ende aufgeben.
Porsche ist dafür das Lehrbuchbeispiel. Medienberichten zufolge setzen dem Sportwagenbauer vor allem der Absatzeinbruch in China und höhere US-Zölle zu. Auf dem Kapitalmarkttag am 7. Oktober in Weissach stellte Konzernchef Michael Leiters die Strategie „Sportwagenschmiede '35“ vor. Sie sieht vor:
- 25 Prozent weniger Beschäftigte, langfristig sind 30 Prozent angestrebt
- 40 Prozent weniger Führungsposten
- eine Gewinnschwelle unter 200.000 Fahrzeugen
- mittelfristig wieder 10 bis 15 Prozent operative Rendite
Dabei behauptet kaum jemand, dass Porsche schlechte Autos baut. Genau das macht den Fall so unheimlich.
Die gefährliche Abwärtsspirale
Wenn viele Firmen gleichzeitig Stellen streichen und weniger produzieren, sinkt die Kaufkraft im nächsten Jahr weiter. Dann folgen neue Kürzungen, und die Spirale dreht sich schneller. Ökonomen sprechen von einer deflationären Todesspirale.
Laut dem Analysten springt dann fast immer der Staat ein. Er nimmt Schulden auf und schafft damit eine künstliche Nachfrage, wo die echte gerade wegbricht. Der Preis dafür ist hoch: Die Politik entscheidet, wer auf dem Markt gewinnt und wer verliert. Erfolg hängt dann weniger von guten Ideen ab und mehr von den richtigen Kontakten zur Regierung. Der Autor nennt das Staatskapitalismus und erinnert dabei bissig an die Sowjetunion.
Deutschland steckt mittendrin
Hierzulande ist das längst Alltag. Die Regierung Merz plant ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Infrastruktur und fährt die Rüstungsausgaben kräftig hoch. Der Analyst beobachtet, dass deutsche Industriebetriebe ihre klassische Produktion zurückfahren und sich stattdessen staatliche Rüstungsaufträge sichern. Kritiker halten das für eine gefährliche Verschiebung: Der Steuerzahler ersetzt den Kunden, und am Ende bezahlen künftige Generationen die Schulden. Dabei hatte Friedrich Merz einst versprochen, keine neuen Schulden zu machen.
Polarisierung ohne Ausweg?
Der Autor sieht als Folge eine immer größere Kluft beim Vermögen. Wer politisch gut vernetzt ist, wird reicher. Wer nicht, fällt zurück. Wer viel hat, nutze seinen Einfluss seiner Ansicht nach eher, um Privilegien zu sichern, als um sie zu teilen.
Sein Fazit fällt düster aus. Mit einem „Weiter so“ lasse sich diese Dauerkrise nicht lösen. Er rechnet damit, dass immer wieder akute Krisen aufbrechen, obwohl Technik und Produktivität weiter wachsen.
Ob man diese Einschätzung ganz teilt oder nicht: Wenn Staaten mit immer mehr Schulden eine künstliche Nachfrage erzeugen, verliert Papiergeld langfristig an Wert. Gold und Silber haben über Jahrhunderte gezeigt, dass sie ihren Wert halten, wenn Regierungen ihre Versprechen brechen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Absicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzprodukte zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
- Themen:
- #Aktien
- #Insolvenzen
- #BIP
- #Steuern
- #CDU-CSU

Als PDF in wenigen Sekunden per E-Mail.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











