
Sachs warnt vor US-Kriegsplänen im Iran: „Europa macht sich zum Komplizen"
Der renommierte amerikanische Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs hat in einem aufsehenerregenden Interview schwere Vorwürfe gegen die westliche Politik im Nahen Osten erhoben. Seine Analyse der geopolitischen Lage rund um einen möglichen US-Angriff auf den Iran liest sich wie eine Anklageschrift gegen die transatlantische Allianz – und wirft unbequeme Fragen auf, die in den deutschen Mainstream-Medien kaum gestellt werden.
China wird nicht eingreifen – aber diplomatisch kontern
Auf die Frage, ob China dem Iran militärisch beistehen würde, gibt Sachs eine klare Antwort: Nein. Peking werde keinen Krieg gegen die USA führen. Doch die Konsequenzen seien dennoch gravierend. China werde den 85 Prozent der Weltbevölkerung außerhalb des Westens unmissverständlich klarmachen, dass der Westen „doppelzüngig, gewalttätig und rassistisch" sei. Ein vernichtendes Urteil, das man nicht einfach vom Tisch wischen kann.
Die diplomatische Strategie Chinas und Russlands sei es, die Schwellenländer auf ihre Seite zu ziehen – mit Ausnahme jener Staaten, die durch US-Militärbasen faktisch unter amerikanischer Besatzung stünden. Eine Formulierung, die aufrüttelt und zum Nachdenken zwingt.
Scharfe Kritik an Bundeskanzler Merz
Besonders brisant sind Sachs' Äußerungen über die deutsche Außenpolitik. Er erinnert an eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, wonach Israel „Europas Drecksarbeit" erledige, indem es den Iran angreife. Sachs bezeichnet diese Haltung als „vulgär" und fordert den Kanzler auf, dem deutschen Volk die Wahrheit zu sagen.
„Der Iran hatte friedlich mit Deutschland verhandelt, und es waren die USA, die das Abkommen gebrochen haben."
Diese Erinnerung an das JCPOA-Abkommen, das unter der Obama-Administration geschlossen und von Trump aufgekündigt wurde, zeigt die Scheinheiligkeit der westlichen Argumentation. Es gehe eben nicht um das iranische Atomprogramm – dieses war durch das Abkommen geregelt. Es gehe um Hegemonie, um Machtpolitik in ihrer reinsten Form.
Wirtschaftskrieg als Waffe gegen die Zivilbevölkerung
Sachs zitiert US-Finanzminister Bessent, der in Davos offen zugegeben habe, dass die amerikanischen Sanktionen gezielt darauf abzielten, die iranische Wirtschaft zum Zusammenbruch zu bringen. Bessent habe wörtlich gesagt, die Dinge entwickelten sich „sehr positiv" – womit er das Leid der iranischen Bevölkerung meinte. Eine zynische Aussage, die das wahre Gesicht der amerikanischen Außenpolitik offenbart.
Die UN-Generalversammlung habe am 15. Juni 2025 mit 116 zu 51 Stimmen gegen den Einsatz einseitiger Wirtschaftssanktionen gestimmt. Deutschland habe sich auf die Seite der Minderheit gestellt – gegen die Weltmehrheit. Ein Verhalten, das Sachs als Beharren auf einem „vermeintlichen Recht, die Rechte schwächerer Länder zu verletzen" charakterisiert.
Israel als „Schurkenstaat"?
Die Regierung Netanjahu sei machthungrig und wolle die Palästinenser „ein für alle Mal vernichten, entweder durch Völkermord oder Vertreibung". Israel entwickle sich zu einem Staat, der „fast überall auf der Welt gehasst wird – außer in den westlichen Ländern, die ihn bewaffnen und finanzieren". Starke Worte eines Mannes, der als einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt gilt.
Die Gewinner dieser Politik seien ausschließlich die militärisch-industriellen Komplexe der USA, Europas und Israels. Der gesamte Nahe Osten – von Libyen über Somalia, Sudan, Palästina, Libanon, Syrien, Irak und Jemen bis zum Iran – sei bewusst zum Schlachtfeld gemacht worden.
Europa am Scheideweg
Sachs' Forderung an Europa ist eindeutig: Der Kontinent solle sich für die UN-Charta und den Frieden einsetzen, anstatt als „westliche imperialistische Macht" gewaltsame Regimewechsel zu dulden. Trump agiere zunehmend wie ein Faschist, doch Europa protestiere nur, wenn Grönland bedroht werde. Ansonsten werde das Verhalten der USA toleriert.
Diese Analyse sollte jeden deutschen Bürger nachdenklich stimmen. Während unsere Regierung von Werten und regelbasierter Ordnung spricht, scheint die Realität eine andere zu sein. Die Frage, ob Deutschland wirklich auf der richtigen Seite der Geschichte steht, wird immer drängender – und die Antwort immer unbequemer.

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