
Silber atmet auf: US-Inflationsdaten bremsen den Dollar aus!

Nach zwei schwarzen Handelstagen steigt der Silberpreis wieder. Am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, kletterte die Feinunze (XAG/USD) um 2,16 Prozent auf rund 58,65 US-Dollar und lag damit wieder klar über der Marke von 58 Dollar. Auslöser waren neue Inflationszahlen aus den USA. Sie fielen weder besser noch schlechter aus als erwartet, und schon das reichte, um den Dollar etwas zu schwächen.
Inflation über vier Prozent und die Märkte zucken kaum
Nach Angaben des Bureau of Economic Analysis stieg der Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE) im Mai um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April waren es noch 3,8 Prozent. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel legte von 3,3 auf 3,4 Prozent zu. Die US-Notenbank Fed achtet besonders auf diesen Wert. Beide Zahlen entsprachen den Prognosen.
Auf Monatssicht stieg der Gesamtindex um 0,4 Prozent, die Kernrate wie im Vormonat um 0,3 Prozent. Eine Inflation von mehr als dem Doppelten des Fed-Ziels von zwei Prozent galt früher als Alarmsignal. Heute sind die Märkte schon erleichtert, wenn es nicht noch schlimmer kommt. Wie weit sich die Erwartungen verschoben haben, sieht man genau daran.
Schwächerer Dollar, festeres Silber
Die Anleger hatten vor allem eine böse Überraschung bei der Kernrate befürchtet. Sie blieb aus. Der US-Dollar-Index (DXY) gab daraufhin um 0,24 Prozent auf 101,30 Punkte nach. Für Edelmetalle ist das eine gute Nachricht. Silber und Gold werden in Dollar gehandelt, ein schwächerer Dollar macht sie also für Käufer außerhalb der USA günstiger.
Die übrigen Konjunkturdaten vom Donnerstag zeigen eine robuste US-Wirtschaft:
- Die Aufträge für langlebige Güter fielen im Mai wie erwartet um 4,5 Prozent.
- Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken auf 215.000. Erwartet worden waren 225.000.
- Einkommen und Konsumausgaben der Amerikaner stiegen jeweils um 0,7 Prozent und damit stärker als prognostiziert.
Die Fed bleibt hart
Ein Grund zum Jubeln ist das noch nicht. Die Märkte gehen weiter davon aus, dass die Fed ihren restriktiven Kurs beibehält. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist nach den Daten nur leicht gesunken. Silber wirft keine Zinsen ab. Hohe Zinsen machen das Metall deshalb im Vergleich zu verzinsten Anlagen weniger attraktiv. Analysten erwarten, dass das die Erholung vorerst begrenzt.
Wie groß der Druck zuletzt war, zeigen Medienberichte: Danach hat Silber allein im Juni mehr als 20 Prozent verloren. Im Januar 2026 hatte die Unze noch ein Rekordhoch von 121,64 Dollar erreicht. Seitdem ist der Preis um mehr als die Hälfte gefallen. Wer zu Höchstpreisen gekauft hat, muss starke Nerven haben.
Was das für Edelmetall-Anleger bedeutet
Kurzfristig richtet sich der Silberpreis nach Zinsfantasien, Dollar-Schwankungen und Charttechnik. Die längerfristigen Argumente bleiben davon unberührt. Silber leitet Strom besser als Kupfer und Gold. Es wird in Elektronik, Solaranlagen und laut Branchenberichten zunehmend in KI-Rechenzentren gebraucht. Marktbeobachter erwarten schon das fünfte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit.
Dazu kommt die Inflation: In den USA steigt sie wieder, und in Europa wachsen die Schuldenberge auch durch das milliardenschwere Sondervermögen der Bundesregierung. Damit hat Silber seine klassische Aufgabe als Schutz der Kaufkraft nicht verloren. Rücksetzer wie der aktuelle sind für langfristig denkende Anleger deshalb eher eine Gelegenheit als ein Grund zur Panik. Physisches Silber und Gold können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein, als Absicherung und nicht als Spekulation auf schnelle Gewinne.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte sich selbst umfassend informieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.

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