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12.10.2026
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Schulchaos in Frankreich: Wer die Wut der Schüler für sich nutzt

Schulchaos in Frankreich: Wer die Wut der Schüler für sich nutzt
Symbolbild: KI-generiert

Frankreichs Gymnasien sind seit Wochen im Ausnahmezustand. Seit Ende September blockieren Schüler die Eingänge Hunderter Schulen, weil Lehrer fehlen, Klassen überfüllt sind und Gebäude verfallen. Eine Untersuchung von „Fox News Digital“ wirft jetzt die Frage auf, wer die Proteste außer den Jugendlichen noch vorantreibt. Sie listet 50 Organisationen auf, und nur 15 davon sind Schüler- und Jugendgruppen.

Echte Missstände, echte Wut

Eines vorweg: Die Gründe für den Protest sind real. Begonnen hat die Bewegung im September im Großraum Paris. Inzwischen hat sie das ganze Land erfasst. Reportagen zeigen bröckelnde Klassenzimmer, unbesetzte Lehrerstellen und Stundenpläne, die aus allen Nähten platzen. In Toulouse protestierten Schüler zuletzt auch gegen fehlenden Hitzeschutz.

Die Lage eskalierte schnell. Medienberichten zufolge gab es bereits Ende September 440 Festnahmen und 79 Verletzte. Hunderte Schulen blieben geschlossen, und der Bildungsminister bat die Eltern öffentlich um Mithilfe. Paris reagierte mit einer Notlösung: kurzfristig 3.000 Vertretungslehrer. Die Schülervertreter halten das für viel zu wenig.

Gewerkschaften, Kommunisten, Linkspartei

Mit der Größe der Bewegung wuchs auch die Zahl ihrer Unterstützer. Laut der Untersuchung gehören dazu zwölf Gewerkschaftsorganisationen, acht kommunistische oder sozialistische Gruppen und vier Parteien. Genannt werden unter anderem die Gewerkschaften CGT und Force ouvrière, Jean-Luc Mélenchons La France insoumise und die Kommunistische Partei Frankreichs. Auch Elternverbände und Menschenrechtsorganisationen tauchen in der Liste auf.

Bei der Mobilisierung spielen vor allem Jugendverbände wie die Union syndicale lycéenne, die Union étudiante, die FAGE und die UNEF eine wichtige Rolle. Die meisten von ihnen sind politisch klar links verortet. Unter den 15 Jugendgruppen sind sogar kommunistische Nachwuchsorganisationen. Mit klassischen Schülervertretungen haben die also nur wenig gemein.

Ein Graffito an einem Pariser Gymnasium zeigt, wohin manche wollen. Dort stand: „Der Klassenkampf beginnt in der High School“. Mit maroden Toiletten hat dieser Satz nur noch wenig zu tun.

Schutzschild oder Trittbrett?

Die BBC beschreibt den Ablauf so: Zuerst schlossen sich Studenten den Gymnasiasten an, danach eine Koalition aus Gewerkschaften, dann Eltern und erwachsene Aktivisten. Ein Ziel sei gewesen, die Jugendlichen zu schützen. Kritiker sehen darin noch etwas anderes: Die Proteste sollen politisch ausgeweitet werden. Wahrscheinlich stimmt beides.

Die Spur nach New York und Caracas

Besonders genau schaut die Untersuchung auf „BreakThrough News“. Das Medium sitzt in New York und verbreitet Videos von den französischen Blockaden. Laut dem Bericht finanziert es der in Shanghai lebende US-Geschäftsmann Neville Roy Singham. Die Proteste werden dort als Teil eines weltweiten Kampfes gegen Sparpolitik dargestellt.

Auch die Kommunistische Jugend Griechenlands, die Indian Alliance Paris und der Sender „teleSUR“ aus Caracas haben sich eingeschaltet, mit Solidaritätsbotschaften, Bildern und „Breaking News“. Dadurch wird aus einem Streit um Schulen ein internationales Medienereignis.

Man sollte hier aber genau bleiben. Dass Inhalte international verbreitet werden, beweist noch nicht, dass die Proteste aus dem Ausland gesteuert werden. Auch die Untersuchung selbst behauptet keine zentrale Steuerung. Sie zeigt, über welche Kanäle die Bilder laufen und wie die Akteure vernetzt sind.

Am Ende versagt der Staat

Bei aller Debatte über Einflussnahme bleibt eine Tatsache. Ein Staat mit enorm hohen Ausgaben schafft es nicht, seinen Schülern intakte Gebäude und genug Lehrer zu bieten. Damit gibt er radikalen Kräften die Vorlage selbst. Die Regierung verspricht nach eigenen Angaben, die Probleme anzugehen, lehnt Gewalt ab und setzt an den Schulen auf Gesprächsrunden. Beobachter befürchten, dass die Unruhen sogar die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr beeinflussen könnten.

Auch in Deutschland sollte man genau hinsehen. Marode Schulen, Lehrermangel und ein Staat, der zwar Milliarden verteilt, aber bei den Grundaufgaben versagt, kennt man hier ebenfalls. Frankreich zeigt, was passiert, wenn die Politik solche Probleme zu lange liegen lässt.

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