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Kettner Edelmetalle
20.03.2026
10:13 Uhr

Staatlich finanzierte „Wahrheitswächter": Correctiv kassiert über 200.000 Euro Steuergelder

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Organisation, der ein Gericht erst kürzlich untersagt hat, zentrale Behauptungen ihrer wohl bekanntesten Recherche weiter zu verbreiten, erhält vom deutschen Staat im Jahr 2026 mehr als 200.000 Euro – ausgerechnet für den Kampf gegen Desinformation. Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland, wo Ironie offenbar zum Regierungsprogramm gehört.

140.000 Euro aus „Demokratie leben!" – für TikTok-Schulungen bei der Feuerwehr

Wie aus einer Anfrage hervorgeht, fließen allein 140.114,45 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums an Correctiv. Das geförderte Projekt trägt den klangvollen Namen „Brandherd Desinformation: Schulungen zum Umgang mit TikTok in Feuerwehr und Vereinswesen". Man lese und staune: Correctiv-Journalisten sollen künftig jungen Feuerwehrleuten und Vereinsmitgliedern beibringen, wie TikTok funktioniert, wie sich Desinformation verbreitet und wie man ihr „entgegentreten" könne. Die Schulungen sollen dabei „auf Augenhöhe und mit Spaß" stattfinden. Ob die Teilnehmer dabei auch lernen, wie man gerichtlich beanstandete Falschdarstellungen erkennt – etwa solche, die von Correctiv selbst stammen –, darf bezweifelt werden.

Weitere 60.000 Euro aus Nordrhein-Westfalen

Doch damit nicht genug. Parallel zur Bundesförderung erhält die Correctiv-Jugendredaktion „Salon 5" aus dem Land Nordrhein-Westfalen rund 60.000 Euro. Dieses Projekt richtet sich an junge Menschen und soll ihnen journalistische Grundlagen vermitteln – von der Recherche über Podcasts bis hin zur Content-Erstellung für Instagram, TikTok und YouTube. Correctiv beschreibt das Angebot selbst mit den Worten, man zeige Jugendlichen „das grundlegende journalistische Handwerk". Ergänzend sei kürzlich ein weiteres Projekt mit Fokus auf den Umgang mit Desinformation gestartet worden. Die Gesamtförderung übersteigt damit die Marke von 200.000 Euro deutlich.

Das Potsdamer Urteil als Elefant im Raum

Was diese Förderentscheidungen besonders pikant macht, ist der zeitliche Kontext. Erst wenige Tage zuvor hatte ein Gericht Correctiv untersagt, zentrale Aussagen über ein privates Treffen in Potsdam weiter zu verbreiten. Konkret beanstandeten die Richter unter anderem die Darstellung, bei dem Treffen seien Pläne zur „Ausweisung deutscher Staatsbürger" entwickelt worden. Jene Recherche hatte Anfang 2024 eine beispiellose Welle von Demonstrationen ausgelöst, Hunderttausende gingen auf die Straßen – aufgestachelt durch Behauptungen, die nun gerichtlich als unzulässig eingestuft wurden.

Man erinnere sich: Die sogenannte „Potsdam-Recherche" wurde seinerzeit von nahezu allen etablierten Medien und Politikern als Beweis für finstere Deportationspläne instrumentalisiert. Die AfD sollte damit als demokratiefeindlich gebrandmarkt werden. Dass sich nun herausstellt, dass wesentliche Kernaussagen dieser Berichterstattung einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten, wirft fundamentale Fragen auf – nicht nur über die journalistische Sorgfalt von Correctiv, sondern über das gesamte System staatlich geförderter „Faktenchecker".

Der Bock als Gärtner – mit Steuergeldern finanziert

Es ist ein Vorgang, der in einem funktionierenden Rechtsstaat eigentlich undenkbar sein sollte: Eine Organisation, deren zentrale Berichterstattung gerichtlich beanstandet wird, erhält weiterhin sechsstellige Summen aus Steuermitteln, um andere über den korrekten Umgang mit Informationen zu belehren. Das Bundesfamilienministerium schwieg zu den Förderentscheidungen vielsagend. Lediglich aus dem nordrhein-westfälischen Medienministerium verlautete, dass für 2027 bislang keine weitere Förderung vorgesehen sei – ein schwacher Trost für den Steuerzahler, der sich fragen darf, wofür sein hart erarbeitetes Geld eigentlich verwendet wird.

Die Frage, die sich jeder mündige Bürger stellen sollte, liegt auf der Hand: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure? Wenn der Staat Organisationen finanziert, die nachweislich fehlerhafte Darstellungen verbreiten, und diese dann auch noch damit beauftragt, junge Menschen über „Desinformation" aufzuklären, dann hat das System einen fundamentalen Konstruktionsfehler. Es entsteht der Eindruck, dass hier nicht Wahrheitsfindung gefördert wird, sondern politisch genehme Narrative.

Ein Muster, das sich durch die deutsche Förderlandschaft zieht

Der Fall Correctiv ist dabei kein Einzelfall, sondern symptomatisch für eine Förderpolitik, die seit Jahren kritisch hinterfragt werden müsste. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!" verteilt jährlich dreistellige Millionenbeträge an Organisationen, die sich dem Kampf gegen „Extremismus" und „Desinformation" verschrieben haben. Wer dabei als extremistisch oder desinformierend gilt, bestimmen nicht selten jene Organisationen selbst, die von den Fördergeldern profitieren. Ein Kreislauf, der an Selbstbedienung grenzt.

Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz diesen Zustand offenbar stillschweigend fortführt, dürfte viele Wähler enttäuschen, die sich von der Großen Koalition einen echten Politikwechsel erhofft hatten. Statt die Förderstrukturen grundlegend zu überprüfen und Steuergelder dort einzusetzen, wo sie tatsächlich dem Gemeinwohl dienen – etwa beim Grenzschutz, bei der inneren Sicherheit oder beim Abbau der erdrückenden Schuldenlast –, fließen weiterhin Hunderttausende Euro an Organisationen, deren Objektivität zumindest fragwürdig erscheint.

Der deutsche Steuerzahler hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit seinem Geld geschieht. Und er hat ein Recht darauf, dass dieses Geld nicht für die Verbreitung politisch motivierter Narrative verwendet wird – egal von welcher Seite. Denn echte Demokratie braucht keine staatlich finanzierten Wahrheitsministerien. Sie braucht mündige Bürger, die sich frei informieren können. Und genau das scheint manchen in Berlin ein Dorn im Auge zu sein.

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