
Rohdiamanten im Mittelmaß: AfD will Elitegymnasien für Berlins Hochbegabte

Berlin hat eine Begabtenlücke, und jetzt liegt ein konkreter Plan dafür auf dem Tisch. Der AfD-Abgeordnete Tommy Tabor verlangt in einem am 6. November 2026 erschienenen Gastbeitrag für eine Berliner Tageszeitung, sieben bis acht bestehende Gymnasien der Hauptstadt zu Eliteschulen für Hochbegabte umzubauen. Nach seiner Rechnung geht es um rund 8.000 Kinder, die das System bisher links liegen lasse.
8.000 Talente, kaum passende Angebote
Tabor geht von einer einfachen Faustregel aus. Nach gängigen Kriterien gelten etwa zwei Prozent jedes Jahrgangs als hochbegabt. Bei rund 400.000 Schülern in Berlin wären das etwa 8.000 junge Menschen. Diese Kinder fielen nach seiner Darstellung allzu oft „durch das Raster“.
Integrierte Sekundarschule und Regelgymnasium mögen für die breite Mitte funktionieren, schreibt Tabor, und spart dabei nicht mit einem Seitenhieb auf die Noteninflation. Wer aber schon in der Grundschule weit über dem Klassenniveau denke, sitze im normalen Unterricht oft gelangweilt herum. Für solche Kinder habe die Hauptstadt schlicht keine passende Antwort.
Ein Satz, der Berlins Bildungspolitik auf den Punkt bringt
Den bissigsten Satz stellt Tabor gleich an den Anfang:
Bildung ist in Berlin nicht nur kostenlos, sondern in weiten Teilen leider auch umsonst.
Die Bildungspolitik richte sich seit Jahrzehnten fast nur nach den Benachteiligten, kritisiert er. Gemeint sind Förderbedarf, Nachteilsausgleich und das Bildungs- und Teilhabepaket. Je mehr Geld in diese Programme fließe, desto schlechter würden die Ergebnisse. Tabor spricht von einem „Gießkannenproblem“. Wer nur die einen fördere und die anderen sich selbst überlasse, betreibe nach seiner Ansicht keine Gleichbehandlung.
Die Zahlen geben dem Befund durchaus Rückendeckung. Bei der PISA-Studie 2025, deren Ergebnisse am 8. September 2026 veröffentlicht wurden, schnitten deutsche Jugendliche so schlecht ab wie noch nie seit dem Start der Erhebung im Jahr 2000. Schon im IQB-Bildungstrend 2024 verfehlte laut den Forschern rund ein Drittel der Neuntklässler bundesweit den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss in Mathematik. Ein Leistungsland sieht anders aus.
Was Berlin heute anbietet und warum das kaum reicht
Ganz ohne Angebot steht die Hauptstadt nicht da. Nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung gibt es an sieben Gymnasien Schnelllernerklassen ab Jahrgangsstufe 5. Im Schuljahr 2026/27 sind es laut einer Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage insgesamt 17 solcher Klassen. Rechnet man sie gegen die geschätzte Zahl hochbegabter Kinder, bleibt davon nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Tabor will deshalb weiter gehen. Seine Forderungen im Überblick:
- Sieben bis acht bestehende Gymnasien sollen zu Eliteschulen für Hochbegabte werden.
- Talente sollen schon in der Kita erkannt und bis zum Abitur gezielt gefördert werden.
- Die Begrenzung der Plätze an grundständigen Gymnasien soll fallen.
- Über die Aufnahme sollen allein Befähigung und Talent entscheiden, nicht der Geldbeutel der Eltern.
„Elitär“? Der Vorwurf liegt nahe
Mit dem Einwand, das Konzept sei ungerecht, rechnet Tabor bereits. Er hält dagegen:
Förderung nach Bedarf ist keine Bevorzugung, sondern ist die logische Konsequenz eines Bildungssystems, das jedes Kind dort abholen will, wo es steht.
Es geht um Wohlstand, nicht um Privilegien
Am Ende geht es um handfeste Ökonomie. Aus gut geförderten Hochbegabten würden häufig Gründer, Forscher und Spitzenkräfte, schreibt Tabor, und damit auch Menschen, die viel Steuern zahlen. Ein Land ohne nennenswerte Rohstoffe lebt von seinen klugen Köpfen. Gerade deshalb ist es fahrlässig, sie im Mittelmaß versauern zu lassen.
Ob der Senat den Vorstoß aufgreift, ist offen. Bei Vorschlägen aus den Reihen der AfD haben die anderen Parteien bislang kaum Neigung zur Zusammenarbeit gezeigt. Die Frage dahinter wird damit aber nicht kleiner: Will Berlin endlich auch Leistung fördern, oder verwaltet die Hauptstadt weiter nur den Mangel? Tabor schließt seinen Beitrag mit einem Appell: „Schleifen wir unsere Rohdiamanten!“
- Themen:
- #AFD
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













