
Steuergeld für Vermögensfragen: Bas lässt Deutschlands Reiche vermessen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter Bärbel Bas (SPD) bereitet eine groß angelegte, aus Steuermitteln finanzierte Untersuchung zur Vermögensverteilung in Deutschland vor. Medienberichten zufolge sollen ab 2027 Bürgerinnen und Bürger repräsentativ befragt werden – zu ihrem eigenen Besitz und zu ihrer Haltung gegenüber Reichtum. Politisch gilt das Vorhaben als heikel, weil die Resultate der Debatte über eine höhere Besteuerung von Vermögen neue Nahrung geben könnten.
Nicht nur Zahlen – auch Gesinnung wird abgefragt
Bemerkenswert ist der Zuschnitt der geplanten Erhebung. Laut Berichten sollen die Teilnehmer nicht nur offenlegen, was sie besitzen. Sie sollen auch angeben, ob sie in der Vermögensungleichheit eine Gefahr für Demokratie und Gesellschaft sehen.
Damit wandert die Studie von der Statistik in Richtung Stimmungsmessung. Wer nach Empörung fragt, bekommt am Ende meist auch Empörung geliefert. Kritiker dürften darin ein Instrument sehen, das politische Wünsche mit dem Etikett der Wissenschaft veredelt.
Warum das Thema Vermögensteuer nie ganz verschwindet
Eine allgemeine Vermögensteuer wird in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben. Das Bundesverfassungsgericht hatte 1995 die damalige Bewertungspraxis – vor allem die veralteten Einheitswerte bei Immobilien – beanstandet. Abgeschafft wurde die Steuer nie: Sie steht bis heute im Grundgesetz und ließe sich mit einfacher Mehrheit reaktivieren.
Genau deshalb ist jede neue Datenbasis politisch brisant. Wer umverteilen will, braucht Zahlen. Und wer Zahlen bestellt, hat oft schon eine Idee, wozu sie taugen sollen.
Der Staat greift längst kräftig zu
Dass dem Fiskus die Substanz der Bürger entgeht, lässt sich schwer behaupten. Laut amtlichen Angaben setzten die Finanzverwaltungen für das Jahr 2025 bei Erbschaft- und Schenkungsteuer rund 21,4 Milliarden Euro fest – ein Rekordwert. Das veranlagte Übertragungsvolumen kletterte demnach auf etwa 141,1 Milliarden Euro, getrieben vor allem von sehr großen Übertragungen ab 20 Millionen Euro sowie von Betriebsvermögen und Firmenanteilen.
Hinzu kommen Einkommensteuer, Soli für Spitzenverdiener, Abgeltungsteuer, Grundsteuer, Grunderwerbsteuer und Sozialabgaben auf Rekordniveau. Von einem Steuerparadies für Leistungsträger kann in Deutschland niemand ernsthaft sprechen.
Mittelstand in Sorge – Betriebsvermögen ist kein Bargeld
Für Familienunternehmen ist die Debatte mehr als Theorie. Ihr Vermögen steckt in Maschinen, Hallen und Aufträgen, nicht auf Konten. Eine Substanzsteuer träfe Betriebe daher unabhängig davon, ob sie Gewinn machen – aus Sicht vieler Ökonomen ein Risiko gerade in einer Phase industrieller Schwäche.
Aus Sicht unserer Redaktion passt das Vorhaben in ein Muster: Statt Ausgaben zu prüfen, sucht die Politik neue Einnahmequellen. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht eine Vermögensteuer nicht vor – doch der Druck aus Teilen der SPD ist bekannt, und Bas führt ihre Partei seit 2025 als Co-Vorsitzende mit.
Was Sparer daraus lernen können
Wer über Jahrzehnte Vermögen aufbaut, sollte politische Risiken einkalkulieren – nicht nur Marktrisiken. Breite Streuung bleibt das wichtigste Prinzip. Physisches Gold und Silber gelten seit Generationen als bewährte Ergänzung, weil sie außerhalb des Bankensystems existieren und keinen Emittenten kennen, der ausfallen kann.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.
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